Bachelorarbeit, 2019
66 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. EINLEITUNG
1.1 Ich habe mich nie für einen guten Unterhaltungsschriftsteller gehalten!
1.2 Forschungsfrage und Ziel
1.3 Begründung der Werksauswahl
2. WELTVERNEINUNG ALS ARBEITSBEGRIFF
3. ZWEI DER DREI NARZISSTISCHEN KRÄNKUNGEN DES MENSCHEN
3.1 Darwin und die Entthronung des Menschen in seiner Welt
3.1.1 German Fell als missing link und raabscher Mephisto im Philisteridyll
3.1.2 Vom Theologiestudenten zum renommierten Archäologen: Heinrich Schaumann
3.2 Und nicht mal mehr Herr im eigenen Haus: vorfreudsches aus Braunschweig
4. DIE NICHTIGKEIT DES DASEINS – RAABE ZU GUTER LETZT NIHILIST ?
4.1 Nackt vor dem furchtbaren Geheimnis des Selbstbewusstseins
4.2 „Es wird weitergeknackt!" schluchzte der Nachfolger im Erdengeschäft.
4.3 Realitätsflucht als Lösung?
5. DER TINTENVETERAN RAABE UND SEIN KRIEG DEM PHILISTERTUM
5.1 Philistertum als Arbeitsbegriff
5.2 Raabes schwächelnde Erzähler
5.2.1 Stopfkuchen: Vom hohen Seegang
5.2.2 und wackelnden Aktenstößen des Vogelsangs
5.3 Der Bürgerschreck mit sich alleine: Erlaubt die Gesellschaft Individualismus?
5.3.1 Resignation des Philobaten: Ein leichtbewegtes Herz ist ein elend Gut
5.3.2 Egomanie Stopfkuchens: Geh aus dem Herdenkasten
5.3.3 Was von Bürgerschreck bleibt
6. RÉSUMÉ ZUM AUTOR DES VERLUSTS WILHELM RAABE
7. PLÄDOYER – WIESO DEN VERKAUTZTEN RAABE LESEN ?
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Formen der Weltverneinung im Spätwerk von Wilhelm Raabe anhand der Romane Stopfkuchen, Die Akten des Vogelsangs und des Fragments Altershausen zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Raabe in diesen Werken die Welt als lebenswerten Ort und den Menschen als edles, ethisches Geschöpf literarisch negiert, wobei er gesellschaftskritische und tiefenpsychologische Motive in den Kontext der Darwinismus-Rezeption sowie der Endzeitstimmung des Fin de Siècle stellt.
3.1 Darwin und die Entthronung des Menschen in seiner Welt
Der Mensch aber hat vor dem Tier nur den zweifelhaften Vorzug, daß er „denken" kann: „Es kommt auf mich was an. Aber was ist der Mensch? Jedenfalls nicht das, was er sich einbildet zu sein, nämlich die Krone der Schöpfung. – Wilhelm Raabe 1901, Aphorismen 119.
Die besagte Krone macht Raabe dem Menschen literarisch streitig. In den Akten und im Stopfkuchen löst er den Menschen aus seiner (religiösen) Extraposition innerhalb der Schöpfung heraus und konfrontiert ihn mit seiner Affenabstammung sowie seiner Vergänglichkeit.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten der Rezeption des Spätwerks von Wilhelm Raabe und definiert die Zielsetzung sowie die Auswahl der drei zentralen Werke.
2. WELTVERNEINUNG ALS ARBEITSBEGRIFF: Dieses Kapitel etabliert einen pragmatischen Arbeitsbegriff der Weltverneinung als Überzeugung, dass das Leben in einer verneinten Welt nicht glücklich sein kann.
3. ZWEI DER DREI NARZISSTISCHEN KRÄNKUNGEN DES MENSCHEN: Es wird analysiert, wie Raabe Darwins Evolutionstheorie und frühe psychologische Konzepte nutzt, um den Menschen aus seiner gottgegebenen Vormachtstellung zu lösen.
4. DIE NICHTIGKEIT DES DASEINS – RAABE ZU GUTER LETZT NIHILIST ?: Hier wird das Fragment Altershausen hinsichtlich der nihilistischen Einsicht in die Sinnlosigkeit menschlichen Strebens vor dem Hintergrund der Vergänglichkeit untersucht.
5. DER TINTENVETERAN RAABE UND SEIN KRIEG DEM PHILISTERTUM: Die Untersuchung des Philistertum-Konzepts bei Raabe zeigt dessen Funktion als gesellschaftliche Norm, die das Individuum einschränkt und zur Flucht oder Resignation zwingt.
6. RÉSUMÉ ZUM AUTOR DES VERLUSTS WILHELM RAABE: Das Résumé zieht Bilanz und charakterisiert Raabe als einen Autor, der sein Spätwerk durch eine tiefsitzende Melancholie und die Demaskierung menschlicher Hybris prägt.
7. PLÄDOYER – WIESO DEN VERKAUTZTEN RAABE LESEN ?: Den Abschluss bildet ein Appell, Wilhelm Raabes Werk als zeitlos und existenziell relevant für ein modernes Publikum neu zu erschließen.
Wilhelm Raabe, Weltverneinung, Spätwerk, Darwinismus, Philistertum, Nihilismus, Altershausen, Stopfkuchen, Akten des Vogelsangs, Menschenbild, Realismus, Literaturwissenschaft, Moderne, Sinnkrise, Gesellschaftskritik.
Die Arbeit analysiert Wilhelm Raabes Spätwerk hinsichtlich seiner pessimistischen und nihilistischen Weltsicht und wie er diese literarisch in seinen Romanen umsetzt.
Zu den Schwerpunkten zählen die Auseinandersetzung mit Darwins Evolutionstheorie, das Bild des Philisters, der psychologische Identitätsverlust sowie die Frage nach dem Wert menschlichen Lebens.
Das Ziel ist es, die Formen der Weltverneinung bei Raabe aufzuzeigen und den Autor von seinem Ruf als bloßer Unterhaltungsschriftsteller zu befreien, um sein literarisches Potential neu zu bewerten.
Die Arbeit verfolgt einen textimmanenten, induktiven Ansatz der Literaturwissenschaft, der sich stark auf die Analyse der Primärtexte und den historischen Kontext stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Darwins Einflüssen, die tiefenpsychologische Analyse des Fragments Altershausen sowie eine umfassende Auseinandersetzung mit dem raabschen Philister-Begriff.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Weltverneinung, Philobat, Entthronung des Menschen, Nihilismus und einer spezifischen Form der Gesellschaftskritik.
Stopfkuchen wird als Raabes bestes Buch betrachtet, in dem er durch die Figur des Heinrich Schaumann und die Archäologie die Vergänglichkeit des Menschen radikal thematisiert.
Die Archäologie dient im Spätwerk als Disziplin, die den Menschen mit seiner tierischen Abstammung und geologischen Vergänglichkeit konfrontiert, was den Philistern ihre Scheinsicherheit entzieht.
Obwohl Raabe Freud nicht kannte, arbeitet die Arbeit mit einer „vorfreudschen Analysefolie“, um das Unterbewusste und die psychischen Krisen der Romanfiguren in Altershausen zu beleuchten.
Das Höhenmotiv bezieht sich auf die Tendenz von Raabes Außenseitern, sich durch geistige oder räumliche Distanz (wie die Rote Schanze oder Dachstuben) von der philiströsen Gesellschaft abzugrenzen.
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