Bachelorarbeit, 2018
72 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Neue Züchtungstechnologien
2.1.1 Genome Editing
2.1.2 Gesetzliche Grundlage
2.1.3 Aktuelle juristische Bewertung
2.2 Öffentliche Wahrnehmung
2.2.1 Einordnung der aktuellen öffentlichen Wahrnehmung
3 Empirische Studie
3.1 Beschreibung des Fragebogens und der Stichprobe
3.2 Eingesetzte statistische Analysemethoden
4 Ergebnisse der statistischen Auswertung
4.1 Häufigkeitstabelle zur Bekanntheit der unterschiedlichen Pflanzenzüchtungsmethoden
4.2 Häufigkeitstabelle zum Interesse an den Genome Editing Verfahren
4.3 Häufigkeitstabelle zur Bewertung der Genome Editing Verfahren
4.4 Häufigkeitstabelle zur Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht
4.5 Kreuztabelle zwischen Wahrnehmung der Genome Editing Verfahren und dem Bildungsabschluss
4.6 Regressionsanalyse der Genome Editing Verfahren abhängig von soziodemographischen Merkmalen
4.7 Rangkorrelation zwischen der Wahrnehmung der Genome Editing Verfahren und dem Wissen über die Pflanzenzucht
4.8 Regressionsanalyse zu den Wahrnehmungen der Zuchtverfahren
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Bekanntheit der unterschiedlichen Pflanzenzüchtungsmethoden
5.2 Interesse an den Genome Editing Verfahren
5.3 Bewertung der Genome Editing Verfahren
5.4 Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht
5.5 Zusammenhang zwischen Wahrnehmung der Genome Editing Verfahren und dem Bildungstand
5.6 Wahrnehmung der Genome Editing Verfahren abhängig von soziodemographischen Merkmalen
5.7 Zusammenhang zur Wahrnehmung der Genome Editing Verfahren abhängig von Wissen über die Pflanzenzucht
5.8 Regressionsanalyse zu den Wahrnehmungen der Zuchtverfahren
6 Fazit
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Untersuchung der öffentlichen Meinung von Endverbrauchern gegenüber neuen Züchtungstechnologien, insbesondere den Genome Editing Verfahren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie diese Verfahren wahrgenommen werden und welche soziodemographischen oder wissensbasierten Faktoren diese Wahrnehmung beeinflussen, um Erkenntnisse für eine erfolgreiche Technologieeinführung zu gewinnen.
2.1 Neue Züchtungstechnologien
Seit über zehntausend Jahren domestizieren Menschen Nutzpflanzen. Zu Beginn durch Ausselektieren spontaner Mutation, später durch unbewusste Massenselektion und seit etwa hundert Jahren wird gezielt durch menschliches Eingreifen gezüchtet (30). Für die gezielte Züchtung stehen den Pflanzenzüchtern unterschiedliche Methoden zu Verfügung, die von der Wissenschaft entwickelt wurden. Diese reichen von der phänotypischen Selektion bis hin zu genetisch veränderten Organismen (GVO) (7). In den letzten zwei Jahrzehnten sind viele neue Methoden entstanden, wie Zinkfinger, TALEN und CRISPER/Cas und weitere, die vor allem eine zielgerichtete und genauere Züchtung ermöglichen. Diese Methoden werden unter dem Überbegriff neue Züchtungsmethoden oder Englisch „New Breeding Techniques“ (NBT) zusammengefasst (25). Unter dem Begriff NBT werden mehrere neue Methoden von unterschiedlichen Techniken verstanden, von denen einige sich wesentlich von vorherigen Züchtungsmethoden unterscheiden, vor allem in der Art der Einführung von Merkmalen in einen Organismus (36).
Die meisten Methoden der NBT sind eine Verfeinerung von konventionellen Züchtungstechniken und fügen genetisches Material ein, das von einer sexuell verträglichen Art abgeleitet ist. Andere hingegen werden, in Kombination mit etablierte Techniken, mit der genetischen Veränderung verwendet (37). Dadurch ist eine genaue Trennung der Verfahren und Zuordnung zu der konventionellen oder gentechnischen Züchtung schwierig (30). Die Produkte, die über NBT gezüchtet werden, können zum Teil auch auf natürliche Art entstehen und sind von solchen im Endprodukt nicht mehr nachweißbar zu trennen. Anderseits können auch Pflanzen entstehen, die nicht auf natürliche Weise in der Natur vorkommen (37).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der öffentlichen Wahrnehmung für die Einführung neuer Züchtungsmethoden und führt in die aktuelle Debatte um das Genome Editing ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen der neuen Züchtungstechnologien, die gesetzliche Lage in der EU sowie den aktuellen Stand des öffentlichen Diskurses.
3 Empirische Studie: Hier wird die Methodik der Umfrage beschrieben, einschließlich des Aufbaus des Fragebogens, der Auswahl der Stichprobe und der angewandten statistischen Analyseverfahren.
4 Ergebnisse der statistischen Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven und bivariaten Ergebnisse der Umfrage bezüglich Bekanntheit, Interesse, Bewertung und Kennzeichnungswünschen der Befragten.
5. Diskussion der Ergebnisse: Die gewonnenen Daten werden hier interpretiert, mit dem Forschungsstand verglichen und auf ihre Auswirkungen für die Akzeptanz von Genome Editing untersucht.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit einer neutralen Aufklärung der Öffentlichkeit, um eine erfolgreiche Technologieeinführung zu ermöglichen.
Pflanzenzüchtung, Neue Züchtungsmethoden, Genome Editing, CRISPER/Cas, öffentliche Wahrnehmung, Bewertung, Gentechnik, Konventionelle Züchtung, Verbraucher, Akzeptanz, Kennzeichnungspflicht, statistische Auswertung, Umfrage, Wissen, Soziodemographie.
Die Arbeit befasst sich mit der öffentlichen Wahrnehmung und Bewertung neuer Züchtungstechnologien, insbesondere dem sogenannten „Genome Editing“, im Vergleich zu konventioneller oder gentechnischer Züchtung.
Zentrale Themen sind die Bekanntheit dieser Technologien, das Interesse der Verbraucher, die Einstufung als „natürlich“ oder „gentechnisch verändert“ sowie die Haltung zu einer Kennzeichnungspflicht.
Ziel ist es zu ermitteln, wie die Öffentlichkeit die neuen Genome Editing Verfahren bewertet und welche Faktoren, wie beispielsweise der Bildungsstand oder das Vorwissen, diese Wahrnehmung beeinflussen.
Es wurde eine empirische Online-Umfrage durchgeführt, deren Datensätze anschließend mithilfe statistischer Verfahren wie Häufigkeitsanalysen, Kreuztabellen, Rangkorrelationen und Regressionsanalysen (SPSS) ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Züchtungsmethoden und Rechtslage, eine detaillierte Beschreibung der durchgeführten empirischen Studie, die statistische Auswertung der Umfragedaten sowie die anschließende Diskussion dieser Ergebnisse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pflanzenzüchtung, Genome Editing, öffentliche Wahrnehmung, Akzeptanz und Kennzeichnungspflicht charakterisiert.
Die Umfrage zeigt, dass Verfahren mit einem „natürlichen“ Endprodukt (A und B) oft zwischen konventioneller und gentechnischer Züchtung eingeordnet werden, während Verfahren mit artfremder DNA (C) sehr deutlich als gentechnisch verändert und nicht-natürlich eingestuft werden.
Die Analysen deuten darauf hin, dass ein höheres Wissen und ein höherer Bildungsgrad dazu führen, dass die Verfahren tendenziell eher als natürlich bewertet werden, wenngleich die Einordnung insgesamt von einer skeptischen Haltung geprägt bleibt.
Eine deutliche Mehrheit der Befragten fordert für alle untersuchten Verfahren eine Kennzeichnung, wobei der Autor darauf hinweist, dass die praktische Umsetzung und die Wirkung auf das Konsumverhalten noch nicht abschließend geklärt sind.
Da die Technologien der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind, warnt der Autor vor einer negativen Assoziation mit der Gentechnik. Er empfiehlt eine fundierte, neutrale Aufklärung, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen und eine Ablehnung zu vermeiden.
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