Magisterarbeit, 2016
165 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Vorstellung
2.1.1 Fulcher von Chartres
2.1.2 Ekkehard von Aura
2.1.3 Albert von Aachen
2.1.4 Wilhelm von Tyrus
2.1.5. Die anonyme „Gesta Francorum“
2.1.6 Robert der Mönch bzw. Robert von Reims
2.1.7 Guibert von Nogent
2.1.8 Anna Komnena
2.2 Vergleich
2.3 Auswertung
3. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und den Einfluss von Peter von Amiens auf den Beginn und den Verlauf des Ersten Kreuzzugs, basierend auf einer vergleichenden Analyse verschiedener Chroniken des 12. Jahrhunderts. Ziel ist es, die Diskrepanzen in der historischen Darstellung der Figur Peters aufzuarbeiten, die Motivation der verschiedenen Chronisten zu hinterfragen und einen historischen Kern hinsichtlich seines tatsächlichen Beitrags zur Kreuzzugsbewegung zu isolieren.
2.1.1 Fulcher von Chartres - a) Der Chronist
Fulcher von Chartres war ein Chronist des Ersten Kreuzzuges, der Gründung und Frühzeit des Königreiches von Jerusalem. Er kam im Jahre 1059 vermutlich in Chartres auf die Welt und genoss an der gleichnamigen berühmten Kathedralschule von Chartres eine Ausbildung zum Priester. Er soll begeistert auf Urbans Predigt eines Kreuzzuges reagiert haben, gleichwohl ist fragwürdig und nicht geklärt, ob Fulcher tatsächlich in Begleitung des Bischof Ivo von Chartres am Konzil von Clermont im November 1095 teilgenommen hat. Im Oktober 1096 schloss er sich der Kreuzzugsidee an und begleitete Stephan von Blois. Dessen Armee verbrachte den Winter in Süditalien, wandte sich Richtung Konstantinopel, Istanbul in der heutigen Türkei, und stieß Richtung Kleinasien vor.
Ein Jahr später, Oktober 1097, wurde Fulcher persönlicher Kaplan von Balduin von Boulogne und verblieb in dieser Position bis zum Tod des späteren Königs Balduin I. im Jahr 1118. Durch seine enge Bindung mit Balduin verbrachte er viel Zeit in Edessa und dessen Umgebung. Daher war er kein Augenzeuge vom Tross Peters und im späteren Verlauf nicht während der Belagerung von Antiochia und Jerusalem anwesend, welche er mit Hilfe der Aufzeichnungen von Raymond von Aguilers und der anonymen „Gesta Francorum“ beschreibt. Dafür konnte er aus eigener Erfahrung berichten, wie Balduin an die Macht in Edessa kam.
Als Balduin im Herbst 1100 nach Jerusalem zog, um als König die Nachfolge seines Bruders Gottfried von Bouillon anzutreten, ging Fulcher mit ihm und blieb am Hof des Königreiches als sein Kaplan. Er nahm die Position eines Kanonikers der Grabeskirche an und wurde möglicherweise vom Jahr 1114 an vom Patriarchen Arnulf mit der augustinischen Reform des Konvents betraut. Fulchers enger Kontakt zum Königshaus und seine jahrelange Bindung zu den Kreuzfahrerstaaten machen seine unter dem Titel „Historia Hierosolymitana“ überlieferten Aufzeichnungen zu einer wichtigen Quelle, da er sich als sorgfältiger und selbstständig urteilender Berichterstatter erweist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Rolle von Peter von Amiens sowie die methodische Vorgehensweise anhand einer Auswahl von acht Chroniken.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der ausgewählten Chronisten und ihrer Werke, den anschließenden Vergleich ihrer Berichte und die abschließende Auswertung der Erkenntnisse.
2.1 Vorstellung: In diesem Kapitel werden die acht ausgewählten Chronisten und ihre Werke einzeln vorgestellt und auf ihren Bezug zu Peter von Amiens hin untersucht.
2.2 Vergleich: Dieses Kapitel stellt die Quellenaussagen der untersuchten Chroniken einander gegenüber, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung von Peter von Amiens aufzuzeigen.
2.3 Auswertung: Die Auswertung analysiert die unterschiedlichen Beurteilungen der Person Peter von Amiens und hinterfragt die Faktoren, die zu den abweichenden Darstellungen in der Chronistik führten.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und zieht ein Fazit zur Bedeutung Peter von Amiens als Initiator des Ersten Kreuzzugs.
Peter von Amiens, Erster Kreuzzug, Chronistik, 12. Jahrhundert, Kreuzzugsforschung, Papst Urban II., Konzil von Clermont, Fulcher von Chartres, Albert von Aachen, Wilhelm von Tyrus, Gesta Francorum, Historiographie, Kreuzzugsidee, Jerusalem, Mittelalter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und dem Einfluss von Peter von Amiens auf den Beginn und den Verlauf des Ersten Kreuzzugs, wie er in verschiedenen Chroniken des 12. Jahrhunderts dargestellt wird.
Im Mittelpunkt steht die historische Bewertung von Peter von Amiens, die Analyse der unterschiedlichen Chronisten-Perspektiven sowie die kritische Hinterfragung der Forschungslage zu seinem Einfluss auf die Kreuzzugsbewegung.
Ziel ist es, herauszufinden, welches Bild von Peter von Amiens die einzelnen Chroniken zeichnen, wie ihr historischer Wahrheitsgehalt zu bewerten ist und ob ein historischer Kern seiner Rolle als Initiator des Kreuzzugs belegt werden kann.
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse von acht ausgewählten Werken verschiedener Chronisten, um deren Darstellung von Peter von Amiens zu kontrastieren und zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der Chronisten, einen systematischen Vergleich der Quellenaussagen sowie eine abschließende Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse.
Zu den zentralen Begriffen gehören Peter von Amiens, Erster Kreuzzug, Chronistik des 12. Jahrhunderts, Kreuzzugsforschung sowie die Analyse der verschiedenen Chronisten wie Fulcher von Chartres, Albert von Aachen und Wilhelm von Tyrus.
Während Albert von Aachen Peter als Initiator und bedeutenden Anführer darstellt, wird er in der „Gesta Francorum“ lediglich als Nebenfigur behandelt und teilweise sogar für sein Versagen und Fluchtversuche kritisiert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Peter von Amiens tatsächlich der entscheidende Auslöser und Urheber der Kreuzzugsidee war, auch wenn spätere kirchliche Bearbeitungen der Chroniken versuchten, seine Rolle zugunsten der Bedeutung von Papst Urban II. zu minimieren.
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