Fachbuch, 2020
174 Seiten
1 Einleitung
2 Zielsetzung und Fragestellung
3 Begriffserklärung
3.1 Sexualität
3.2 Geschlecht
3.3 Sexuelle Identität
3.4 Geschlechtsidentität
3.5 Sexuelle Orientierung
4 LSBTI* im schulischen Kontext – Richtlinien und Lehrpläne
4.1 Lehrpläne für den gymnasialen Biologieunterricht
4.2 Richtlinien der Bundesländer
4.3 Bezug Forschungsprojekt – Was Neuntklässler_innen interessiert und wichtig finden
5 Material und Methode
6 Ergebnisse
6.1 Darstellung und Konstruktion sexueller Orientierungen
6.2 Darstellung und Konstruktion von geschlechtlicher Identität
6.3 Geschlechternormen und –stereotypisierungen
6.4 Geschlechtergerechte Sprache
7 Diskussion
7.1 Vergleich und Diskussion der Ergebnisse
7.2 Die thematische Umsetzung der Lehrpläne und Richtlinien in den untersuchten Schulbüchern
7.3 Verifizierung und Falsifizierung von Hypothesen
7.4 Kritische Bewertung der Methode und mögliche Fehlerquellen
8 Fazit
9 Konzeption eigener Unterrichtsmaterialien
9.1 Allgemeine methodisch-didaktische Überlegungen
9.2 Unterrichtskonzept I: Sexuelle Orientierung
9.3 Unterrichtskonzept Intergeschlechtlichkeit
9.4 Unterrichtskonzept Transgeschlechtlichkeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Diskriminierungen gegenüber sexuell und geschlechtlich vielfältigen Identitäts- und Lebensformen (LSBTI*) im schulischen Umfeld abzubauen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob und in welcher Weise das Thema sexuelle Vielfalt aktuell im biologischen Sexualunterricht an Gymnasien integriert ist, wobei der Fokus auf einer qualitativen Analyse von Schulbüchern und den curricularen Vorgaben verschiedener Bundesländer liegt.
3.1 Sexualität
Nach Einschätzung Uwe Sielerts (2015: 36) ist es eine schwierige Aufgabe ‚Sexualität‘ zu definieren, da Sexualität sehr vielseitig und z. T. sogar widersprüchlich ist.
Umgangssprachlich wird Sexualität als „das Umgehen mit den Sexualorganen“ aufgefasst (ebd.). Sielert (ebd.) beschreibt Sexualität daher als „Genitalität oder genitales Verhalten und das damit verbundene Lusterleben“. Jedoch kann laut Sielert Sexualität nicht allein darauf reduziert werden. „Zärtlichkeit […][,] Sinnlichkeit, Erotik […][und] körperliche[.] ekstatische[.] Sensation sind seiner Meinung nach nur ein paar Beispiele, die ebenso Bestandteile und Ausdrucksformen sexuellen Erlebens darstellen (ebd.: 46; 21, nach: Valtl 2008).
Der Ursprung des Wortes „Sexualität“ ist in der Biologie zu finden (ebd.). Dort sollte mit diesem Begriff „das Vorhandensein männlicher und weiblicher Organismen“ zusammengefasst werden (ebd.: 39). Über menschliche Sexualität wird erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts gesprochen. Zu dieser Zeit wurde die Hauptfunktion der Sexualität in der Fortpflanzung gesehen (ebd.). Diese Funktionszuschreibung hatte laut Sielert (ebd.) automatisch zur Folge, dass Sexualität als etwas, das erst ab einem fortpflanzungsfähigen Alter zu erlangen ist, aufgefasst wurde.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die heteronormative gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht ein und beleuchtet die Notwendigkeit von Antidiskriminierungsmaßnahmen im schulischen Sexualunterricht.
2 Zielsetzung und Fragestellung: Das Kapitel definiert den Abbau von Diskriminierung als Ziel und führt die Methode der Schulbuchanalyse zur Untersuchung heteronormativer Strukturen ein.
3 Begriffserklärung: Hier werden theoretische Grundlagen zu den Begriffen Sexualität, Geschlecht, sexueller Identität, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung dargelegt.
4 LSBTI* im schulischen Kontext – Richtlinien und Lehrpläne: Dieses Kapitel analysiert die offiziellen Vorgaben der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern sowie Berlin/Brandenburg hinsichtlich ihrer Thematisierung sexueller Vielfalt.
5 Material und Methode: Der Abschnitt erläutert das methodische Vorgehen bei der qualitativen Schulbuchanalyse anhand der gewählten Kriterien und Leitfragen.
6 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die konkreten Befunde aus der Analyse der Schulbücher hinsichtlich der Darstellung sexueller Orientierungen, Identitäten und Normen.
7 Diskussion: Hier werden die gewonnenen Analyseergebnisse vergleichend diskutiert und in den Kontext bestehender Forschung und curricularen Vorgaben gesetzt.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und resümiert, dass sexuelle Vielfalt zwar flächendeckend, jedoch oft unzureichend oder normhaft dargestellt wird.
9 Konzeption eigener Unterrichtsmaterialien: Dieses Kapitel präsentiert praxisorientierte Unterrichtskonzepte zu den Themen Sexuelle Orientierung, Intergeschlechtlichkeit und Transgeschlechtlichkeit für den Biologieunterricht.
Sexualunterricht, sexuelle Vielfalt, LSBTI*, Schulbuchanalyse, Heteronormativität, Geschlechtsidentität, Sexualerziehung, Antidiskriminierung, Biologieunterricht, Geschlechternormen, Unterrichtskonzeption, Geschlechtergerechte Sprache, Identitätsentwicklung, Diversität, Pubertät
Die Arbeit untersucht, wie sexuelle Vielfalt im gymnasialen Sexualunterricht behandelt wird und inwiefern Schulbücher dazu beitragen, Diskriminierungen von LSBTI*-Personen abzubauen oder diese durch heteronormative Konstruktionen möglicherweise ungewollt zu verstärken.
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Geschlechts- und Identitätskategorien, die Analyse von Lehrplänen und Richtlinien in Deutschland sowie die kritische Untersuchung von Biologie-Schulbüchern verschiedener Bundesländer auf ihre Darstellung von Vielfalt.
Das Ziel ist es, den Handlungsbedarf bei der Gestaltung von Sexualerziehung aufzuzeigen, um eine antidiskriminierende und inklusive Unterrichtspraxis zu fördern, die über rein biologische Fortpflanzungsmodelle hinausgeht.
Es wird eine kriteriengeleitete, qualitative Schulbuchanalyse angewandt, die durch den Vergleich mit staatlichen Lehrplänen und Richtlinien ergänzt wird, um die inhaltliche Umsetzung gesellschaftlicher Diversität zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse schulischer Vorgaben (Richtlinien/Lehrpläne) und eine detaillierte, kriterienorientierte Auswertung von Schulbuchinhalten inklusive bildlicher Darstellungen.
Das Forschungsprojekt dient dazu, die Interessen und Einschätzungen von Schüler_innen direkt zu erfassen, um eine empirische Grundlage für die Relevanz der Thematik „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht zu schaffen.
Die Arbeit zeigt, dass während Homosexualität in neueren Büchern öfter thematisiert wird, sie häufig dennoch als „andere“ Form neben einer als „normal“ gesetzten Heterosexualität steht und nur selten in Liebesbeziehungen oder Alltagssituationen integriert wird.
Intergeschlechtlichkeit wird als Beispiel genutzt, um die Problematik der binären Geschlechterkonstruktion (Mann/Frau) in Biologielehrwerken aufzudecken, da diese in den untersuchten Büchern meist an die physiologische Eindeutigkeit gekoppelt bleibt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

