Masterarbeit, 2019
60 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das selbstständige Individuum in der Gemeinschaft
3. Die Vollendung der Gemeinschaft der Glaubenden am Ende der Zeit
4. Ekklesiologische Ethik und Gottes Recht
5. Die Zukunft des Gottesreiches und ihre Vorwegnahme in der Gegenwart am Beispiel des Abendmahls
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Grundzüge der individuellen und allgemeinen Eschatologie bei Wolfhart Pannenberg, mit dem Ziel, die von ihm proklamierte Einheit beider Aspekte unter Berücksichtigung der Rolle von Geist und Zeit zu erörtern. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Pannenberg die Vollendung des Individuums und der Gemeinschaft in eine beides umfassende Eschatologie integriert und welche Bedeutung die antizipatorische Vorwegnahme des Reiches Gottes in der Gegenwart – insbesondere im Sakrament des Abendmahls – dabei einnimmt.
1. Einleitung
Die Eschatologie ist bei Pannenberg für die ganze systematische Theologie das bestimmende Element, denn dessen Inhalte, Gott und seine Herrschaft, sind für die ganze christliche Lehre zentral. Diese Wiederentdeckung der Eschatologie ist erst allmählich seit den 1960er-Jahren erfolgt. Es lässt sich im 20. Jahrhundert eine „konsequente Eschatologisierung der Theologie beobachten.“ Beispielhaft können hier neben Pannenberg auch Moltmann und Teilhard de Chardin angeführt werden. Pannenberg selbst sieht die Relevanz der Eschatologie für das Christentum wegen der Hoffnung auf die Wiederauferstehung und ein ewiges Leben als gegeben an und bezeichnet dies als ein spezifisches Charakteristikum christlichen Glaubens. Sie wird von Pannenberg am Ende des dritten Bandes seiner Systematischen Theologie behandelt.
Ein Grundproblem jeder Eschatologie ist immer schon die Verhältnisbestimmung von individueller und allgemeiner Eschatologie gewesen. Die individuelle Eschatologie meint die Vollendung des einzelnen Menschen, während die allgemeine Eschatologie die Vollendung von Menschheit und Kosmos in den Blick nimmt. Diese beiden Annahmen lassen sich nicht einfach miteinander verknüpfen, sondern aus dieser Konstellation folgen Probleme. Was geschieht in der Zeit zwischen Tod und Ende der Geschichte, wenn das Individuum erst mit dem Ende von Menschheit und Kosmos vollendet wird? Was geschieht mit dem Individuum, wenn es gleich nach dem Tod mit Jesus vereint ist, beim Eintreten des Endes von Menschheit und Kosmos?
Aus den Fragen, die von Pannenberg angeführt werden, ergibt sich die folgende grundsätzliche Problematik: Was passiert bei der (allgemeinen) Auferstehung der Toten, mit dem vor dem Ende von Menschheit und Kosmos verstorbenen Individuum? Auf dieses unvereinbare Miteinander beider Seiten der Eschatologie wurde in der Theologiegeschichte häufig verwiesen. Es werden von Pannenberg beispielhaft Friedrich Schleiermacher, Paul Althaus sowie Carl Stange aufgezählt. Die Lösung dieser bestand in der Absage einer währenden Verbundenheit mit Christus nach dem Tod oder einer Eschatologie, die von einer Vollendung am Ende der Zeit ausgeht. Beide Lösungsversuche werden von Pannenberg abgelehnt. Seine Systematische Theologie zielt darauf ab, zu zeigen, dass individuelle und allgemeine Eschatologie nicht unvereinbar nebeneinanderstehen, sondern beides zusammengehört.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die systematische Bedeutung der Eschatologie bei Pannenberg ein und problematisiert das Spannungsverhältnis zwischen individueller und allgemeiner Eschatologie.
2. Das selbstständige Individuum in der Gemeinschaft: Hier wird untersucht, wie das Individuum sich von der Gemeinschaft verselbstständigt und welche Rolle der Tod sowie das Zeitbewusstsein in diesem Prozess spielen.
3. Die Vollendung der Gemeinschaft der Glaubenden am Ende der Zeit: Dieses Kapitel erörtert die allgemeine Eschatologie als Vollendung von Menschheit und Kosmos, die untrennbar mit der individuellen Bestimmung verbunden bleibt.
4. Ekklesiologische Ethik und Gottes Recht: Hier werden ethische Schlussfolgerungen gezogen, wie das Recht Gottes in der Welt und in der Kirche als vorwegnehmendes Zeichen zur Geltung kommt.
5. Die Zukunft des Gottesreiches und ihre Vorwegnahme in der Gegenwart am Beispiel des Abendmahls: Dieses Kapitel illustriert am Abendmahl, wie die zukünftige Herrschaft Gottes bereits im Jetzt antizipiert und versöhnend wirksam wird.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass die Antizipation das zentrale Element darstellt, um die Einheit von Individuum, Gemeinschaft und Gottesreich theologisch zu halten.
Eschatologie, Wolfhart Pannenberg, Systematische Theologie, Individuelle Eschatologie, Allgemeine Eschatologie, Antizipation, Reich Gottes, Abendmahl, Heiliger Geist, Versöhnung, Gemeinschaft, Zeit, Ewigkeit, Gottes Recht, Identität
Die Arbeit analysiert die eschatologische Theologie von Wolfhart Pannenberg, insbesondere die Verschränkung von individueller und allgemeiner Eschatologie innerhalb seiner systematischen Theologie.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft, die Rolle der Zeit und Ewigkeit, die Bedeutung des Heiligen Geistes sowie die eschatologische Vorwegnahme des Reiches Gottes in der Gegenwart.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pannenberg die individuelle und allgemeine Bestimmung des Menschen in eine einheitliche, beides umfassende Eschatologie integriert und wie dieses Verständnis durch das Wirken des Geistes in der Gegenwart konkretisiert wird.
Die Arbeit nutzt eine theologiegeschichtliche und systematisch-analytische Methode, basierend auf der Primärliteratur von Pannenberg, insbesondere seinem Werk „Systematische Theologie“.
Im Hauptteil werden die Begriffe des Individuums und der Gemeinschaft, das eschatologische Gericht, die Rolle des Geistes sowie das Abendmahl als „vorwegnehmendes Zeichen“ des kommenden Reiches Gottes detailliert untersucht.
Wichtige Begriffe sind Antizipation, Eschatologie, Versöhnung, Leib Christi, Zeitmodi, Gottesrecht und die Einheit von Individuum und Gemeinschaft.
Das Abendmahl fungiert bei Pannenberg als ein zentrales, symbolhaftes Zeichen, in dem die zukünftige Gemeinschaft im Reich Gottes bereits in der Gegenwart in einer „vorwegnehmenden Weise“ aktualisiert wird.
Pannenberg sieht die politische Ordnung als einen notwendigen, wenn auch unvollkommenen Versuch an, das Recht Gottes in der menschlichen Gesellschaft durchzusetzen, wobei sie durch die Existenz der Kirche als zeichenhaftes Gegenüber relativiert wird.
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