Magisterarbeit, 2005
115 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Weiblichkeitstypen und ihre Voraussetzungen
2.1 Die Femme fatale
2.2 Die Neue Frau
2.3 Der Flapper-Mythos
3. Der Blick und die Schaulust
3.1 Film, Psychoanalyse und der männliche Blick
3.2 Kritik des männlichen Blicks
3.3 Der weibliche Blick
3.4 Der Blick auf das Geschlecht
3.5 Geschlecht und Ideologie
3.6 Der eigene Blick – Die Methodik
4. Beggars Of Life (1928)
4.1 Produktionsbedingungen
4.1.1 Zur Handlung von Beggars Of Life
4.1.2 The Girl
4.2 Die Büchse der Pandora (1929)
4.2.1 Produktionsbedingungen
4.2.2 Zur Handlung von Die Büchse der Pandora
4.2.3 Lulu
4.3 Prix de Beauté (1930)
4.3.1 Produktionsbedingungen
4.3.2 Zur Handlung von Prix de Beauté
4.3.3 Lucienne
4.4 Zusammenfassung
5. Louise Brooks im Fokus der Filmgeschichte
5.1 Lulu in der Filmkritik
6. Brooks-Zitate im Film
6.1 Godard und Brooks: Vivre sa vie
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, wie Louise Brooks in ihren Filmen als Repräsentationsfigur männlich-dominanter Bildzuschreibungen konstruiert wurde und wie sie nachträglich zu einer Ikone stilisiert wurde, wobei die Wechselwirkung zwischen ihrem Filmimage und ihrer historischen Person im Vordergrund steht.
2.1 Die Femme fatale
Die Femme fatale ist ein besonders auffälliger Frauentypus, der sich in fast allen Kulturen und zu jeder Zeit der Literatur und Kunst und später im Film finden lässt. Dieses „männermordende“ Geschöpf, das aufgrund seiner Reize Tod und Vernichtung beschwört, gehört mit zu den interessantesten Figuren der Kunstgeschichte. Die Genealogie dieses Typus verdeutlicht die große Faszination, der solche Frauen innerhalb der Geschichte stets unterlagen. Der genaue Ursprung dieses Mythos lässt sich nur schwer eindeutig zuordnen, dürfte aber der griechischen Antike entspringen.
Auch wenn die Bezeichnung Femme fatale primär einen Typus der Literatur und Kunst des 19. Jahrhunderts bezeichnet, so lassen sich doch viele der Wesenszüge solch dämonischer Frau auf berühmte Figuren der Geschichte und der Literatur übertragen und sind somit praktisch seit der Antike in verschiedensten Ausprägungen präsent. Hier sind es vor allem Frauen wie Medea, Helena oder Klytaimestra, die als treulose Ehefrauen oder Gattenmörderinnen die ersten Prototypen einer solchen Konzeption darstellen.
Auch die Bibel kennt zahlreiche Frauen, deren erotische Ausstrahlung nicht selten Todesopfer fordert, wie bei Delila, die Samsons Überkraft stahl, indem sie ihm die Haare abschnitt und später seinen Feinden auslieferte, Judith, die Holofernes tötete, nachdem sie mit ihm geschlafen hatte oder Salomé, die den Kopf des Johannes als Preis für ihren erotischen Tanz forderte.
Andere Merkmale finden sich in historischen Gestalten wie Kleopatra oder Messalina. Im Mittelalter sind es vor allem die mythische Frauenfiguren wie Isolde, Genoveva oder Morgana aus der Arthus-Saga, die Wesensmerkmale einer Femme fatale aufweisen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der filmischen Repräsentation von Frauenbildern und Vorstellung der Untersuchung an der Person Louise Brooks.
2. Weiblichkeitstypen und ihre Voraussetzungen: Analyse kultureller Konzepte von Weiblichkeit, insbesondere der Femme fatale, der Neuen Frau und des Flapper-Mythos.
3. Der Blick und die Schaulust: Theoretische Auseinandersetzung mit der feministischen Filmtheorie, Psychoanalyse und den Mechanismen der Objektivierung von Frauen im Kino.
4. Beggars Of Life (1928): Filmanalyse mit Fokus auf Rollenverteilung, Maskerade und die Position der Frau in einer männlich dominierten Welt.
5. Louise Brooks im Fokus der Filmgeschichte: Betrachtung der filmischen Karriere von Brooks und ihrer nachträglichen Wiederentdeckung als Ikone durch die Filmkritik.
6. Brooks-Zitate im Film: Untersuchung, wie Brooks' Image und ihr Erscheinungsbild in späteren Filmen als Zitate oder Referenzen Verwendung fanden.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Konstruktion des Mythos Louise Brooks und der Bedeutung ihres Bildes über ihre reale Filmkarriere hinaus.
Louise Brooks, Filmgeschichte, Weiblichkeit, Femme fatale, Neue Frau, Flapper, feministische Filmtheorie, Psychoanalyse, Blick, Schaulust, Maskerade, Konstruktion, Mythos, Film Noir, Identifikation.
Die Arbeit untersucht die filmische Repräsentation von Frauenbildern am Beispiel der Schauspielerin Louise Brooks.
Die Themen umfassen Frauenbilder der 1920er Jahre, feministische Filmtheorie, die Analyse spezifischer Brooks-Filme und den späteren Kult um ihre Person.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Louise Brooks in ihren Filmen als Objekt der Begierde konstruiert wurde und welche Mechanismen (Blick, Montage) dabei zum Einsatz kamen.
Die Arbeit nutzt einen hermeneutischen Ansatz sowie Ansätze der feministischen Filmtheorie (u.a. nach Laura Mulvey) zur Filmanalyse.
Im Hauptteil werden zentrale theoretische Konzepte (Blick, Fetischismus, Maskerade) und die detaillierte Analyse der Filme "Beggars Of Life", "Die Büchse der Pandora" und "Prix de Beauté" durchgeführt.
Die wichtigsten Begriffe sind Louise Brooks, Filmgeschichte, Femme fatale, Neue Frau, feministische Filmtheorie, Blick, Konstruktion und Mythos.
Sie wird als Form der Maskerade analysiert, die zwar Irritation bietet, aber letztlich an der passiven Rolle der Figur innerhalb der patriarchalischen Filmhandlung scheitert.
Der Film wird als solcher bezeichnet, da in ihm die Verschmelzung von Image, Fiktion und der realen Person Louise Brooks am eindringlichsten vollzogen wird.
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