Magisterarbeit, 2005
91 Seiten, Note: 2,5
I. EINLEITUNG
II. DIE AVANTGARDE
1. Zu Ursprung und Ende der Avantgarde
1.1. Ursprüngliche militärische Bedeutung
1.2. Übertragung auf die Kunst
1.3. Abgrenzung Avantgarde – Historische Avantgarde
1.4. Ende der Avantgarde
2. Merkmale der historischen Avantgardebewegungen
2.1. Der internationale Gruppen- und Bewegungscharakter
2.2. Die historischen Vorraussetzungen und deren Auswirkungen auf die Situation der Kunst
2.3. Fortschrittsglaube
2.4. Verbindung von Kunst und Leben
2.5. Aufhebung der künstlerischen Autonomie und der Institution Kunst
2.6. Auflösung des Werkbegriffs durch neue künstlerische Verfahrenstechniken
2.7. Manifest als Hauptgattung
2.8. Definitionsversuch der ‚Historischen Avantgarde‘
III. DER SURREALISMUS
1. Entstehung und Bedeutungswandel des Begriffs Surrealismus
1.1. Guillaume Apollinaire
1.2. Yvan Goll
1.3. André Breton
2. Exkurs: Dadaismus als Wegbereiter des Surrealismus
2.1. Dada in Paris
2.2. Bruch mit dem Dadaismus
3. Anfänge des Surrealismus
3.1. Die Gruppe um die Zeitschrift Littérature
3.2. Das Zusammenfinden zum Surrealismus
4. Entwicklungslinien des Surrealismus
5. Das Ende des Surrealismus?
IV. SURREALISMUS IN FRANKREICH ALS TYPISCHE AVANTGARDE ODER NICHT? – VERGLEICH DES SURREALISMUS UND DER MERKMALE DER HISTORISCHEN AVANTGARDE
1. Der Surrealismus als internationale Gruppe und Bewegung
1.1. Gruppenstruktur
1.2. Bewegungscharakter
1.3. Internationalisierung
2. Veränderte Situation durch den I.Weltkrieg
3. Fortschrittsbewusstsein
4. Verbindung von Kunst und Leben
4.1. Revolution des Geistes
4.2. Politisierung der Bewegung
4.3. Surrealisten als Kommunisten
4.4. Bruch mit dem Kommunismus
4.5. Aufruf gegen den Faschismus
5. Auflösung des Werkbegriffs durch neue künstlerische Verfahrenstechniken
5.1. Écriture automatique
5.2. Cadavre exquis
5.3. Collagetechnik
5.4. Hasard objectif
6. Aufhebung der künstlerischen Autonomie und der Institution Kunst
7. Die Manifeste des Surrealismus
7.1. Bretons erstes Manifest des Surrealismus
7.2. Bretons zweites Manifest des Surrealismus
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob der Surrealismus in Frankreich als typische Avantgardebewegung eingestuft werden kann. Hierfür wird ein theoretischer Katalog der Merkmale historischer Avantgardebewegungen erstellt und mit der Entwicklung sowie den Praktiken des Surrealismus zwischen den Weltkriegen verglichen.
1.1. Ursprüngliche militärische Bedeutung
‚Avantgarde‘ kommt aus dem Französischen, und ist zusammengesetzt aus den Wörtern ‚avant‘, was ‚vor‘ bedeutet, und ‚garde‘, was soviel wie ‚Wache‘ oder ‚Wachmannschaft‘ meint. Der Begriff wurde bereits im Mittelalter verwendet. Als Ausdruck des Militärs bezeichnete er die Vorhut, die als kleine, bewegliche Einheit in unbekanntes Gelände vordringt. Damit meinte Avantgarde eine Elitetruppe, die der Hauptarmee vorauseilt, um den Handlungsraum zu erschließen und Gefahrenpunkte auf dem Schlachtfeld zu sondieren.
In Feldzügen spürte die Avantgarde den Feind auf, klärte über die gegnerischen Bewegungen auf und hielt den Feind solange hin, bis die eigenen Truppen gefechtsbereit waren. Die Avantgarde marschiert an der Spitze, strategisch gut vorbereitet, um nicht ins Hintertreffen des Gegners zu gelangen.
Somit erfasst Avantgarde zunächst eine Lage unter räumlichen Gesichtspunkten und erkundet, wie die Räume verteilt sind. Sie ist nicht neutral, denn sie richtet sich nach der Stellung des Feindes, von wo aus die Fronten bestimmt werden. Sie ist eine Vorwärtsbewegung, das bedeutet gegen bestehende Positionen vorzugehen und sie zu zerstören. In dieser Hinsicht ist sie intolerant und lässt keine andere Position neben sich gelten. Während die militärische Avantgarde räumlich agiert, wirken die künstlerischen Avantgardebewegungen innerhalb der Zeit.
I. EINLEITUNG: Darstellung des Themas, der Forschungsfrage und der methodischen Herangehensweise an den Surrealismus als Avantgardebewegung.
II. DIE AVANTGARDE: Herleitung des Begriffs der Avantgarde und Definition der wesentlichen Merkmale historischer Avantgardebewegungen.
III. DER SURREALISMUS: Untersuchung der historischen Entstehung des Surrealismus, seiner Verbindung zum Dadaismus und seiner frühen Entwicklung.
IV. SURREALISMUS IN FRANKREICH ALS TYPISCHE AVANTGARDE ODER NICHT? – VERGLEICH DES SURREALISMUS UND DER MERKMALE DER HISTORISCHEN AVANTGARDE: Direkter Abgleich der surrealistischen Praxis mit den erarbeiteten Kriterien einer Avantgardebewegung.
Surrealismus, Avantgarde, Historische Avantgarde, André Breton, Dadaismus, Écriture automatique, Manifest, Kunst und Leben, Revolution des Geistes, Kollagetechnik, Cadavre exquis, Politische Politisierung, Unbewusstes, Traum.
Die Arbeit analysiert den französischen Surrealismus und prüft, ob er die Charakteristika einer typischen historischen Avantgardebewegung erfüllt.
Im Zentrum stehen die Begriffsgeschichte der Avantgarde, die Abgrenzung zum Dadaismus, die politischen Ambitionen der Surrealisten sowie ihre künstlerischen Experimente.
Die Forschungsfrage lautet, ob der Surrealismus in Frankreich im Sinne einer typischen Avantgardebewegung verlaufen ist oder nicht.
Die Autorin erstellt einen verbindlichen Katalog mit Eigenschaften von Avantgardebewegungen und vergleicht diesen anschließend mit der Entwicklung und dem Selbstverständnis des Surrealismus.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Avantgarde, die historische Genese des Surrealismus sowie den direkten Vergleich der surrealistischen Praktiken mit den Merkmalen der Avantgarde.
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Surrealismus, Avantgarde, Automatisme psychique, Manifest und die Aufhebung der Trennung von Kunst und Leben.
Der Schock über den Krieg und die Krise der bürgerlichen Gesellschaft bildeten den Nährboden für die Suche der Surrealisten nach neuen Ausdrucksformen und einer revolutionären geistigen Erneuerung.
Sie dienten als verbindliche Programmschriften, um Ziele zu kommunizieren, sich von anderen Strömungen abzugrenzen und die Bewegung ideologisch zu festigen.
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