Bachelorarbeit, 2017
70 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Definition Wirtschaftskriminalität
2.1 Definition nach Sutherland
2.2 Unternehmen als Täter oder Opfer
2.2.1 Corporate Crime
2.2.2 Occupational Crime
2.3 Juristischer Definitionsansatz
2.3.1 § 74c Gerichtsverfassungsgesetz
2.3.2 § 30 Abs. 4 Nr. 5b Abgabenordnung
2.4 Begriffseingrenzung und Definition
3 Entstehung von Wirtschaftskriminalität
3.1 Menschenbild
3.1.1 Einführung
3.1.2 McGregor – X-Y-Theorie
3.1.3 Edgar Schein
3.1.4 Systemtheorie
3.1.5 Zusammenfassung
3.2 Menschliches Verhalten
3.2.1 Bedürfnisse
3.2.2 Werte
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Interdisziplinäre Betrachtung
3.3.1 Soziologie
3.3.1.1 Theorie der differentiellen Kontakte
3.3.1.2 Anomietheorie nach Merton
3.3.1.3 General Strain Theory
3.3.2 Psychologie
3.3.2.1 Vererbbarkeit krimineller Gene
3.3.2.2 Täterprofil und Persönlichkeitstypen
3.3.2.3 Fraud Triangle
3.3.3 Ethik
3.3.4 Recht
3.3.5 Betriebswirtschaft
3.4 Zusammenfassung
4 Präventionsmaßnahmen
4.1 Prävention durch strukturelle Maßnahmen
4.1.1 Leitlinien /-werte
4.1.1.1 Vision & Mission Statement
4.1.1.2 Code of Conduct
4.1.2 Anreiz- und Vergütungssysteme
4.1.3 Personalauswahl und Pre-Employment Screening
4.1.3.1 Persönlichkeitstests
4.1.3.2 Pre-Employment-Screening
4.1.4 Schulungen und Weiterbildungen
4.1.5 Feedback
4.1.6 Hinweisgebersysteme
4.1.7 Job Rotation
4.2 Prävention durch personenbezogene / werteorientierte Maßnahmen
4.2.1 Tone from the Top / Tone from the Middle
4.2.2 Verhalten der Führungskraft
4.2.2.1 Autonomie
4.2.2.2 Vertrauen
4.2.2.3 Gleichberechtigung
4.2.3 Fehler zulassen
4.2.4 Offene Kommunikation
4.3 Einordnung der Präventionsmaßnahmen
5 Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Wirtschaftskriminalität in Unternehmen durch die Etablierung einer werteorientierten Unternehmenskultur präventiv zu bekämpfen, anstatt sich ausschließlich auf starre Kontrollsysteme zu verlassen.
1.1 Problemstellung
Die deutsche Wirtschaft wurde in den letzten Jahren durch immer neue Wirtschaftsskandale erschüttert. Besonders die Folgen durch den Abgasskandal der Marke Volkswagen zeigten auf, welche Tragweite kriminelle Handlungen innerhalb eines Unternehmens annehmen können. Medien berichteten in diesem Zusammenhang bereits von einem Konjunkturrisiko für die ganze Volkswirtschaft und dem Ende des Qualitätssiegels „Made in Germany“.
Tatsächlich ist das Thema nicht zu unterschätzen. So sagen 80 Prozent der befragten Unternehmen in einer Studie der KPMG, sie „sehen ein hohes bzw. sehr hohes Risiko für deutsche Unternehmen, von wirtschaftskriminellen Handlungen betroffen zu sein.“ Überraschenderweise scheinen die Unternehmen ihre eigene Sicherheit dabei allerdings zu überschätzen. Lediglich 32 Prozent sehen das eigene Unternehmen gefährdet. Stellt die eigene Prävention im Unternehmen somit einen unnötigen Luxus dar, da dieses Problem „sowieso nur die anderen betrifft“?
Die Schäden die durch Wirtschaftskriminalität entstehen sind enorm. Schätzungen gehen von bis zu 100 Milliarden Euro pro Jahr aus. Genaue und zuverlässige Zahlen sind jedoch nicht verfügbar. Während die polizeiliche Kriminalstatistik von sinkenden Fallzahlen berichtet, vermuten Unternehmensberatungen gleichbleibend hohe oder sogar zunehmende Kriminalität in Unternehmen. Zurückführen lässt sich dieser Wahrnehmungsunterschied vor allem auf eine hohe Dunkelziffer der nicht entdeckten oder nicht zur Anzeige gebrachten Fälle.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Wirtschaftskriminalität anhand aktueller Skandale und formuliert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit.
2 Definition Wirtschaftskriminalität: Dieses Kapitel erörtert die Definitionsschwierigkeiten und stellt Ansätze wie die von Sutherland sowie juristische Hilfsdefinitionen vor, um ein Begriffsverständnis abzuleiten.
3 Entstehung von Wirtschaftskriminalität: Hier wird interdisziplinär untersucht, warum Kriminalität entsteht, wobei Menschenbilder, verhaltenswissenschaftliche Faktoren und soziologische Theorien im Fokus stehen.
4 Präventionsmaßnahmen: Das Kapitel identifiziert konkrete strukturelle und personenbezogene Strategien, um durch eine werteorientierte Kultur kriminellen Handlungen präventiv entgegenzuwirken.
5 Zusammenfassung und Fazit: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass werteorientierte Ansätze einen praktikablen Weg zur wirksamen Kriminalitätsbekämpfung darstellen.
Wirtschaftskriminalität, Unternehmenskultur, Compliance, Prävention, Werteorientierung, White-Collar Crime, Führungskultur, Verhaltenswissenschaft, Integrität, Fraud Triangle, Arbeitsethik, Unternehmenskontrollen, Motivation, soziale Verantwortung, Unternehmensführung.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Unternehmen durch den Aufbau einer werteorientierten Unternehmenskultur wirksam gegen Wirtschaftskriminalität vorgehen können, anstatt sich lediglich auf Kontrollen zu verlassen.
Zentrale Themen sind die Definition von Wirtschaftskriminalität, die Ergründung ihrer Ursachen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und die Herleitung von Präventionsmaßnahmen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine werteorientierte Kultur als präventives System dienen kann, das sowohl die Sicherheit erhöht als auch die nötige Flexibilität für Unternehmen bewahrt.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Untersuchung, die Aspekte aus Soziologie, Psychologie, Ethik, Recht und Betriebswirtschaft kombiniert, um ein umfassendes Bild der Entstehungstheorien und Präventionsansätze zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse von Entstehungstheorien wie dem Fraud Triangle oder der Anomietheorie sowie die Herleitung praktischer Präventionsmaßnahmen im strukturellen und personenbezogenen Bereich.
Die wichtigsten Begriffe sind Wirtschaftskriminalität, Unternehmenskultur, Compliance, Prävention, Werteorientierung und Integrität.
Der Autor argumentiert, dass starre Kontrollsysteme zwar wichtig sein können, aber oft die Flexibilität und Motivation der Mitarbeiter einschränken und die Ursachen für kriminelles Verhalten – die im Individuum selbst liegen – nicht ausreichend adressieren.
Die Führungskraft spielt eine zentrale Rolle durch ihre Vorbildfunktion („Tone from the Top/Middle“), indem sie durch ihr eigenes Handeln und eine offene Kommunikation eine vertrauensvolle Basis schafft, die kriminelles Verhalten erschwert.
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