Bachelorarbeit, 2019
59 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Begriff ‚Bildung‘
3. Ursprung und Ziele des Bologna-Prozesses
4. Wilhelm von Humboldts Bildungsideal
4.1. Wilhelm von Humboldt
4.2. Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie
4.3. Die Universität nach Humboldt
5. Die gegenwärtige Situation des universitären Bildungswesens
5.1. Die Ökonomisierung der Bildung
5.2. Die Folgen des Bologna-Prozess
6. Diskussion des humboldtschen Bildungsideals im aktuellen Bezug
7. Fazit
8. Wissenschaftliche Gütekriterien
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen dem klassischen humboldtschen Bildungsideal und dem durch Ökonomisierung und den Bologna-Prozess geprägten heutigen universitären Bildungssystem. Dabei wird analysiert, inwieweit die ursprünglichen Ideale der Freiheit, Mündigkeit und Selbsttätigkeit unter den modernen Rahmenbedingungen in den Hintergrund gerückt sind.
4.2. Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie
Im Mittelpunkt von Humboldts Auffassung der Bildung des Menschen steht dessen individuelle, freie Entfaltung. Bildung soll nicht nur auf die Vorbereitung für das Handeln des Menschen in Beruf oder Staat – demnach seiner Teilnahme an Gesellschaft und Kultur – abzielen, sondern vielmehr auf den Sinn des individuellen Daseins. Humboldt zufolge soll sich dieser Sinn des individuellen Daseins auch weder auf religiöse oder politische Autoritäten noch auf gesellschaftliche oder wirtschaftliche Erfordernisse der Zeit berufen. 29 Wie Humboldt zu diesem Entschluss kam, wie er sich ideale Bildung vorstellt und welche Bedingungen er dafür als notwendig erachtet, soll im Folgenden dargestellt werden.
Humboldt beginnt seine Überlegungen mit dem Kernproblem ausdifferenzierter Wissenschaft seiner Zeit, die zwar viel Wissen produziere, ihm zufolge sich jedoch als „unnütz“ erweise und für die „Bearbeitung des Geistes unfruchtbar“ bleibe.30 Eine sich auf die Sammlung von Fakten allein konzentrierte Wissenschaft, die keinen Interpretationsraum für Spekulationen und Metaphysik zulässt, läuft Humboldt zufolge Gefahr, unkritisch und dogmatisch zu werden. Es mangelte ihr aus seiner Sicht an Allgemeingültigkeit und an der Frage nach der Bedeutung des wissenschaftlichen Fortschritts für eine moralische Verbesserung der Menschheit als solcher. Ihn interessierte vielmehr was mit dem erkennenden, handelenden und deutenden Menschen selbst geschieht, wenn er handelt, deutet und erkennt.31
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Abweichung moderner Bildungsreformen vom humboldtschen Ideal ein und definiert das Erkenntnisinteresse sowie die Struktur der Arbeit.
2. Der Begriff ‚Bildung‘: In diesem Kapitel wird der vielschichtige Begriff ‚Bildung‘ historisch hergeleitet, gegen den Erziehungsbegriff abgegrenzt und für den weiteren Verlauf der Arbeit präzisiert.
3. Ursprung und Ziele des Bologna-Prozesses: Dieses Kapitel beleuchtet die Genese der Bologna-Deklaration und die damit verbundenen Ziele einer Harmonisierung der europäischen Hochschullandschaft.
4. Wilhelm von Humboldts Bildungsideal: Hier werden die theoretischen Grundlagen Humboldts, sein Menschenbild und seine Vorstellung einer autonomen Universität detailliert dargelegt.
5. Die gegenwärtige Situation des universitären Bildungswesens: Dieses Kapitel analysiert die Einflüsse von Ökonomisierung und Bologna-Prozess, die das Studium zunehmend auf messbare Kompetenzen und Verwertbarkeit ausrichten.
6. Diskussion des humboldtschen Bildungsideals im aktuellen Bezug: Die Diskussion stellt das klassische Bildungsverständnis den modernen Tendenzen gegenüber und zeigt die kritischen Distanzierungspunkte auf.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und erörtert, ob eine Rückbesinnung auf humboldtsche Werte unter heutigen Bedingungen noch möglich ist.
8. Wissenschaftliche Gütekriterien: Hier wird die Einhaltung wissenschaftlicher Standards durch Transparenz in der Methodik und Quellenarbeit dokumentiert.
9. Literaturverzeichnis: Dies ist das Quellenverzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.
Bildung, Wilhelm von Humboldt, Bologna-Prozess, Ökonomisierung, Hochschulreform, Kompetenzorientierung, Employability, Humankapitaltheorie, Universität, Wissensmanagement, Selbstbildung, Freiheit, Lehre und Forschung, Modularisierung, Bildungsverständnis
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit der Transformation des universitären Bildungssystems auseinander und untersucht die Distanzierung von Wilhelm von Humboldts humanistischem Bildungsideal durch aktuelle Entwicklungen.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die neuhumanistische Bildungstheorie Humboldts, die Ökonomisierung der Hochschulpolitik sowie die Auswirkungen der europäischen Bologna-Reform.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem humboldtschen Ideal des selbstbestimmten Menschen und der gegenwärtigen Ausrichtung auf wirtschaftliche Verwertbarkeit und "Employability" aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der primäre Schriften Humboldts und zeitgenössische bildungstheoretische sowie bildungspolitische Sekundärliteratur vergleichend diskutiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Darstellung von Humboldts Ideal einerseits und eine kritische Analyse der ökonomischen Steuerungsmechanismen sowie der Bologna-Strukturen andererseits.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildungskritik, Ökonomisierung, Humankapital, Bologna-Prozess, Freiheit und Autonomie charakterisieren.
Die Modularisierung wird kritisch hinterfragt, da sie zu einer "Verschulung" führt, die Eigenständigkeit einschränkt und das forschende Lernen durch eine "Jagd" nach ECTS-Punkten ersetzt.
Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass zwar eine vollständige Rückkehr zum humboldtschen Ideal utopisch scheint, die Kritik daran jedoch notwendig bleibt, um eine rein utilitaristische Unterwerfung der Bildung zu verhindern.
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