Diplomarbeit, 2018
66 Seiten, Note: 1
1. Neuromantische Züge des Romans
2. Spannung zwischen der neuromantischen Fiktionsebene und der Gegenwart der Entstehungszeit
3. Aus dem Druck der Gegenwart erwachsende Einflüsse
3.a Fernöstliche Religionen, Philosophien, spirituelle Lehren
3.b Einfluss der Jungschen Psychoanalyse
4. Fiktionalität des mittelalterlichen Umfeldes
4.a Kloster Mariabronn
4.b Scholastik
4.c Albert Magnus und Thomas von Aquin
5. Fiktionalität der mittelalterlichen Ebene
6. Narrative Hauptfiguren als Archetypen
6.a Narziß der Geistesmensch
6.b Goldmund der Künstler–Archetyp
7. Kontemplation - Meditation
8. Beichten
8.a Psychoanalyse und Beichten
9. Die Frauen
Die Diplomarbeit untersucht die literarische Fiktionalität und Realität sowie neuromantische Aspekte in Hermann Hesses Roman „Narziß und Goldmund“, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss der Jungschen Psychoanalyse und fernöstlicher Philosophien auf die Seelenentwicklung der Hauptfiguren liegt.
6.b Goldmund der Künstler–Archetyp
Goldmund wird in die Erzählung eingeführt, als er in die Klosterschule eintritt. Sein Vater begleitet ihn, aber er findet nur eine flüchtige Erwähnung. Seine Mutter hatte ihn verlassen, als er noch ein Kind war. Er hat nur noch unklare Erinnerungen an sie. Er wird als ein hübscher Junge beschrieben, als ein Träumer, der sich von allen anderen Schülern unterscheidet. Er wird in die Schule akzeptiert, aber einen wirklichen Freund findet er nicht. Nach einiger Zeit beginnt eine enge Freundschaft mit dem Novizen Narziß. Am Anfang seiner Schulzeit scheint er dafür bestimmt zu sein, die Schule zu absolvieren, und für immer da zu bleiben.
Aber als die Freundschaft zwischen ihm und Narziß anfängt, ändert sich seine Meinung schnell. Narziß erkennt, dass Goldmund nicht zum Asketen bestimmt ist. Er sieht, dass Goldmund eine künstlerische Veranlagung hat. Als er über seine verlorene Vergangenheit und seine Mutter erzählt, öffnet ihm Narziß die Augen und zeigt ihm den richtigen Weg, welchem er nun folgen sollte. Dann geht er auf lange Wanderungen. Viele Jahre ist er auf Reisen durch das Land. Er erlebt Tod und Pest, Angst und Hunger. Allmählich findet er jedoch ein Mittel, sein Inneres auszudrücken: die Kunst der Bildschnitzerei.
1. Neuromantische Züge des Romans: Einführung in die neuromantischen Motive des Romans, insbesondere die symbolistische Erzählweise und die Bedeutung der Natur als Ausdruck der Seele.
2. Spannung zwischen der neuromantischen Fiktionsebene und der Gegenwart der Entstehungszeit: Analyse des mittelalterlichen Settings als idealisierte Gegenwelt zur Moderne und deren Bezug zur Religion.
3. Aus dem Druck der Gegenwart erwachsende Einflüsse: Untersuchung der Einflüsse fernöstlicher Religionen und der Jungschen Psychoanalyse auf die Entwicklung der Charaktere.
4. Fiktionalität des mittelalterlichen Umfeldes: Darstellung des Klosters Mariabronn als Schauplatz und der Rolle der scholastischen Philosophie sowie historischer Vorbilder.
5. Fiktionalität der mittelalterlichen Ebene: Erörterung der bewussten Vermischung von historischem Mittelalter und modernen psychologischen Denkweisen durch Hesse.
6. Narrative Hauptfiguren als Archetypen: Charakteranalyse von Narziß und Goldmund anhand ihrer Rollen als Priester- und Künstler-Archetypen.
7. Kontemplation - Meditation: Definition der Kontemplation und deren Bedeutung für das religiöse Leben sowie der Vergleich zur buddhistischen Praxis.
8. Beichten: Untersuchung der Beichte als literarisches Mittel zur Verbindung von mittelalterlicher Tradition und moderner Psychologie.
9. Die Frauen: Analyse der verschiedenen weiblichen Charaktere und deren Funktion als Stationen der Sinnsuche auf dem Weg zur Urmutter.
Narratologie, Kulturgeschichte, Analytische Psychologie, Hermann Hesse, Narziß und Goldmund, Neuromantik, Scholastik, Jungsche Archetypen, Buddhismus, Beichte, Psychotherapie, Urmutter, Hermeneutik, Fiktionalität, Bildungsroman
Die Arbeit analysiert Hermann Hesses Roman „Narziß und Goldmund“ unter literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel von Fiktion, Realität und neuromantischen Merkmalen liegt.
Die zentralen Themen umfassen die Anwendung der Jungschen Psychoanalyse auf die Romanfiguren, die Bedeutung fernöstlicher Religionen sowie die Darstellung des mittelalterlichen Umfelds.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Hesse moderne psychologische Konzepte und religiöse Philosophien nutzt, um die psychologische Entwicklung und Seelenreife seiner Protagonisten darzustellen.
Die Autorin verwendet eine systematisch-exegetische Analyse sowie narratologische und kulturhistorische Interpretationsmethoden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung neuromantischer Züge, die Analyse der Archetypen, das Verhältnis von Religion zu moderner Psychologie sowie die Bedeutung der Frauenfiguren für den Reifeprozess Goldmunds.
Wichtige Begriffe sind Narratologie, Analytische Psychologie, Urmutter-Archetyp, Neuromantik und der Vergleich zwischen christlicher Beichte und Psychotherapie.
Narziß fungiert als Mentor und Seelenführer, der Goldmunds verborgene künstlerische Natur erkennt und ihm hilft, sich von falschen Erwartungen seines Vaters zu befreien.
Die Frauen werden als wichtige Stationen interpretiert, die Goldmund auf seinem Weg zur Urmutter und zur Vollendung seiner Künstlerschaft begleiten.
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