Diplomarbeit, 2004
83 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Situation des Mittelstandes in Deutschland
2.1 Der deutsche Mittelstand und seine Finanzierungsstruktur
2.2 Die Kreditklemme
2.3 Die Insolvenzsituation
2.4 Der Mittelstand und seine Kunden
3. Die Entwicklung des Factoringgeschäftes
3.1 Die Geschichte des Factoring
3.2 Factoring in Deutschland
3.3 Vergleich zur weltweiten Entwicklung
3.4 Hindernisgründe
3.4.1 Abtretungsverbote
3.4.2 Die Problematik des verlängerten Eigentumsvorbehaltes
4. Betrachtung des Factoring als aktuelle Finanzierungsalternative für den Mittelstand
4.1 Der sinnvolle Einsatz von Factoring
4.2 Die Finanzierung durch Factoring
4.3 Die drei Funktionen des Factoring und ihre Vor- und Nachteile
4.3.1 Die Finanzierungsfunktion
4.3.2 Die Delkrederefunktion
4.3.3 Die Dienstleistungsfunktion
5. Factoring im Unternehmen
5.1 Die Formen des Factoring
5.1.1 Einteilung des Factoring nach dem Leistungsumfang des Factors
5.1.2 Einteilung des Factoring nach Art der Forderungsabtretung
5.1.3 Factoring im Auslandsgeschäft
5.2 Die bilanzielle Behandlung des Factoringgeschäftes
5.3 Auswirkungen des Factoring auf die Rentabilität der System&Co
6. Beurteilung der Anwendbarkeit des Factoring
6.1 Factoring in verschiedenen Branchen
6.2 Entscheidungskriterien für das Factoring
6.3 Factoring und die KMU
7. Perspektiven und sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten für das Factoring
8. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Eignung von Factoring als Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand vor dem Hintergrund einer zunehmend restriktiven Kreditvergabe und steigender Anforderungen an die Unternehmensfinanzierung. Die Forschungsfrage analysiert, inwiefern Factoring durch Liquiditätsbereitstellung, Risikoabsicherung und Entlastung bei der Forderungsverwaltung zur Stabilität und zum Wachstum mittelständischer Betriebe beitragen kann.
3.1 Die Geschichte des Factoring
Im Mittelalter wurden von europäischen Handelshäusern sogenannte Faktoreien als Agenten zur Abwicklung von Geschäften in überseeischen Ländern eingeschaltet. Diese übernahmen zunächst die Lagerhaltung sowie den Verkauf von Waren. Im weiteren Verlauf der Geschichte erweiterte sich dieser Aufgabenbereich in Richtung des heutigen Factoring.41
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich mit der Kolonialisierung im nordamerikanischen Raum durch die schnelle Besiedlung eine starke Nachfrage nach importierten europäischen Waren, insbesondere Textilien. Vor diesem Hintergrund wurden Factors in Nordamerika von englischen und deutschen Textilherstellern mit dem Verkauf ihrer Exportwaren beauftragt. Da der Factor vor Ort genaueren Einblick in die Vermögensverhältnisse der Käufer hatte, übernahm er zunehmend auch die Haftung für die Zahlungsfähigkeit derselben. Zudem verwaltete er die entstehenden Forderungen und leistete bereits Vorauszahlungen an die europäischen Exporteure. Der Kauf von Forderungen gehörte noch nicht zur Tätigkeit dieser Waren-Factors.42
Erst als im Jahre 1890 Textilimporte in die USA mit einem Schutzzoll von 49,5 Prozent belegt wurden, trat der Wandel zum Finanzierungs-Factor ein. Der Import versiegte und die schnell wachsende inländische Industrie benötigte die ursprünglichen Warenverteilungsfunktion des Factors nicht. Daher orientierten sich die Factors in ihrer Geschäftstätigkeit darauf, der kapitalarmen amerikanischen Industrie eine umsatzkongruente Finanzierung von Forderungen unter Übernahme des Ausfallrisikos anzubieten. Die reine Vermittlerrolle des Factors als Verkäufer der Waren verschwand.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Finanzierungsprobleme des deutschen Mittelstands und führt Factoring als alternatives Instrument zur Liquiditätssicherung ein.
2. Die Situation des Mittelstandes in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die Finanzierungsstrukturen, die Kreditklemme sowie Insolvenzrisiken und die zunehmende Bedeutung des Forderungsmanagements für KMU.
3. Die Entwicklung des Factoringgeschäftes: Der historische Werdegang von Faktoreien zum modernen Finanzdienstleister sowie die Marktentwicklung in Deutschland und weltweit werden dargestellt.
4. Betrachtung des Factoring als aktuelle Finanzierungsalternative für den Mittelstand: Anhand des Beispiels der Firma System&Co wird der praktische Einsatz sowie die Funktionsweise von Factoring detailliert beleuchtet.
5. Factoring im Unternehmen: Hier werden verschiedene Factoring-Arten (z.B. echtes/unechtes, offenes/stilles) sowie bilanzielle Auswirkungen und Export-Factoring analysiert.
6. Beurteilung der Anwendbarkeit des Factoring: Es wird erörtert, für welche Branchen und Unternehmensgrößen Factoring als Instrument in Betracht kommt und welche Kriterien für eine Entscheidung relevant sind.
7. Perspektiven und sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten für das Factoring: Dieses Kapitel zeigt Erweiterungen und Kombinationsmöglichkeiten des Factoring mit anderen Finanzdienstleistungen auf.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung von Factoring als wertvolle Ergänzung im Finanzierungsmix mittelständischer Unternehmen.
Factoring, Mittelstand, KMU, Finanzierung, Liquidität, Kreditklemme, Forderungsmanagement, Delkredere, Bilanzstruktur, Basel II, Forderungsankauf, Umsatzfinanzierung, Zession, Bonitätsprüfung, Forderungsausfall.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Eignung von Factoring als Finanzierungs- und Dienstleistungsinstrument für den deutschen Mittelstand unter Berücksichtigung aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen.
Im Zentrum stehen die Finanzierungssituation von KMU, die Funktionsweise von Factoring, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die bilanziellen und rentabilitätsbezogenen Auswirkungen für Unternehmen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mittelständische Unternehmen durch Factoring ihre Liquidität verbessern, Risiken minimieren und ihre Unabhängigkeit von klassischen Bankkrediten stärken können.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie eine modellhafte Fallstudie (Firma System&Co), um die theoretischen Aspekte des Factoring auf die Praxis eines mittelständischen Dienstleistungsunternehmens anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Mittelstandssituation, die historische und funktionale Entwicklung des Factoring, verschiedene Arten der Ausgestaltung sowie eine detaillierte Kosten-Nutzen-Betrachtung.
Wichtige Begriffe sind Factoring, Mittelstand, Liquidität, Kreditklemme, Delkredere, Forderungsmanagement und Finanzierungsalternative.
Sie ist entscheidend für das Ausfallrisiko. Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Delkredererisiko (Regresslosigkeit), während beim unechten Factoring das Risiko beim Klienten verbleibt.
Basel II führt zu einer Bonitätsprüfung, bei der Factoring als Instrument zur Verbesserung der Eigenkapitalquote und des Ratings sowie zur Transparenz des Finanzstatus beitragen kann.
System&Co leidet unter mangelnder Liquidität aufgrund von Zahlungszielen und kann wegen geringer Eigenkapitalquoten kaum weitere Bankkredite erhalten; Factoring bietet hier eine umsatzkongruente Lösung.
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