Diplomarbeit, 2004
86 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Arbeit
2. Ausgewählte Aspekte der EU-Erweiterung
2.1 Zukünftige Erweiterungen
2.2 Abgeleitete Definition der pre-in Staaten
3. Optionen bei der Wechselkursregimewahl
3.1 Festkursregime
3.2 Zwischenformen
3.3 Flexible Regime
3.4 Empirische Betrachtung
4. Allgemeine Determinanten der Regimewahl
4.1 Trilemma der Zielauswahl
4.2 Variablen eines optimalen Währungsraumes
4.2.1 Traditionelle Ansätze
4.2.2 Kosten-Nutzen Betrachtung und Kritik
4.3 Weitere strukturelle Faktoren
4.3.1 Freier Kapitalverkehr oder Kapitalkontrolle
4.3.2 Wechselkursvolatilität und Handel
4.4 Makroökonomische Variablen
4.4.1 Inflation
4.4.2 Zinsen
4.4.3 Reservenvolumen
4.4.4 Wirtschaftswachstum
4.5 Sonstige Determinanten
4.6 Exit-Möglichkeiten bei Strategiewechsel
4.6.1 Timing des Regimewechsels
4.6.2 Ein Spezialfall: Das Currency Board
5. Spezielle Determinanten im Fall der pre-in Staaten
5.1 Der Balassa-Samuelson-Effekt
5.1.1 Theoretische Anknüpfungspunkte
5.1.2 Empirische Erkenntnisse und Herausforderungen
5.2 Auswirkungen eines hohen Dollarisierungsgrades
5.3 Der Euro als mögliches Langfristziel
5.3.1 Zielerreichung durch Zwischenschritte
5.3.2 Sofortige Euroisierung
6. Geeignete Regimewahl am Beispiel Türkei und Ukraine
6.1 Beziehungen der Staaten zur Europäischen Union
6.1.1 Historische Entwicklung im europäischen Kontext
6.1.2 Beitrittsziele der Staaten und Position der EU
6.2 Herrschende Wechselkursregime
6.3 Regimewahlimplikationen für die Türkei
6.3.1 Implikation durch ökonomische Variablen
6.3.2 Veränderung der Handelsströme durch die EU-Erweiterung
6.3.3 Euroisierung: Eine Lösung für die Türkei?
6.4 Ein geeignetes Wechselkursregime für die Ukraine
6.4.1 Implikationen durch ökonomische Variablen
6.4.2 Veränderung der Handelsströme durch die EU-Erweiterung
7. Fazit
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf die Wahl eines geeigneten Wechselkursregimes für die sogenannten "pre-in Staaten" – Länder, die langfristig eine Beitrittsperspektive zur EU haben. Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Kriterienkatalogs, der als Orientierungshilfe für diese Staaten bei der Regimewahl dient, sowie dessen praktische Anwendung anhand der Fallbeispiele Türkei und Ukraine.
1.1 Problemstellung
„If Europe were once united in the sharing of its common inheritance, there would be no limit to the happiness, to the prosperity and the glory which its three or four hundred million people would enjoy“. Diese Worte Winston Churchills in seiner berühmten Rede an die akademische Jugend 1946 in Zürich legten den Grundstein zur heutigen Europäischen Union (EU). Was damals als hehres Ziel galt, ist mit der EU-Osterweiterung Wirklichkeit geworden. Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit rund 450 Mio. Menschen. Damit ist die Entwicklung innerhalb Europas jedoch noch keinesfalls abgeschlossen. Auf der einen Seite muss sich die EU nun vor allem den institutionellen Veränderungen stellen, sowie die weitergehende Integration der neuen Mitgliedsstaaten vorantreiben. Die Länder der aktuellen Erweiterungsrunde stehen auf der anderen Seite vor der Herausforderung den Weg zum Euro erfolgreich zu bestreiten. Die aktuelle EU-Erweiterungsrunde hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Staaten innerhalb der Gemeinschaft. Durch die Verschiebung der EU-Außengrenzen bekommt die Gemeinschaft neue Nachbarn, die sich ebenso an die veränderten Gegebenheiten anpassen müssen.
Veränderungen ergeben sich dabei in allen volkswirtschaftlichen Bereichen. Bestand z. B. ein Handelabkommen zwischen einem Land der aktuellen EU-Osterweiterung und einem neuen Nachbarstaat, so ist dieses nach dem Beitritt hinfällig. Aber auch die neuen Bestimmungen an den Grenzen der zehn neuen Staaten werden Auswirkungen auf den Personen- und Güterverkehr haben. Des Weiteren werden die neuen Anrainerstaaten eine Zunahme des Handels mit der EU allein schon dadurch verzeichnen, dass sich langjährige Handelspartner nun innerhalb der Gemeinschaft wiederfinden. Sobald die zehn neuen Erweiterungsländer in die Eurozone aufgenommen sind und damit den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt haben, wird der Euro damit noch bedeutsamer für die neuen Nachbarstaaten. Dies zeigt, dass die EU-Erweiterung wichtige Implikationen in Bezug auf ein geeignetes Wechselkursregime für die neuen EU-Außenstaaten in sich bergen kann.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der EU-Osterweiterung und Definition der Forschungsfrage bezüglich der Wechselkursregimewahl für die pre-in Staaten.
2. Ausgewählte Aspekte der EU-Erweiterung: Überblick über historische Erweiterungsrunden und Kategorisierung potenzieller zukünftiger Beitrittskandidaten.
3. Optionen bei der Wechselkursregimewahl: Darstellung der verschiedenen Wechselkursregime, vom festen Kurs bis zum flexiblen Floating, und deren Klassifizierung.
4. Allgemeine Determinanten der Regimewahl: Analyse theoretischer Grundlagen wie dem Trilemma der Zielauswahl, optimalen Währungsräumen und makroökonomischen Variablen.
5. Spezielle Determinanten im Fall der pre-in Staaten: Untersuchung länderspezifischer Herausforderungen wie dem Balassa-Samuelson-Effekt, Dollarisierung und der Euroisierung.
6. Geeignete Regimewahl am Beispiel Türkei und Ukraine: Praktische Anwendung des Kriterienkatalogs auf die Türkei und die Ukraine unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Lage.
7. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die währungspolitischen Herausforderungen für die pre-in Staaten.
Wechselkursregime, EU-Erweiterung, pre-in Staaten, Trilemma, Balassa-Samuelson-Effekt, Dollarisierung, Euroisierung, Geldpolitik, Währungsunion, Currency Board, Makroökonomik, Türkei, Ukraine, Wirtschaftsraum, Preisstabilität
Die Arbeit untersucht die währungspolitischen Herausforderungen für Länder, die perspektivisch einen EU-Beitritt anstreben, insbesondere im Hinblick auf die Wahl eines geeigneten Wechselkursregimes.
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die Theorie der Wechselkursregime, die Auswirkungen von Kapitalmobilität und Handelsströmen sowie die spezifische Rolle der EU-Osterweiterung auf die pre-in Staaten.
Das Ziel ist die Erstellung eines Kriterienkatalogs, der als Analyseinstrument dient, um die Eignung verschiedener Wechselkursregime für Länder wie die Türkei und die Ukraine zu bewerten.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung auf Basis ökonomischer Modelle (wie dem optimalen Währungsraum) sowie eine vergleichende empirische Analyse von Länderdaten und Handelsströmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erarbeitung allgemeiner Determinanten der Regimewahl und deren Anwendung auf spezifische Bedingungen der pre-in Staaten, abgerundet durch die Fallstudien.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wechselkursregime, Balassa-Samuelson-Effekt, Dollarisierung, Geldpolitik und Währungsstabilität charakterisiert.
Ein hoher Dollarisierungsgrad erhöht bei flexiblen Wechselkursen das Risiko einer massiven Abwertung, was die Last von in Fremdwährung denominierten Schulden verschärfen kann.
Die Türkei dient als prominentes Beispiel für ein Land, das trotz Zollunion vor der Herausforderung steht, sein Wechselkursregime unter hohen Inflations- und Schuldenlasten zu optimieren.
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