Diplomarbeit, 2011
113 Seiten, Note: 1,7
1. Die Theorie der Sozialen Identität von Tajfel und Turner
1.1 Ausgangssituation: Die Minimalgruppenexperimente
1.1.1 Die Sherifschen Feldlager-Experimente
1.1.2 Das Minimalgruppen-Paradigma
1.2 Theoretische Vorannahmen der Theorie der sozialen Identität
1.2.1 Eine sozialpsychologische Definition von Gruppenmitgliedschaft
1.2.2 Interpersonales Verhalten vs. Intergruppenverhalten
1.3 Die Entstehung von Intergruppenkonflikten
1.3.1 Theoriekern
1.3.2 Die 4 Konstrukte der Theorie der sozialen Identität
1.3.2.1 Soziale Kategorisierung und das Verhalten zwischen Gruppen
1.3.2.2 Soziale Identität
1.3.2.3 Sozialer Vergleich
1.3.2.4 Positive Distinktheit
2. Auf die Theorie der sozialen Identität aufbauende Konzepte
2.1 Die Theorie der Selbstkategorisierung
2.1.1 Charakteristika des Selbstkonzeptes
2.1.2 Bedingungen der Salienz einer Kategorisierung und deren Folgen
2.2 Das Eigengruppenprojektionsmodell
3. Ansätze zur Verringerung von sozialer Diskriminierung
3.1 Kontakthypothese
3.2 Vorurteilsreduzierende Kontaktbedingungen aus Sicht der Theorie der Sozialen Identität
3.2.1 Dekategorisierung
3.2.2 Rekategorisierung
3.2.3 Das Modell der dualen Identität
3.2.4 Implikationen aus dem Modell der Eigengruppenprojektion
3.3 Ausblick/Integration verschiedener Modelle
4. Akkulturation
4.1 Definition des Begriffs Akkulturation
4.2 Akkulturationsmodelle
4.3 Die Rolle der aufnehmenden Gesellschaft im Akkulturationsprozess
4.4 Akkulturation und Intergruppenforschung
1. Untersuchungsgegenstand und Hypothesenherleitung
1.1 Hypothese 1
1.2 Hypothese 2
1.3 Hypothese 3
1.4 Hypothese 4
1.5 Hypothese 5
1.6 Hypothese 6
1.7 Hypothese 7
2. Empirische Studie
2.1 Das Messinstrument: Aufbau und Inhalt des Fragebogens
2.2 Deskriptive Darstellung
2.2.1 Stichprobenbeschreibung
2.2.2 Skala Gruppenidentifikation
2.2.3 Skala Soziale Identität
2.2.4 Skala Ethnische Identität
2.2.5 Skala Akkulturationsorientierung
2.2.6 Multicultural Personality Questionnaire
2.2.7 Skala Ausländerfeindlichkeit
3. Überprüfung der Hypothesen
3.1 Hypothese 1: Es ist eine gleichzeitige Identifikation mit Deutschland und Europa möglich
3.2 Hypothese 2: Je stärker die deutsche Identität ausgeprägt ist, desto negativer ist die Einstellung Ausländern gegenüber
3.3 Hypothese 3: Je stärker die europäische Identität ausgeprägt ist, desto positiver ist die Einstellung gegenüber Ausländern
3.4 Hypothese 4: Je höher das Schulbildungsniveau einer Person ist, desto positiver ist ihre Einstellung Ausländern gegenüber
3.5 Hypothese 5: Je häufiger eine Person mit Migranten in Kontakt steht, desto geringer sind die ausländerfeindlichen Einstellungen
3.6 Hypothese 6: Ausländerfeindliche Personen bevorzugen die Separation bzw. Assimilation der Migranten. Integrationsbefürworter sind Ausländern gegenüber positiv eingestellt.
3.7 Hypothese 7: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Stärke der nationalen Identität einer Person und deren Akkulturationsorientierung
3.8 Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht aus einer sozialpsychologischen Perspektive, speziell basierend auf der Theorie der sozialen Identität, die Beziehung zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und Migranten. Das primäre Ziel ist es, die Haltung der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Migranten empirisch zu erfassen und in Zusammenhang mit psychologischen Identitätsmerkmalen und soziodemographischen Variablen zu setzen.
1.1.1 Die Sherifschen Feldlager-Experimente
Die Arbeiten von Sherif und Mitarbeitern (Sherif, Harvey, White, Hood & Sherif, 1961; Sherif, 1962, 1966, 1967), die die Schlussfolgerungen aus den drei zwischen 1949 und 1953 stattgefundenen Ferienlagerexperimenten thematisieren, werden als klassische empirische Untersuchungen zur Theorie des realistischen Gruppenkonflikts (Realistic Group Conflict Theory, RCT) zitiert (u.a. Zick, 1997, S.106; Ganter, 1997, S.40). Dieser Begriff geht auf Campbell (1965) zurück.
Gegenstand der als Längsschnitt angelegten Feldexperimente, die in jeweils dreiwöchigen Sommerferienlagern durchgeführt wurden, war die Analyse von Gruppenbildungsprozessen und die Bestimmung der Determinanten von Gruppenkonflikten (Mummendey, 1985).
Das Gesamtdesign setzt sich aus mehreren aufeinander aufbauenden Phasen zusammen: Zu Beginn wurden die im Durchschnitt 12-jährigen Jungen, die an der Untersuchung teilnahmen, in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt ohne bereits bestehende Freundschaftsverhältnisse zu berücksichtigen. Nachdem sich innerhalb der Gruppen weitgehend stabile Gruppenstrukturen entwickelt hatten, traten die zwei Gruppen in Kontakt durch verschiedene Wettbewerbs- und Konkurrenzspiele. Hierbei konnte ein begünstigendes Verhalten der Eigengruppe und ein diskriminierenden Verhalten gegenüber der Fremdgruppe beobachtet werden. Die Mitglieder der eigenen Gruppe wurden nahezu ausschließlich positiv, die der Fremdgruppe hingegen negativ bewertet. Auf die Phasen der Gruppenbildung und des Intergruppenwettbewerbs folgte die der Konfliktreduktion durch die Einführung eines gemeinsamen, übergeordneten Ziels. Die Jungen wurden mit einem Problem konfrontiert, zu dessen Lösung eine intergruppale Kooperation unabdingbar war. In dieser Phase konnte eine Abnahme der wechselseitigen Feindseligkeiten beobachtet werden, ebenso wie weniger drastische Diskrepanzen hinsichtlich der Beurteilung der Eigen- und Fremdgruppe. (Sherif 1966, S.80-93).
Die Theorie der Sozialen Identität von Tajfel und Turner: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen ein, insbesondere in die Minimalgruppenexperimente und die zentralen psychologischen Prozesse wie soziale Kategorisierung und den sozialen Vergleich.
Auf die Theorie der sozialen Identität aufbauende Konzepte: Hier werden die Theorie der Selbstkategorisierung und das Eigengruppenprojektionsmodell behandelt, welche die SIT erweitern und die Grundlage für das Verständnis von Gruppenbeziehungen bilden.
Ansätze zur Verringerung von sozialer Diskriminierung: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Interventionsansätze wie die Kontakthypothese und Rekategorisierungsmodelle, um Möglichkeiten zur Reduktion von Vorurteilen aufzuzeigen.
Akkulturation: Hier wird der Prozess des Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen definiert und es werden Modelle sowie die Rolle der aufnehmenden Gesellschaft im Akkulturationsprozess beleuchtet.
Soziale Identität, Theorie der sozialen Identität, Intergruppenverhalten, Diskriminierung, Migrationshintergrund, Mehrheitsgesellschaft, Kontakthypothese, Selbstkategorisierung, Eigengruppenprojektion, Akkulturation, Gruppenkonflikt, Vorurteile, soziale Kategorisierung, Assimilation, Integration.
Die Diplomarbeit untersucht die Haltung der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber Migranten aus einer sozialpsychologischen Perspektive.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Theorie der sozialen Identität, Ansätze zur Diskriminierungsreduktion und Konzepte der Akkulturation.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Haltung die Mehrheitsgesellschaft gegenüber Migranten einnimmt und inwieweit diese durch Identitätsmerkmale wie die nationale Zugehörigkeit beeinflusst wird.
Es wird eine quantitative Erhebung mittels eines Fragebogens durchgeführt, um Hypothesen zu Identifikation, Kontakt und Einstellungen zu prüfen.
Neben den theoretischen Grundlagen (SIT, SCT, Eigengruppenprojektionsmodell) werden Modelle zur Verringerung von Diskriminierung sowie Akkulturationsmodelle und deren empirische Relevanz erörtert.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Anwendung etablierter sozialpsychologischer Modelle auf den aktuellen deutschen Migrationskontext aus.
Die Untersuchung zeigt, dass eine stark ausgeprägte nationale (deutsche) Identität tendenziell mit einer negativeren Einstellung gegenüber Ausländern korreliert.
Häufiger Kontakt mit Migranten geht mit einer geringeren Fremdenfeindlichkeit einher, was die Annahmen der Kontakthypothese unterstützt.
Ja, die Studie stützt die Hypothese, dass eine gleichzeitige Identifikation mit Deutschland und Europa für viele Individuen möglich ist.
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