Bachelorarbeit, 2018
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Problem der Lebensmittelverschwendung
2.1. Begriffsbestimmungen
2.2. Dimension der Lebensmittelverschwendung entlang der Wertschöpfungskette
2.3. Auswirkungen von Lebensmittelverschwendung
2.4. Ursachen und Treiber von Lebensmittelverschwendung
3. Ansätze zur Verminderung der Lebensmittelverschwendung durch Endverbraucher
3.1. Klassische Instrumente
3.2. Der verhaltensökonomische Ansatz
3.3. Beeinflussung des Verbraucherverhaltens mit Hilfe verhaltensökonomischer Interventionen
3.3.1. Das Konzept des Nudging
3.3.2. Nudging als Instrument zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung durch Konsumenten
4. Empirische Befunde
4.1. Akzeptanz von Nudges durch die Konsumenten
4.2. Erinnerungs-Nudges
4.3. Defaults
4.4. Soziale Normen
5. Diskussion
6. Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Potenzial des verhaltensökonomischen Ansatzes des „Nudging“ als Instrument zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung auf Ebene der Endverbraucher. Dabei wird analysiert, ob durch die gezielte Gestaltung von Entscheidungsumfeldern (Entscheidungsarchitektur) ein bewussterer Umgang mit Nahrungsmitteln in privaten Haushalten sowie in der Außer-Haus-Verpflegung motiviert werden kann, um ökologische und ökonomische Ineffizienzen zu mindern.
3.3.1. Das Konzept des Nudging
Als ein mögliches Werkzeug, die Verbraucherentscheidungen dahingehend zu beeinflussen, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden, gilt das so genannte Nudging (HLPE 2014, S. 72). Thaler und Sunstein (2003, S. 175-179) haben mit ihrem Konzept des libertären Paternalismus ein Programm entwickelt, individuelle Entscheidungskontexte durch Nudges, also sanfte „Anstupser“ zu beeinflussen. Es ist auf das intuitive Entscheidungssystem gerichtet mit dem Ziel, die Konsumenten ohne Zwang dahingehend zu beeinflussen, dass sie quasi automatisch die bessere, also z.B. gesündere, finanziell attraktivere, umweltfreundlichere Alternative wählen. Als die bessere Alternative wird dabei diejenige betrachtet, die die Menschen selbst wählen würden, sofern sie über vollkommene Information, unbegrenzte Rationalität und ausreichende Selbstkontrolle verfügten. Nach Ansicht der Autoren ist die Annahme, dass Menschen automatisch Entscheidungen treffen, die ihren Interessen entsprechen, jedoch falsch. Daher treten sie für eine Beeinflussung der Entscheidungssubjekte durch Nudges ein.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der weltweiten Lebensmittelverschwendung ein, verdeutlicht die ökologischen sowie sozialen Auswirkungen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Effektivität von Nudging.
2. Das Problem der Lebensmittelverschwendung: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffsbestimmungen, analysiert das globale Ausmaß der Lebensmittelverluste entlang der Wertschöpfungskette und untersucht die ökonomischen und ökologischen Folgen sowie die Ursachen für das Verschwendungsverhalten.
3. Ansätze zur Verminderung der Lebensmittelverschwendung durch Endverbraucher: Es werden klassische Instrumente diskutiert und der verhaltensökonomische Ansatz eingeführt, wobei das Konzept des Nudging sowie die Gestaltung der Entscheidungsarchitektur als alternative Lösungswege detailliert beschrieben werden.
4. Empirische Befunde: Dieses Kapitel präsentiert und bewertet aktuelle Studien zu den verschiedenen Arten von Nudges, wie Defaults und sozialen Normen, sowie deren praktische Anwendbarkeit in Restaurants, Kantinen und Privathaushalten.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei die Vor- und Nachteile von Nudging, ethische Bedenken hinsichtlich Manipulation sowie die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf unterschiedliche Lebensbereiche erörtert werden.
6. Ausblick: Der Ausblick identifiziert bestehende Forschungslücken, thematisiert mögliche Zielkonflikte und diskutiert das Potenzial digitaler Lösungen für ein nachhaltigeres Konsumverhalten.
Lebensmittelverschwendung, Nudging, Verhaltensökonomik, Entscheidungsarchitektur, Nachhaltiger Konsum, Endverbraucher, Lebensmittelabfälle, Konsumentenverhalten, Internalitäten, Defaults, soziale Normen, Attitud-Behavior-Gap, Gemeinschaftsverpflegung, Ressourcenschonung, Ernährungsverhalten.
Die Arbeit untersucht das Problem der Lebensmittelverschwendung durch private Konsumenten und prüft, ob verhaltensökonomische Instrumente – sogenannte Nudges – dabei helfen können, das Verschwendungsverhalten effektiv zu reduzieren.
Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche Lebensmittelökonomie, Nachhaltigkeit, Verhaltenspsychologie und Konsumentenwissenschaften, um Ursachen von Lebensmittelabfällen zu identifizieren und Lösungsstrategien abzuleiten.
Die Kernfrage lautet, ob Konsumenten durch den Einsatz von Nudges zu einem bewussteren und ressourcenschonenderen Umgang mit Nahrungsmitteln motiviert werden können, um dadurch die Lebensmittelverschwendung zu verringern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle der Verhaltensökonomik sowie der Auswertung empirischer Studien und Feldexperimente, die Nudges in verschiedenen Kontexten (z.B. Kantinen) untersucht haben.
Der Hauptteil analysiert die Ursachen für Lebensmittelverschwendung, stellt klassische vs. verhaltensökonomische Interventionsansätze gegenüber, erklärt die Konzepte der Entscheidungsarchitektur und evaluiert empirische Befunde zu spezifischen Nudges wie Defaults oder Erinnerungen.
Zentrale Begriffe sind Nudging, Lebensmittelverschwendung, Entscheidungsarchitektur, nachhaltiger Konsum, Verhaltensökonomik und Konsumentenverhalten.
Klassische Verbote werden von Konsumenten oft als zu rigide empfunden, sind in der privaten Sphäre kaum kontrollierbar und adressieren nicht die zugrundeliegenden psychologischen Heuristiken oder Planungsprobleme, die zu Verschwendung führen.
Internalitäten beschreiben das Marktversagen innerhalb einer Person, wenn sie aufgrund von kognitiven Verzerrungen, wie der Gegenwartstendenz, kurzfristige Entscheidungen trifft, die ihren eigenen langfristigen Interessen und Zielen (z.B. sparsamer Umgang mit Lebensmitteln) widersprechen.
Das EAST-Framework ist ein Leitfaden für die Gestaltung von Nudges, der besagt, dass Interventionen einfach (easy), attraktiv (attractive), sozial relevant (social) und zeitlich klug (timely) gewählt sein sollten, um wirksam zu sein.
Zukünftige Herausforderungen liegen in der Auflösung von Zielkonflikten (z.B. gesunde Ernährung vs. Abfallvermeidung), der Notwendigkeit einer systemweiten Kooperation aller Akteure und der Klärung, ob und wie digitale Technologien Nudges in privaten Haushalten unterstützen können.
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