Fachbuch, 2019
61 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Motive, Motivation, Selbstwirksamkeitserwartung und Leistung
2.1.1 Motive und Leistungsmotivation
2.1.2 Selbstwirksamkeitserwartung nach Schwarzer und Jerusalem
2.1.3 Auswirkung von Erfolg und Misserfolg auf die Motivation
2.2 Die Attributionstheorie, attributionale Theorien und Erfolgserwartungen
2.2.1 Die Attributionstheorie und die attributionalen Theorien: eine Unterscheidung und Begriffserklärung
2.2.2 Zusammenhang zwischen Erfolgserwartungen und Kausalattributionen
2.3 Zusammenfassung der wichtigen Begriffe
2.4 Die Erklärfähigkeit von Lehrkräften
2.5 Die Fragebogen-Methode
3 Empirische Untersuchung
3.1 Fragestellung
3.2 Methode
3.2.1 Stichprobe
3.2.2 Materialien und experimentelle Variation
3.2.2.1 Schülerfragebogen
3.2.2.2 Unterrichtseinheit und fiktive Sprache
3.2.2.3 Leistungsabfrage
3.2.2.4 Tendenzwerte
3.3 Testgütekriterien
3.3.1 Validität
3.3.2 Objektivität
3.3.3 Reliabilität
4 Ergebnisse der ersten Befragung
4.1 Darstellung der Ergebnisse der ersten Befragung
4.1.1 Unterschiede beider Klassen
4.2 Interpretation der Ergebnisse der ersten Befragung
5 Durchführung der Unterrichtseinheit und Reflexion
6 Ergebnisse der zweiten Befragung
6.1 Darstellung der Ergebnisse des Fragebogens der zweiten Befragung im Vergleich zur ersten Befragung
6.2 Interpretation der zweiten Befragung
6.2.1 Klasse „schlechte Erkl.“
6.2.2 Klasse „gute Erkl.“
6.3 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse der Leistungsabfrage
6.3.1 Klasse „schlechte Erkl.“
6.3.2 Klasse „gute Erkl.“
7 Interpretation der Veränderungen im Fragebogen und der Verbindung zur erbrachten Leistung
7.1 Leichter Test Klasse „schlechte Erkl.“: Martin
7.2 Mittelschwerer Test Klasse „schlechte Erkl.“: Li
7.3 Schwerer Test Klasse „schlechte Erkl.“: Sascha
7.4 Leichter Test Klasse „gute Erkl.“: Laura
7.5 Mittelschwerer Test Klasse „gute Erkl.“: Jasmin
7.6 Schwerer Test Klasse „gute Erkl.“: Mia
8 Abschließende Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Erklärfähigkeit von Lehrkräften und der Lernmotivation sowie der Leistung von Schülern. Ziel ist es, empirisch zu prüfen, inwieweit unterschiedliche Erklärstile – strukturiert versus unstrukturiert – die Motivation, das Selbstbild und die Attribution von Lernerfolgen oder Misserfolgen beeinflussen.
Die Erklärfähigkeit von Lehrkräften
Die Selbstwirksamkeitserwartungen der Schülerinnen und Schüler gelten als wichtige Voraussetzung für eine kompetente Selbst- und Handlungsregulation und können die Motivation, das Leistungshandeln und die Lebensbewältigung fördern. Demnach ist es wichtig, dass die Lehrerinnen und Lehrer diese besonders vielversprechende Maßnahme zur Förderung von Motivation, Lernen und Leistung ergreifen und die SuS in der Stärkung einer positiven Selbstwirksamkeitserwartung unterstützen. Zu dieser Selbstwirksamkeitsförderung gehören erlebbare Lernfortschritte und eine motivational günstige Selbstbewertung – zwei Faktoren die durch eine hohe Erklärkompetenz der LuL unterstützt werden können.
Wie ein guter Unterricht auszusehen hat und welche Kriterien für einen hohen Lernerfolg bei den SuS sorgen, ist stets Thema der didaktischen Forschung. Es werden Merkmale einer guten Lehrperson entwickelt und Kriterien für verständliche Erklärungen aufgestellt, die in Kongressen diskutiert werden und als Orientierung für die LuL dienen sollen. Hilbert Meyer und Volker Wendt sind zwei der Pädagogen, die solche Merkmale entwickelt und veröffentlicht haben. Abgesehen von Kompetenzen, die einen langfristigen Kontakt zu den SuS voraussetzen, wie das Knüpfen eines Arbeitsbündnisses, gegenseitiger Respekt und das Schaffen eines angenehmen Arbeitsklimas mit einem gutem Miteinander, betonen sie das Beherrschen des didaktisch-methodischen Handwerkszeugs, ein tiefes Fachwissen sowie die inhaltliche Prägnanz und eine transparente, klare Strukturierung von Erklärungen. Die klare Strukturierung hat sich im Laufe der Forschung als eines der zentralen Merkmale herausgestellt, das einen sehr hohen Einfluss auf die Leistung der SuS hat.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Erklärfähigkeit von Lehrkräften und der Leistung sowie Motivation von Schülern.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen der Leistungsmotivation, die Attributionstheorie sowie die Bedeutung von Erklärkompetenz für den Unterricht.
3 Empirische Untersuchung: Hier wird die Methodik der Studie dargelegt, die in zwei Klassen einer Realschule mittels Fragebögen und Sprachtests durchgeführt wurde.
4 Ergebnisse der ersten Befragung: Dieses Kapitel präsentiert die initialen Erhebungsergebnisse zur Motivation und zum Selbstbild der Schüler in den beiden untersuchten Klassen.
5 Durchführung der Unterrichtseinheit und Reflexion: Es wird der Verlauf der experimentellen Unterrichtseinheit sowie die direkte Reaktion der Schüler auf die unterschiedlichen Erklärstile reflektiert.
6 Ergebnisse der zweiten Befragung: Die Auswirkungen der manipulierten Erklärungen auf die Motivation und Leistung der Schüler nach der Unterrichtseinheit werden hier ausgewertet.
7 Interpretation der Veränderungen im Fragebogen und der Verbindung zur erbrachten Leistung: Anhand exemplarischer Einzelfallanalysen wird die Verbindung zwischen Erklärstil, Attributionsmustern und tatsächlicher Schülerleistung interpretiert.
8 Abschließende Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert und die Bedeutung der Erklär- und Diagnosekompetenz für die Lehrerausbildung zusammengefasst.
Leistungsmotivation, Attributionstheorie, Erklärfähigkeit, Lehrerkompetenz, Selbstwirksamkeitserwartung, Erfolgserwartung, Lernleistung, Schülermotivation, Kausalattribution, Unterrichtsqualität, Diagnosekompetenz, Selbstkonzept.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss die Erklärfähigkeit von Lehrkräften auf die Motivation und die Leistung von Schülern hat.
Zentral sind die Motivationspsychologie, attributionale Prozesse beim Lernen, die Bedeutung von Erklärstrukturen im Unterricht sowie die pädagogische Diagnostik.
Ziel ist es, empirisch nachzuweisen, dass klare, strukturierte Erklärungen durch Lehrkräfte die Motivation und den Lernerfolg steigern, während unstrukturierte Erklärungen negative Attributionsmuster verstärken können.
Die Arbeit nutzt eine empirische Studie in zwei Realschulklassen, bei denen durch die Manipulation der Erklärweise (strukturiert vs. unstrukturiert) bei der Vermittlung einer fiktiven Sprache Daten durch Fragebögen und Leistungstests erhoben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Motivations- und Attributionspsychologie sowie in eine detaillierte Auswertung und Interpretation der empirischen Ergebnisse aus der Befragung und den Tests.
Schlüsselbegriffe sind Erklärfähigkeit, Leistungsmotivation, Attributionstheorie, Selbstwirksamkeit und Unterrichtsqualität.
Die fiktive Sprache dient als neutrales Lernobjekt, um Vorkenntnisse auszuschließen und den Einfluss der Erklärstruktur der Lehrkraft isoliert auf die Schülerleistung und -motivation messbar zu machen.
Die Studie zeigt, dass eine gut strukturierte Erklärung zwar die Leistung verbessert, jedoch bei Schülern, die den Inhalt trotz guter Erklärung nicht verstehen, zu einer verstärkten internalen Ursachenzuschreibung (Selbstzweifel) führen kann, was das Selbstbild belastet.
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