Bachelorarbeit, 2013
38 Seiten, Note: 1,0
1 Paradoxien
1.1 Paradoxien - Ursachen und Lösungsstrategien
1.2 Paradoxien in der Stochastik
2 Münzparadoxa
2.1 Das Paradoxon der Münzmuster
2.1.1 Formulierung des Paradoxons
2.1.2 Mathematische Grundlagen
2.1.3 Mathematische Erklärung des Paradoxons
2.1.4 Auflösung des Paradoxons
2.1.5 Erwartungswerte bei n-gliedrigen Mustern
2.1.6 Bemerkungen
2.2 Die Anwendung des Conway-Algorithmus’ am Beispiel eines unfairen Spiels
2.2.1 Das Paradoxon des scheinbar fairen Spiels
2.2.2 Der Conway-Algorithmus
2.2.3 Ist das Spiel fair? - Auflösung des Paradoxons
3 Das Paradoxon des Auswählens - Das Sekretärinnenproblem
3.1 Formulierung des Problems
3.2 Mathematische Grundlagen
3.3 Mathematische Lösung des Problems
3.4 Ausblick
Die Bachelorarbeit analysiert ausgewählte Paradoxien der Stochastik, um auf grundlegende Denkfehler aufmerksam zu machen, deren Ursachen zu identifizieren und mathematisch aufzulösen. Dabei steht die Untersuchung von Münzparadoxa sowie des Sekretärinnenproblems im Vordergrund, um aufzuzeigen, wie scheinbare Widersprüche zwischen Intuition und mathematischer Realität durch präzise Modellbildung und stochastische Verfahren aufgelöst werden können.
2.1.3 Mathematische Erklärung des Paradoxons
Zweigliedrige Muster: Eine ideale Münze wird wieder so lange geworfen, bis sich nacheinander entweder das Muster KK oder KW ergibt. Offensichtlich ist P(KK vor KW) = P(KW vor KK) = 1/2, da man nach einem K-Wurf mit derselben Wahrscheinlichkeit von jeweils 1/2 ein K wie auch ein W erhält. Trotz dieser Tatsache sind jedoch im Durchschnitt mehr Würfe für KK notwendig als für KW :
1. E(KW): Bei dem Muster KW hilft eine ganz simple Überlegung: Das Ereignis „zum ersten Mal KW“ tritt genau dann ein, wenn nach dem ersten auftretenden K erstmalig ein W folgt: . . . K]. . . KW]. Also heißt „warten auf KW“ nichts anderes, als „warten auf das erste K und dann warten auf das erste W“: Gesamtwartezeit auf KW(=Z) = Summe der Teilwartezeiten K(=X) bzw. W(=Y): ⇒ Z = X + Y. Wir benutzen den Erwartungswert der geometrischen Verteilung: E(X) = 1/p ⇒ E(KW) = E(Z) = E(X + Y ) = E(X) + E(Y ) = 1/(1/2) + 1/(1/2) = 2 + 2 = 4.
2. E(KK): Sei MK := E(KK|K) der Erwartungswert der benötigten Wurfanzahl für KK unter der Bedingung, dass der 1. Wurf K ergab. Analog sei MW := E(KK|W) definiert. Dann gilt folgende Beziehung zwischen den bedingten Erwartungswerten MK und MW : MK = 1 + 1 · 1/2 + MW · 1/2 und MW = 1 + MK · 1/2 + MW · 1/2.
1 Paradoxien: Einführung in den Begriff der Paradoxie, Abgrenzung zu Aporie und Antinomie sowie Darstellung der Ursachen und Lösungsstrategien für logische Widersprüche.
2 Münzparadoxa: Untersuchung von Wahrscheinlichkeitsunterschieden bei Münzmustern und Anwendung des Conway-Algorithmus zur Lösung fairer beziehungsweise unfairer Spielsituationen.
3 Das Paradoxon des Auswählens - Das Sekretärinnenproblem: Mathematische Analyse einer optimalen Auswahlstrategie bei sequenziellen Entscheidungen unter Verwendung von Martingaltheorie und Stoppregeln.
Stochastik, Paradoxon, Münzparadoxon, Conway-Algorithmus, Sekretärinnenproblem, Erwartungswert, Wahrscheinlichkeit, Martingaltheorie, Stoppregel, Bernoulli-Versuch, Spieltheorie, mathematische Modellierung, Wahrscheinlichkeitsraum, Aporie, logische Widersprüche
Die Arbeit befasst sich mit dem Auftreten von Paradoxien im Bereich der Stochastik, bei denen mathematische Berechnungen im Widerspruch zum Alltagsverstand stehen.
Die Schwerpunkte liegen auf Münzparadoxa und dem sogenannten Sekretärinnenproblem sowie der mathematischen Auflösung dieser Phänomene.
Das Ziel ist es, auf verbreitete Denkfehler aufmerksam zu machen, deren Ursachen zu ergründen und durch exakte mathematische Analysen aufzulösen.
Es werden insbesondere bedingte Erwartungswerte, der Satz vom totalen Erwartungswert, der Conway-Algorithmus sowie die Martingaltheorie zur mathematischen Herleitung verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die mathematische Erklärung von Münzmuster-Paradoxen, die Anwendung des Conway-Algorithmus' auf Spiele und die Herleitung einer optimalen Stoppregel beim Sekretärinnenproblem.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Stochastik, Paradoxon, Erwartungswert, Conway-Algorithmus, Sekretärinnenproblem und Martingaltheorie.
Das Problem lässt sich durch eine Stoppregel lösen, bei der man zunächst etwa 37 % (1/e) der Bewerberinnen als Referenz ablehnt und dann die nächste Kandidatin wählt, die besser ist als alle bisher gesehenen.
Das Paradoxon entsteht, weil der Erwartungswert der nötigen Würfe für ein Muster nicht identisch mit der Wahrscheinlichkeit für sein früheres Eintreten vor einem anderen Muster ist.
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