Magisterarbeit, 2019
164 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
1.1. ERKENNTNISINTERESSE
1.2. FORSCHUNGSLEITENDE FRAGESTELLUNGEN
1.3. AUFBAU DER ARBEIT
2. GESUNDHEIT UND GESUNDHEITSKOMMUNIKATION
2.1. GESUNDHEIT
2.2. GESUNDHEITSKOMMUNIKATION
3. MEDIENFORSCHUNG
3.1. SYMBOLISCHER INTERAKTIONISMUS
3.2. MEDIENNUTZUNG
3.2.1. Der Uses- and Gratification-Approach
3.2.2. Der handlungstheoretische Nutzenansatz
3.2.3. Der Information-Utility-Ansatz
4. INFORMATION UND UNTERHALTUNG
4.1. INFORMATION
4.2. UNTERHALTUNG
4.3. DAS ZUSAMMENSPIEL
4.4. ENTERTAINMENT EDUCATION
5. DAS SERIENGENRE ARZT-/KRANKENHAUSSERIE
5.1. DEFINITIONEN UND MERKMALE
5.2. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG VON ARZT-/KRANKENHAUSSERIEN
5.3. DIE KRANKENHAUSSERIE „CHARITÉ“
5.4. EINFLUSS VON ARZT-/KRANKENHAUSSERIEN AUF DIE REZIPIENTINNEN
6. ROLLENVERSTÄNDNIS UND ROLLENFLEXIBILITÄT
6.1. DIE ROLLE ALLGEMEIN
6.2. DIE ROLLE DES ARZTES/ DER ÄRZTIN IN DER REALITÄT
6.3. DIE ROLLE DES ARZTES/ DER ÄRZTIN IN DER SERIE
7. DIE VERWISSENSCHAFTLICHUNG DER MEDIZIN
8. METHODIK
8.1. ERHEBUNGSMETHODEN
8.2. DATENERHEBUNGSINSTRUMENT GRUPPENDISKUSSION
8.2.1. Definition und Anwendungsbereiche
8.2.2. Vorteile und Nachteile einer Gruppendiskussion
8.2.3. Die Gruppe
8.2.4. Ablauf und Leitfaden
8.2.5. Datenerfassung und Transkription
8.3. DATENERHEBUNGSINSTRUMENT FRAGEBOGEN
8.4. UNTERSUCHUNGSDESIGN
8.4.1. Wahl der Methode
8.4.2. Konzeption der Gruppendiskussion
8.4.3. Ablauf und Leitfaden
8.4.4. Wahl des Filmmaterials
8.4.5. Konzeption des Fragebogens
8.5. AUSWERTUNGSVERFAHREN
8.5.1. Gruppendiskussionen
8.6. SAMPLEBESCHREIBUNG
8.6.1. Rekrutierung der ProbandInnen
8.6.2. Sample
9. ERGEBNISSE
9.1. DESKRIPTIVSTATISTISCHE ERGEBNISSE
9.1.1. Informationsverhalten
9.1.2. Nutzung von Krankenhausserien + Charité
9.1.3. ÄrztInnenbild
9.1.4. Gesundheitsvorsorge
9.1.5. Geschlechtsrollenverständnis
9.2. AUSWERTUNG DER GRUPPENDISKUSSION
9.3. HYPOTHESEN
10. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
11. LITERATURVERZEICHNIS
Das Hauptziel dieser Magisterarbeit ist die Untersuchung der Unterschiede im Rezeptionsverhalten von Krankenhausserien (am Beispiel von „Charité“) zwischen MedizinerInnen und Nicht-MedizinerInnen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf Differenzen im Gesundheits- und Informationsverhalten, der Wahrnehmung von Rollenbildern sowie der Einschätzung von Schul- und Alternativmedizin.
3.1. Symbolischer Interaktionismus
Die soziologische Schule des symbolischen Interaktionismus wurde vormerklich von George Herbert Mead, Herbert Blumer, Erving Goffman geprägt. Mead hob die aktive Rolle heraus, die der Mensch bei der Gestaltung seiner Umwelt und seines Lebens hat. Man spricht hier vom interpretativen Paradigma der Soziologie, das besagt, dass die Bedeutung jeder Rolle davon abhängig ist, wie gewisse Situationen vom Individuum eingeschätzt werden. Durch diese Interpretation und die Kommunikation mit anderen Involvierten kommt es zu einer gemeinsam definierten Situation (vgl. Abels 1998: 39f.).
Der Symbolische Interaktionismus geht also davon aus, dass nicht nur objektive Gegebenheiten das individuelle Verhalten beeinflussen, sondern vielmehr die persönliche Wahrnehmung und Bedeutungszuschreibung. Diese Bedeutungen werden mithilfe von Symbolen, wie zum Beispiel Gestik, Mimik und Worten, aber auch durch Kleidung ausgedrückt. Diese Symbole werden von Kommunikator- als auch Empfängerseite verstanden, da die Bedeutung dieser erlernt wurde. Der Raum, den diese Symbole bilden, lässt unsere Identität dadurch entstehen, dass wir wahrnehmen, wie andere Individuen auf uns reagieren, oder was sie von uns wollen. Je nachdem, was andere Personen, oder aber Situationen von einem Subjekt erwarten beziehungsweise abverlangen, schlüpft dieses in eine bestimmte Rolle (vgl. Keller 2012, 83ff.).
In vorliegender Arbeit lässt sich der symbolische Interaktionismus auf verschiedenen Ebenen anwenden. So werden beispielsweise die Geschlechterrollen im medizinischen Beruf diskutiert. Im Zusammenhang mit Hierarchie ist das „Spielen einer Rolle“ ebenfalls ein zentraler Punkt.
Für das Gruppendiskussionsverfahren, das auch im Zuge dieser wissenschaftlichen Arbeit angewandt wird, ist der Symbolische Interaktionismus die Basis. Blumer (1973: 134) formulierte folgende wichtige Aussage:
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in das Thema Entertainment-Education ein und stellt das Erkenntnisinteresse sowie die Forschungsfragen der Arbeit vor.
2. GESUNDHEIT UND GESUNDHEITSKOMMUNIKATION: Hier werden theoretische Grundlagen des Gesundheitsbegriffs und der Gesundheitskommunikation erarbeitet.
3. MEDIENFORSCHUNG: Dieses Kapitel beleuchtet kommunikationstheoretische Ansätze wie den symbolischen Interaktionismus und verschiedene Modelle der Mediennutzung.
4. INFORMATION UND UNTERHALTUNG: Der Fokus liegt auf der Verknüpfung von Information und Unterhaltung sowie der Strategie des Entertainment-Education.
5. DAS SERIENGENRE ARZT-/KRANKENHAUSSERIE: Es wird die historische Entwicklung und die spezifische Bedeutung des Genres anhand der Serie „Charité“ untersucht.
6. ROLLENVERSTÄNDNIS UND ROLLENFLEXIBILITÄT: Dieses Kapitel analysiert das Rollenkonzept von ÄrztInnen in der Realität und in Fernsehserien.
7. DIE VERWISSENSCHAFTLICHUNG DER MEDIZIN: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Schulmedizin im Kontrast zu komplementären Heilmethoden.
8. METHODIK: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign, bestehend aus Gruppendiskussionen und Fragebögen, sowie die Auswertungsmethode nach Mayring.
9. ERGEBNISSE: Darstellung der deskriptivstatistischen Ergebnisse und der inhaltlichen Gruppendiskussionen.
10. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Tendenzen der Ergebnisse.
Gesundheitskommunikation, Entertainment-Education, Krankenhausserie, Charité, MedizinerInnen, Nicht-MedizinerInnen, Arztbild, Rollenverständnis, Schulmedizin, Alternativmedizin, Gruppendiskussion, Mediennutzung, Arztrolle, Gesundheitsvorsorge, Geschlechterrollen
Die Arbeit untersucht, wie MedizinerInnen und Nicht-MedizinerInnen Krankenhausserien rezipieren und welche Unterschiede sich dabei im Hinblick auf ihr Gesundheitsverständnis und ihre Einstellung zum Arztberuf zeigen.
Die Themenfelder umfassen Gesundheitskommunikation, die Wirkung von Medien, die soziale Rolle von ÄrztInnen, das Genre der Krankenhausserie sowie die Abgrenzung von Schulmedizin und Alternativmedizin.
Ziel ist es, Unterschiede in der Informationssuche und der Bewertung von ÄrztInnenrollen zwischen medizinisch vorgebildeten Personen und Laien herauszuarbeiten.
Die Autorin verwendet ein mixed-methods-Design: eine leitfadengestützte Gruppendiskussion (ausgewertet nach Mayring) wird durch einen standardisierten Fragebogen ergänzt.
Der Hauptteil analysiert theoretische Rahmenbedingungen, die Genre-Geschichte der Ärzteserie, das Rollenverständnis in der Medizin und die empirische Untersuchung zur Wahrnehmung der Serie „Charité“.
Kernbegriffe sind Gesundheitskommunikation, Entertainment-Education, Arztrolle, Rollenflexibilität und das Spannungsfeld zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin.
Die Serie eignet sich besonders gut, da sie einen historischen Kontext bietet, der das Aufeinandertreffen von traditioneller Pflege und moderner wissenschaftlicher Medizin thematisiert.
Die Studie untersucht, wie traditionelle und flexible Rollenbilder in der Medizin wahrgenommen werden und ob geschlechtsspezifische Benachteiligungen im ÄrztInnenberuf heute noch eine Rolle spielen.
Die Gruppendiskussion zeigt, dass sowohl MedizinerInnen als auch Laien meist eine hybride Form begrüßen, wobei ÄrztInnen jedoch deutlich skeptischer gegenüber schlecht erforschten Alternativmethoden sind.
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede: Während MedizinerInnen das Internet zur Recherche nutzen und kritisch prüfen können, bewerten Nicht-MedizinerInnen die Zuverlässigkeit der Internetinformationen deutlich anders.
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