Bachelorarbeit, 2019
71 Seiten, Note: 1.7
ZUSAMMENFASSUNG
1. EINLEITUNG
2. THEORIE
2.1. Geschlechterstereotype
2.1.1. Stereotype / Geschlechterstereotype
2.1.2. Funktionen der Stereotype
2.1.3. Entwicklung von Geschlechterstereotype
2.1.4. Inhalte von Geschlechterstereotypen
2.1.5. Theoretische Modelle der Geschlechterstereotype
2.1.5.1. Theorie der sozialen Rollen (nach Eagly)
2.1.5.2. Stereotypinhaltsmodell (nach Fiske)
2.2. MINT Bereich
2.2.1. MINT Bereich in der Berufswelt
2.2.2. Geschlechterdifferenzierung in MINT
2.2.3. Geschlechterstereotype und MINT
2.3. Forschungsrichtung
2.3.1. Hypothesen
3. METHODE
3.1. Ein- und Ausschlusskriterien für Literatur
3.2. Vorgehen bei der Literaturrecherche
3.3. Einbezogene Quellen
4. ERGEBNISSE
4.1. Ergebnisse Hypothese 1
4.2. Ergebnisse Hypothese 2
4.3. Ergebnisse Hypothese 3
5. DISKUSSION
5.1. Ergebnisse zum Review
5.2. Fazit und Ausblick
5.3. Methodische Schwächen und Grenzen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch, welche vermittelnden Instanzen – insbesondere Lehrer und Eltern – Geschlechterstereotype im schulischen MINT-Bereich beeinflussen und wie sich diese auf die Leistungen sowie das Selbstkonzept von Schülern auswirken. Ziel ist es, die Gründe für die anhaltende Unterrepräsentanz von Frauen in MINT-Fächern durch die Analyse empirischer Primärstudien zu ergründen und theoretische sowie praktische Implikationen für die Bildungsforschung abzuleiten.
2.1.2. Funktionen der Stereotype
Auch wenn Geschlechterstereotype vielfach im gleichen Atemzug mit Vorurteilen und Benachteiligungen genannt werden, so ist sich die Wissenschaft über Funktionsweisen von Geschlechterstereotypen weitestgehend einig. Als kognitive Schemata vereinfachen Stereotype soziale Informationsverarbeitung und werden als Urteilsheuristiken verwendet (Athenstaedt & Alfermann, 2011). Im Alltag werden Menschen mit einer Fülle an Umgebungseinflüssen und Informationen konfrontiert, die innerhalb von Sekunden aufgenommen und verarbeitet werden. Da der Mensch nur begrenzte kognitive Fähigkeiten besitzt, bedient er sich mentalen Ordnungssystemen, welche über Informationsverarbeitungsprozesse generiert werden. Diese automatischen Prozesse sind unbewusst, unkontrolliert und in aller Regel nicht intendiert (Leyens & Codol, 1990) und ermöglichen eine Reduzierung und Strukturierung der Komplexität der Welt. Nach dem „Prinzip der geringsten Anstrengung“ (Allport, 1954) helfen uns Stereotype dabei, damit wir uns im täglichen Leben zurechtzufinden (Hamilton & Sherman, 1994). Letztlich vereinfachen Stereotype nicht nur die soziale Wahrnehmung, sie können ebenfalls gesellschaftlich systemische Praktiken (wie Ablehnung bestimmter Gruppen) und Statusunterschiede zwischen Gruppen legitimieren (Jost & Banaji, 1994), wodurch sie zu Rationalisierungen von Gruppenunterschieden beitragen (Allport, 1954). Durch Stereotype wird dadurch ermöglicht, existierende Strukturen in einem sozialen System zu rechtfertigen (Hoffman & Hurst, 1990).
Eine differenziertere Darstellung zu Funktionen findet man bei Eckes (2008). Er geht davon aus, dass die Nützlichkeit von Geschlechterstereotypen abhängig von dem Grad ist, in dem sie folgende Funktionen für das Individuum erfüllen: (a) Ökonomie: Maximierung von Informationsgehalt bei Minimierung des kognitiven Aufwandes, (b) Inferenz: Reduktion der Unsicherheit durch Schlüsse auf nicht direkt beobachtbare Merkmale (darunter auch Erklärungen, Vorhersagen und Verallgemeinerungen), (c) Kommunikation: sprachliche wie nichtsprachliche Verständigung zwischen Menschen, (d) Identifikation: Selbstkategorisierung mit dem Ziel eines kohärenten Selbstkonzepts, und (e) Evaluation: Bewertung von Eigengruppen (d.h. Gruppen, zu denen sich ein Individuum selber zählt) und ihren Merkmalen in Relation zu Fremdgruppen.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentanz von Frauen in MINT-Fächern und die Relevanz geschlechtsspezifischer Rollenerwartungen für den Berufsfindungsprozess.
2. THEORIE: Dieses Kapitel definiert Geschlechterstereotype, ihre Funktionen und Entwicklungsstufen sowie relevante theoretische Modelle wie das Stereotypinhaltsmodell.
3. METHODE: Die methodische Vorgehensweise des systematischen Reviews wird dargelegt, einschließlich der Ein- und Ausschlusskriterien für die 21 ausgewählten empirischen Primärstudien.
4. ERGEBNISSE: In diesem Kapitel werden die empirischen Befunde zu den drei aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Lehrer-, Eltern- und Selbstkonzept-Einflüssen detailliert dargestellt.
5. DISKUSSION: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, methodische Grenzen aufgezeigt und Implikationen für zukünftige Forschungsansätze und Interventionen formuliert.
Geschlechterstereotype, MINT-Bereich, Lehrererwartungen, Elternerwartungen, Selbstkonzept, Mathematikunterricht, Stereotype Threat, Pygmalion-Effekt, Sozialisation, Berufsfindung, Gender Gap, Selbstwirksamkeit, Rollenidentität, Informatik, Bildungsforschung.
Die Arbeit untersucht, wie Geschlechterstereotype die berufliche Orientierung von Mädchen und Frauen im MINT-Bereich beeinflussen und welche soziale Instanzen dabei als Vermittler fungieren.
Im Fokus stehen die Rolle von Lehrern, Eltern und das individuelle Selbstkonzept von Schülern in Bezug auf die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
Das Ziel ist die systematische Erforschung der Einflussfaktoren, die zur Aufrechterhaltung von Geschlechterstereotypen in MINT-Fächern führen und wie diese zu einer geschlechtsspezifischen Berufswahl beitragen.
Es handelt sich um ein systematisches Review, welches 21 empirische Primärstudien aus den letzten 15 Jahren analysiert und interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die methodische Recherche sowie die detaillierte Ergebnispräsentation bezüglich der Lehrererwartungen, elterlichen Einflüsse und der Auswirkungen auf das Selbstkonzept.
Zentrale Begriffe sind Geschlechterstereotype, MINT-Bereich, Lehrererwartungen, Stereotype Threat und das Selbstkonzept von Schülerinnen.
Die Studien belegen, dass Lehrer durch ihre Erwartungshaltung (Pygmalion-/Golem-Effekt) die Leistungen und das Interesse von Schülern in MINT-Fächern signifikant beeinflussen können, oft unbewusst durch geschlechtsspezifische Vorurteile.
Eltern beeinflussen durch ihre eigenen Geschlechterstereotype und das Maß an aufdringlicher Unterstützung bei Hausaufgaben maßgeblich die Selbstwirksamkeit und das mathematische Interesse ihrer Kinder, insbesondere bei Töchtern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

