Diplomarbeit, 2018
33 Seiten, Note: 1
Einleitung
1.Elfriede Jelinek – Leben und Werk
1.1 Lebensweise
1.2 Werk
1.3 „Klavierspielerin”- biographische Hintergründe
2. Das Frauenbild- feministische und psychologische Konzepte
2.1 Mutter
2.2. Tochter
3. Mutter und Tochter zwischen Macht und Symbiose
3.1. Erziehung zu Hause
3.2. Erikas Außenwelt
3.3. Dominanz der Mutter
3.4. Erika und Walter Klemmer
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die hochgradig problematische Mutter-Tochter-Beziehung im Roman „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek. Ziel ist es, die destruktive Dynamik zwischen Macht, Symbiose und Unterdrückung sowie deren Auswirkungen auf die Identitätsentwicklung der Protagonistin Erika Kohut durch eine feministische und psychologische Analyse zu durchleuchten.
3.1. Erziehung zu Hause
Erika kam zur Welt, weil ihre Mutter Sehnsucht vor vielen Jahren hatte. „Bei ihr vor vielen Jahren, ebenfalls in diesem Bett, Begierde zur hl. Mutterschaft geführt, und die Begierde wurde beendet, sobald dieses Ziel erreicht war. Ein einziger Erguss tötete Begierde und schuf Raum für die Tochter; …“
Erika Kohut ist Klavierlehrerin. Sie ist 36 Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter, die ihr Leben bestimmt. Seitdem ihr Vater in eine psychiatrische Klinik untergebracht wurde, teilt Erika sogar das Ehebett mit der Mutter. Erika war kein traumhaftes Kind. Als ihre Mutter schwanger war, plante sie schon die Zukunft für ihr Kind. Sie wollte, dass Erika die bekannteste Klavierspielerin wird. Sie kann einfach kein eigenständiges Leben führen. Ihr Leben bestimmt Arbeit im Konservatorium und mütterliche Wohnung.
Erika lebt immer mit ihrer Mutter, die die Tochter nur für sich haben will, die alte Frau Kohut will sie niemandem geben. Erika hat auch keine Gefühle. Verantwortlich dafür sind natürlich ihre Eltern, die ihr in der Kindheit keine Gefühle geschenkt haben. Erika kam zur Welt, weil ihre Mutter Sehnsucht vor vielen Jahren hatte. „Bei ihr vor vielen Jahren, ebenfalls in diesem Bett, Begierde zur hl. Mutterschaft geführt, und die Begierde wurde beendet, sobald dieses Ziel erreicht war. Ein einziger Erguss tötete Begierde und schuf Raum für die Tochter; …“
Erika Kohut lebt in der Welt, die ihr die Mutter und die Arbeit bestimmt. Was die Mutter-Tochter-Beziehung betrifft, kann man sehr deutlich merken, dass sie sehr stark ist. Die Mutter und ihre Erziehungsmethode beinflusst Erikas Leben schon seit der Kindheit. „Du Luder, du Luder, brüllt Erika wütend die ihr übergeordnete Instanz an und verkrallt sich in ihrer Mutter dunkelblond gefärbten Haaren, die an den Wurzeln grau nachstossen. …Die Tochter kehrt zurück und weint bereits vor Aufregung. Sie beschimpft die Mutter als gemeine Kanaille, wobei sie hofft, dass die Mutter sich gleich mit ihr versöhnen wird.“
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die allgemeine Problematik der Mutter-Tochter-Beziehung und führt den Roman „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek als zentrales Fallbeispiel ein.
1.Elfriede Jelinek – Leben und Werk: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Leben der Autorin und die zentralen Themen ihres literarischen Schaffens.
2. Das Frauenbild- feministische und psychologische Konzepte: Hier werden theoretische Grundlagen zum Feminismus und zur Rolle der Frau in der Gesellschaft erarbeitet.
3. Mutter und Tochter zwischen Macht und Symbiose: Das Kapitel analysiert die spezifische, machtvolle und symbiotische Beziehung im Roman sowie die Einzelschicksale der Protagonistinnen.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Analyseergebnisse hinsichtlich der destruktiven Mutter-Tochter-Dynamik und der patriarchalen Strukturen.
Elfriede Jelinek, Die Klavierspielerin, Mutter-Tochter-Beziehung, Emanzipation, Feminismus, Gender Studies, Macht, Unterdrückung, Identität, Psychologie, Symbiose, Patriarchat, Gewalt, Erika Kohut, Literaturanalyse
Die Arbeit untersucht die problematische Mutter-Tochter-Beziehung im Roman „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek.
Die zentralen Themen sind Machtverhältnisse, weibliche Identitätsfindung, patriarchale Strukturen und psychische Gewalt.
Das Ziel ist die Analyse der destruktiven Mutter-Tochter-Dynamik und deren Auswirkungen auf die Hauptfigur Erika Kohut.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch feministische und psychologische Konzepte ergänzt wird.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Untersuchung des Frauenbildes, der Machtstrukturen im Roman und der Interaktion zwischen Erika und ihrer Mutter sowie Walter Klemmer.
Zu den Schlüsselwörtern gehören unter anderem Elfriede Jelinek, Macht, Unterdrückung, Symbiose und Gender Studies.
Obwohl der Vater verstorben bzw. in einer Klinik untergebracht ist, dient die Mutter als Ersatzinstanz, die die patriarchalische Unterdrückung innerhalb der Wohnung weiterführt.
Das masochistische Verhalten wird als Flucht und Reaktion auf die jahrelange emotionale Unterdrückung und die Unfähigkeit, eigene Bedürfnisse und Sexualität selbstbestimmt zu leben, interpretiert.
Die Beziehung wird nicht als partnerschaftlich, sondern als eine Form der Entfremdung und totalen Beherrschung dargestellt, die eine gesunde Identitätsentwicklung verhindert.
Der Nachname ist laut Autorin kein Zufall, da er auf das tschechische Wort für „Hahn“ anspielt, was die kämpferische und dominante Natur der Mutter symbolisiert.
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