Bachelorarbeit, 2019
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Forschungsstand
3 Die ambulanten Hilfen zur Erziehung
4 Sozialrechtliches Dreiecksverhältnis
5 Einzelfallarbeit
5.1 Bindungsarbeit
5.2 Beziehungsarbeit
5.3 Fallarbeit in den ambulanten Erziehungshilfen
6 Arbeiten in und mit dem Sozialraum
6.1 Unterschied zwischen Sozialraum und Lebenswelt
6.2 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch
7. Vorstellung des Trägers Kinderschutz e.V.
8. Empirische Erfassung zum Thema Beziehungsarbeit in der ambulanten Erziehungshilfe aus Sicht der AEH - Fachkräfte
8.1Theoretischer Hintergrund der Forschung
8.2 Entwicklung des Interviewleitfadens
9. Zwischenfazit:
10. Analyse der Interviews
10.1 Arbeitsbeziehung zwischen AEH-Fachkraft und den Familien
10.2 Arbeitsbedingungen beim Kinderschutz e.V.
10.3 Das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis
11Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht empirisch, ob die Beziehungsarbeit eine zentrale Voraussetzung für die Zielerreichung in der ambulanten Erziehungshilfe des Kinderschutz e.V. darstellt und welche weiteren Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.
5.1 Bindungsarbeit
Die fundierteste menschliche Entwicklungstheorie unserer heutigen Gesellschaft ist die Bindungstheorie, welche für den Erwerb von Urvertrauen verantwortlich ist. Die wichtigste Ressource hierfür ist es, eine verlässliche Bindung zu einer Bezugsperson aufbauen zu können. Diese Ressource ist zusätzlich für die Entwicklung sämtlicher Fähigkeiten und der Aneignung von Resilienz erforderlich. Für gewöhnlich sollten die ersten Bindungspartner eines Säuglings die Eltern darstellen. Falls hierbei Probleme auftreten, kann die Bindungsfähigkeit jedoch auch durch andere Bezugspersonen im Hörern Alter noch erlernt werden (vgl. Trost 2014, S. 7).
Der britische Kinderpsychiater John Bowlby befasste sich erstmals in den 60er Jahren mit dem Thema der Bindungstheorie. Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch, ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, der an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg lehrt, geht davon aus, dass jedes Neugeborene mit der Motivation auf die Welt kommt, sich an eine Person zu binden, die ihm Schutz und Geborgenheit bietet. Wenn ein Säugling von seiner auserwählten Bindungsperson getrennt ist, bekommt er Angst und das Bindungsbedürfnis setzt sich frei. In dieser Zeit sucht das Baby nach Körperkontakt und die Nähe zu seiner Bezugsperson.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der ambulanten Erziehungshilfe und führt in die Fragestellung nach den zentralen Wirkfaktoren der Beziehungsarbeit ein.
2 Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Jugendhilfe von 1878 bis zur modernen ambulanten Erziehungshilfe.
3 Die ambulanten Hilfen zur Erziehung: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und die Charakteristika der ambulanten Erziehungshilfe sowie deren Einbettung in die Lebenswelt der Klienten erläutert.
4 Sozialrechtliches Dreiecksverhältnis: Das Kapitel beschreibt das Zusammenwirken von öffentlichem Träger, freiem Träger und Familien im Hilfeprozess nach SGB VIII.
5 Einzelfallarbeit: Es wird die Bedeutung von Bindung und Beziehung sowie die Fallarbeit als Kernaufgaben der ambulanten Erziehungshilfe theoretisch fundiert.
6 Arbeiten in und mit dem Sozialraum: Hier wird das Konzept der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach Hans Thiersch vorgestellt und dessen Bedeutung für die praktische Arbeit dargelegt.
7. Vorstellung des Trägers Kinderschutz e.V.: Vorstellung des Leitbildes und der Arbeitsweise des Kinderschutz e.V. als freier Träger.
8. Empirische Erfassung zum Thema Beziehungsarbeit in der ambulanten Erziehungshilfe aus Sicht der AEH - Fachkräfte: Darstellung des qualitativen Forschungsdesigns und der Methoden zur Expertenbefragung.
9. Zwischenfazit: Eine erste Reflektion der theoretischen Ansätze im Abgleich mit der Praxis der Fachkräfte.
10. Analyse der Interviews: Auswertung der Experteninterviews zu Arbeitsbeziehungen, Arbeitsbedingungen und dem sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis.
11Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Bedeutung der Beziehungsarbeit.
Ambulante Erziehungshilfe, AEH, Beziehungsarbeit, Bindungstheorie, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Kinderschutz e.V., SGB VIII, Fallarbeit, Sozialraum, Experteninterviews, wirkungsorientierte Steuerung, Hilfeprozess, Fachkräfte, Vertrauensaufbau.
Die Arbeit untersucht die empirischen Wirkfaktoren der ambulanten Erziehungshilfe beim Kinderschutz e.V., mit einem speziellen Fokus auf die Bedeutung der Beziehungsarbeit.
Die zentralen Felder umfassen Bindungstheorien, das Konzept der Lebensweltorientierung nach Thiersch, die Gestaltung professioneller Arbeitsbeziehungen sowie die Rahmenbedingungen der Jugendhilfe.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Beziehungsarbeit eine zentrale Voraussetzung für die Zielerreichung der Hilfe ist und welche weiteren Faktoren (z.B. Teamstruktur, Arbeitsbedingungen) hierbei eine Rolle spielen.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit theoriegenerierenden Experteninterviews gewählt, um das Deutungswissen von sechs Fachkräften zu erheben.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Grundlagen und eine anschließende Analyse der geführten Interviews zur Praxis der ambulanten Erziehungshilfe.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ambulante Erziehungshilfe, Beziehungsarbeit, Bindungstheorie, Lebensweltorientierung und wirkungsorientierte Steuerung beschreiben.
Die Fachkräfte stehen der wirkungsorientierten Steuerung überwiegend kritisch gegenüber, da sie diese als zu statisch empfinden und fürchten, dass sie den Hilfeprozess zugunsten einer schnelleren Beendigung einschränkt.
Die Bindungssicherheit ist ein wesentlicher Faktor. Wenn Klienten keine sichere Bindung erlernt haben, erfordert der Aufbau einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung deutlich mehr Zeit und Geduld der Fachkraft.
Es beschreibt die Spannung zwischen dem gesetzlichen Auftrag zur Kontrolle (Hilfe und Kontrolle) und dem Ziel, eine vertrauensvolle, unterstützende Beziehung zu den Familien aufzubauen.
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