Bachelorarbeit, 2019
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Begründung für den Einsatz von Multiperspektivität im Geschichtsunterricht
2.1. Definition
2.2. Multiperspektivität als zentraler Bestandteil historischen Denkens
2.3. Methoden und Medien
2.4. Probleme des multiperspektivischen Unterrichts
3. Bilingualer Geschichtsunterricht als besondere Chance für die Schulung multiperspektivischen Denkens
3.1. Der bilinguale Geschichtsunterricht – ein Erfolgskonzept
3.2. Multiperspektivität als Potential von bilingualem Geschichtsunterricht
3.3. Kritik am Erfolgskonzept
4. Multiperspektivität im bilingualen Geschichtsbuch – eine Fallanalyse
4.1. Entstehung und Aufbau von Histoire/Geschichte. L’Europe et le monde depuis 1945
4.2. Umsetzung des Lernzieles der Multiperspektivität an einem konkreten Beispiel
4.2.1. Multiperspektivität in Quellen und Darstellungen
4.2.2. Multiperspektivität in Sprache
4.2.3. Multiperspektivität in Arbeitsaufträgen
5. Diskussion und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential bilingualer Geschichtsbücher zur Förderung multiperspektivischen Denkens im Geschichtsunterricht. Anhand einer exemplarischen Fallanalyse des deutsch-französischen Lehrwerks "Histoire/Geschichte. L'Europe et le monde depuis 1945" wird analysiert, ob und wie das Ziel der Multiperspektivität in den Materialien, der Sprache und den Arbeitsaufträgen umgesetzt wird.
2.1. Definition
Um Multiperspektivität zu definieren wird häufig auf Bergmann verwiesen, der den Begriff in der Geschichtswissenschaft ausschlaggebend prägte und ihn 1997 folgendermaßen definierte: Multiperspektivität ist eine Form der Geschichtsdarstellung, bei der ein historischer Sachverhalt aus mehreren, mindestens zwei unterschiedlichen Perspektiven beteiligter und betroffener Zeitgenossen dargestellt wird, die verschiedene soziale Positionen und Interessen repräsentieren.19
Die angedeutete Sichtweise unterschiedlicher Personen ist dabei die Grundlage der Multiperspektivität. „[Sie] ist ein Grundsachverhalt menschlicher Wahrnehmung und Deutung der Wirklichkeit – bei der Orientierung in der Wirklichkeit und bei den Handlungsabsichten gegenüber der Wirklichkeit.“20 Diese Perspektivität teilt Bergmann in drei geschichtswissenschaftliche Formen ein21, die 2018 von Hilke Günther-Arndt aufgegriffen und wissenschaftlich bewiesen wurden.22
Als erstes nennt er die Multiperspektivität23, die sich auf der Quellenebene in den aus der Vergangenheit erhaltenen Zeugnissen historischer Akteure findet.24 Jede absichtlich und auch unabsichtlich hinterlassene Quelle wird durch individuelle Erfahrungen und Gedanken des Autors gefiltert und somit perspektivisch beeinflusst.25 Je nach gesellschaftlicher Stellung, nationaler oder religiöser Zugehörigkeit, Geschlecht des Autors oder der Autorin, können Berichte über ein historisches Ereignis sehr unterschiedlich sein.26 Quellen sind also kein Abbild eines historischen Ereignisses, sondern perspektivische Berichte und Überlieferungen und stellen lediglich eine Position dar.27 Nur wenn man den SchülerInnen Quellen mit verschiedenen Perspektiven präsentiert und ihnen die Möglichkeit gibt, diese gegeneinander abzuwägen, ermöglicht man ihnen eine eigene fundierte Meinungsbildung.28
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und begründet die Auswahl des deutsch-französischen Geschichtsbuchs als Forschungsgegenstand.
2. Begründung für den Einsatz von Multiperspektivität im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel definiert Multiperspektivität theoretisch und erläutert ihren Stellenwert für das historische Lernen sowie die damit verbundenen Methoden.
3. Bilingualer Geschichtsunterricht als besondere Chance für die Schulung multiperspektivischen Denkens: Es wird das Konzept des bilingualen Unterrichts als Erfolgskonzept dargestellt und sein Potential zur Förderung von Multiperspektivität kritisch hinterfragt.
4. Multiperspektivität im bilingualen Geschichtsbuch – eine Fallanalyse: In diesem Hauptteil wird das konkrete Lehrwerk anhand der Aspekte Quellen, Sprache und Arbeitsaufträge hinsichtlich der Umsetzung des multiperspektivischen Anspruchs analysiert.
5. Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bewertet kritisch, inwieweit das Lehrbuch das Potential zur Förderung von Multiperspektivität ausschöpft.
Multiperspektivität, Geschichtsunterricht, Bilingualer Unterricht, Historisches Denken, Geschichtsdidaktik, Fallanalyse, Quellenarbeit, Fremdverstehen, Interkulturelles Lernen, CLIL, Schulbuchanalyse, Nürnberger Prozesse, Historische Urteilsbildung.
Die Arbeit untersucht, inwieweit bilinguale Geschichtsbücher dazu beitragen können, Schülerinnen und Schüler zu multiperspektivischem Denken anzuleiten.
Die Arbeit behandelt die geschichtsdidaktische Theorie der Multiperspektivität, das Konzept des bilingualen Sachfachunterrichts sowie die Analyse konkreter Lehrwerksmaterialien.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob ein bilinguales Geschichtsbuch tatsächlich die in der Theorie postulierten Chancen zur Förderung einer multiperspektivischen Sichtweise im Unterricht praktisch umsetzt.
Es handelt sich um eine geschichtsdidaktische Fallanalyse eines spezifischen deutsch-französischen Lehrwerks.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie eine detaillierte Analyse eines Fallbeispiels zu den Nürnberger Prozessen, wobei Quellenmaterial, Sprache und Aufgabenstellungen untersucht werden.
Wichtige Begriffe sind Multiperspektivität, bilingualer Geschichtsunterricht, historisches Denken, Fremdverstehen und Schulbuchanalyse.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass das Potential der Multiperspektivität im untersuchten Lehrbuch durch eine weitgehend monolinguale Gestaltung und die Auswahl der Quellen nur unzureichend ausgeschöpft wird.
Die Sprache dient als Medium der Perspektivübernahme; mangelnde Authentizität der verwendeten Sprachen in den Quellen kann den gewünschten Lerneffekt und das Fremdverstehen behindern.
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