Bachelorarbeit, 2018
106 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und forschungsleitende Frage
1.2 Vorgehensweise und Methodik
2. Heldenreise
2.1 Stationen der Heldenreise
2.1.1 I. Akt: Separation, Aufbruch
2.1.2 II. Akt: Initiation
2.1.3 III. Akt: Wiederkehr
2.2 Besonderheiten der Heldenreise
2.3 Die Archetypen
2.3.1 Held
2.3.2 Weitere Archetypen
2.4 Zwischenfazit
3. Jugendroman
3.1 Definition und Eingrenzung des Jugendromans
3.1.1 Übereinstimmungen und Eingrenzung (Entwicklungs-, Bildungs-, Adoleszenz-, Abenteuerroman und problemorientiertes Jugendbuch)
3.2 Textanalyse mittels qualitativer Inhaltsanalyse
3.2.1 Einführung in die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
3.2.2 Vorbereitung der qualitativen Inhaltsanalyse
3.2.3 Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse und Anmerkungen
3.2.4 Zusammenstellung der Ergebnisse und Interpretation in Richtung Fragestellung
4. Schlüsselkompetenzen
4.1 Definition von Kompetenz
4.2 Einteilung der (Schlüssel-)Kompetenzen
4.3 Aneignung von Kompetenzen und deren Vermittlung durch einen Jugendroman
4.4 Kritik am Konzept der Kompetenzen
4.5 Ausblick
5. Konzept
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Anforderungen von Unternehmen an die Ausbildungsreife von Schulabgängern mit den Lesegewohnheiten Jugendlicher zu verknüpfen. Dabei wird untersucht, wie Jugendromane auf Basis des dramaturgischen Musters der Heldenreise Schlüsselkompetenzen vermitteln können, um Jugendliche nicht nur zu bilden, sondern sie auch zu einem kritischen Bewusstsein in einer von ökonomischen Zwängen geprägten Gesellschaft zu befähigen.
2. Heldenreise
Das Konzept der Heldenreise basiert auf der vergleichenden Mythenforschung des amerikanischen Professors und Autors Joseph Campbell, der seine Erkenntnisse erstmals in dem 1949 erschienenen Werk „Der Heros in tausend Gestalten“ (OT: The Heros with a Thousand Faces) veröffentlichte. Er untersuchte die Ähnlichkeiten zahlreicher Mythologien und fand in diesen ebenso wie in Erzählungen, Märchen und Träumen übereinstimmende Elemente. Er erkannte, beschrieb und strukturiere diese Elemente und bestimmte so die Prinzipien des Monomythos, der Reise des Helden, die in den unterschiedlichsten Variationen den Geschichten nahezu aller Kulturen zugrundeliegen: „Die Reise des Helden ist ein unglaublich beständiger Satz von Bauelementen, die aus den tiefsten Abgründen des menschlichen Geistes immer wieder neu entstehen, in jeder Kultur anders ausgestaltet und doch im Grunde immer gleich.“
Diese Auffassung gleicht der des Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung, dessen Archetypen autonome Urbilder, Charaktere oder Kräfte sind, die in den Träumen aller Menschen und Mythen sämtlicher Kulturen fortwährend erscheinen: Träume genauso wie Mythen werden aus einer tieferen Quelle, dem kollektiven Unbewussten der Menschheit (einer Art Menschheitsgedächtnis), gespeist. Auch für den Psychoanalytiker und Märchenforscher Bruno Bettelheim sind Mythen und Märchen „in großem Maß das Ergebnis allgemeiner bewusster und unbewusster Inhalte, geformt vom Bewusstsein nicht eines bestimmten Menschen, sondern vieler Menschen, die darin übereinstimmen, was sie als universelle menschliche Probleme und als wünschenswerte Lösung ansehen.“ Solch universelle Probleme sind etwa die Übergänge von einem Lebensabschnitt (Geburt, Kindheit, Adoleszenz, Beruf, Hochzeit, Tod) zum anderen. Um die Schwelle zu überwinden, ist ein Initiations- bzw. Übergangsritus notwendig, der in vielen Mythen und Märchen symbolischen Ausdruck findet. Während diesem Ritus widerfährt dem alten, unzulänglich gewordenen Selbst ein symbolischer Tod, auf den eine Wiedergeburt auf einer höheren Daseinsebene folgt. Campbell greift diesen Prozess in seiner Dreiteilung – Trennung, Initiation, Wiederkehr – als einheitlichen Kern der Heldenreise auf.
1. Einleitung: Darstellung der Problematik der mangelnden Ausbildungsreife und des veränderten Medienverhaltens Jugendlicher, um die Relevanz einer gezielten Leseerziehung zu begründen.
2. Heldenreise: Analyse des mythologischen Grundmusters nach Joseph Campbell und dessen Adaption durch Christopher Vogler, um dessen Eignung als Lern- und Entwicklungsmodell zu prüfen.
3. Jugendroman: Definition und gattungstypologische Eingrenzung des Jugendromans sowie Anwendung einer qualitativen Inhaltsanalyse zur Bestimmung grundlegender gestalterischer Elemente.
4. Schlüsselkompetenzen: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Kompetenzbegriff, Einteilung der Kompetenzklassen und Diskussion der Vermittlung sowie Kritik an deren ökonomischer Instrumentalisierung.
5. Konzept: Zusammenführung der Ergebnisse in eine praxisorientierte Tabelle, die als Checkliste für die Erstellung von Jugendromanen zur Kompetenzvermittlung dient.
Heldenreise, Jugendroman, Schlüsselkompetenzen, Adoleszenz, Literaturdidaktik, Individuation, Bildungsroman, Persönlichkeitsentwicklung, Qualitative Inhaltsanalyse, Medienpädagogik, Schreibhandwerk, Handlungsfähigkeit, Sozialisation, Politische Bildung, Identitätsfindung.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie durch Jugendromane, die auf dem dramaturgischen Modell der "Heldenreise" basieren, gezielt Schlüsselkompetenzen bei Jugendlichen vermittelt werden können.
Die zentralen Themen sind die Struktur von Erzählmustern, die Analyse von Gattungen der Jugendliteratur, Theorien zu Schlüsselkompetenzen sowie das Handwerk des Schreibens.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines praxisnahen Konzepts, das Verlage und Autoren dabei unterstützt, moderne Jugendromane zu gestalten, die sowohl unterhalten als auch zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Es werden eine Literaturauswertung sowie eine inhaltlich-strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring durchgeführt, um gestalterische Elemente aus Schreibratgebern zu extrahieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Heldenreise, die Gattungsbestimmung des Jugendromans, die Definition von Kompetenzen und die anschließende Zusammenführung dieser Aspekte in ein konkretes Entwurfskonzept.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Heldenreise, Schlüsselkompetenzen, Adoleszenz, Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung charakterisieren.
Die Heldenreise dient als psychologisch stimmiges und universelles Strukturmodell, das den Reifeprozess des Helden abbildet und somit als Analogie für den individuellen Kompetenzerwerb und die Bewältigung von Lebenskrisen fungiert.
Der Autor übt ideologiekritische Kritik und warnt vor einer einseitig ökonomischen Verwertung, plädiert stattdessen für einen umfassenden Bildungsbegriff, der die Mündigkeit und das kritische Denken des Einzelnen betont.
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