Bachelorarbeit, 2018
73 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Thematischer Einstieg
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Aufbau/Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Traditionen des öffentlichen Sektors
2.1.1 Geschichtlicher Rückblick der Verwaltung
2.1.2 Die Verwaltung – Merkmale und Aufgaben
2.1.3 Bürokratie als althergebrachte Organisationsform
2.2 Rekonstruktion der Verwaltung durch ökonomische Reformen
2.3 Grundlagen der Ökonomisierung
2.3.1 Entwicklungsgeschichte
2.3.2 Moderne Verwaltung nach dem Leitbild des New Public Management
2.3.3 Wesensmerkmale und Bedeutung von Ökonomisierung
2.3.3.1 Ökonomisierung als theoretisches Novum
2.3.3.2 Die Natur der Ökonomisierung am Praxisbeispiel des NSM
2.3.4 Wirkung und Folgen der Ökonomisierung für die Verwaltung
3. Rechtliche Grenzen von Ökonomisierung
3.1 Normative Grundlagen
3.2 Rahmenbedingungen von Verwaltungsreformen
3.3 Verwaltungs- und Handlungsmaximen
3.3.1 Die vier Staatsprinzipien
3.3.2 Verwaltungsgrundsätze
4. Grenzen nach allgemeinen Rechtsebenen
4.1 Öffentliches Recht
4.2 Teilgebiete des öffentlichen Rechts
4.2.1 Völkerrecht
4.2.2 Europarecht
4.2.3 Verfassungsrecht
4.2.3.1 Das Missverhältnis zwischen dem „Bürger“ und dem „Kunden“
4.2.3.2 Verfassungsgrundsätze als rechtliche „Schranke“
4.2.3.3 Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Grundrechte
4.2.3.4 Gleichheitsgebot und Rechtsschutz gegen staatliche Gewalt
4.2.3.5 Privatisierung öffentlich-rechtlicher Aufgaben
4.2.3.6 Grundsätze des Berufsbeamtentums
4.2.4 Verwaltungsrecht
4.2.4.1 Problematik des Wettbewerbs in Verwaltung
4.2.4.2 Vereinbarkeit von Ökonomisierung mit allgemeinen Verwaltungsgrundsätzen und rechtlichen Vorgaben
4.2.4.3 Privatrechtliches Handeln von Verwaltung
4.2.4.4 Folgen einer „Verkehrung der Zweck-Mittel-Relation“
4.2.5 Gefahrenabwehrrecht und das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten
4.2.5.1 Klassifikation der Eingriffsverwaltung
4.2.5.2 Gefahrenabwehr und Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten
4.2.5.3 Ermessensausübung nach dem OPP
4.2.5.4 Polizei- und Ordnungsrecht im Sinne von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen
5. Fazit und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit hat das Ziel, die "Rechtlichen Grenzen der Ökonomisierung von Verwaltung in Deutschland" systematisch herauszuarbeiten. Im Fokus steht dabei die kritische Analyse, inwiefern ökonomisch motivierte Verwaltungsreformen, wie sie insbesondere durch das New Public Management (NPM) geprägt sind, mit den normativen und verfassungsrechtlichen Vorgaben des deutschen öffentlichen Rechts vereinbar sind.
1.1 Thematischer Einstieg
[Die] Grenzen der ökonomischen Rationalität [ergeben sich] auch daraus, dass die Ökonomisierung des öffentlichen Dienstes nicht ohne eine zusätzliche Bürokratisierung des Verwaltungsalltags möglich ist. […] Will man nämlich die betriebswirtschaftlichen Prinzipien und Verfahren […] im öffentlichen Dienst einsetzen, bedarf es […] neuer Regelungen und Vorschriften, […] sowie Gesetzesfolgenabschätzungen.¹
Die vorstehende Aussage von CZERWICK lässt erkennen, dass der öffentliche Sektor durch Bürokratie, starre Regelkonformität und eine komplexe Entscheidungsfindung gekennzeichnet ist. Dieser unterliegt indessen einem ökonomischen Veränderungsprozess, der sowohl Vor als auch Nachteile mit sich bringt und neuen (rechtlichen) Anforderungen gegenübersteht.
Insofern hat sich im administrativen System ein umfangreicher Sinnes- und Strukturwandel vollzogen. Vor allem international hat die Public Management²-Bewegung im Jahre 1970 dazu geführt, ein vollauf neues Staatsverständnis und institutionelle Neuorientierungsmaßnahmen zu entwickeln.³
Daran anschließend kam es 1990 zur Übernahme der Reformbewegung durch das New Public Management⁴. In Deutschland manifestiert sich, als Pendant dazu, das von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement⁵ etablierte Neue Steuerungsmodell.⁶ Im Zuge dessen werden in deutschen Kommunen zunehmend interne Binnenmodernisierungen durchgeführt.⁷ Diese Entwicklung ließ sich durch den PM- zum einen und NPM-Reformprozess zum anderen gleichermaßen beobachten, zumal beide von identischer Konzeption sind. Mit dem Unterschied, dass dem NPM eine Steigerung im Hinblick auf die Ökonomisierung von Verwaltung zugeschrieben werden kann.⁸
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Ökonomisierung im öffentlichen Dienst ein und umreißt das Forschungsdefizit bezüglich der rechtlichen Vereinbarkeit von Verwaltungsreformen mit dem bestehenden Rechtssystem.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung von der klassischen Bürokratie nach Max Weber bis hin zum modernen New Public Management und definiert die zentralen Begriffe und Konzepte der Ökonomisierung.
3. Rechtliche Grenzen von Ökonomisierung: Hier werden die normativen Rahmenbedingungen und staatlichen Prinzipien erläutert, die den Handlungsspielraum für Verwaltungsreformen begrenzen und rechtliche Leitplanken definieren.
4. Grenzen nach allgemeinen Rechtsebenen: Dies ist das Hauptkapitel der Arbeit, in dem die rechtliche Zulässigkeit ökonomischer Reformen anhand von Völker-, Europa-, Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie im speziellen Bereich der Gefahrenabwehr detailliert untersucht wird.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die bürokratischen Tendenzen sowie die Notwendigkeit einer vorsichtigen, rechtskonformen Gestaltung der Verwaltung.
Ökonomisierung, Verwaltung, New Public Management, Rechtsstaatlichkeit, Privatisierung, Verwaltungsreform, Gemeinwohlprinzip, Demokratieprinzip, Gefahrenabwehrrecht, Grundrechte, Verwaltungsrecht, Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit, Rechtsgrundlagen, Eingriffsverwaltung
Die Arbeit untersucht die rechtlichen Herausforderungen und Grenzen, die entstehen, wenn ökonomische Steuerungsmodelle aus der Privatwirtschaft (wie das New Public Management) auf die öffentliche Verwaltung in Deutschland übertragen werden.
Zentral sind der Konflikt zwischen betriebswirtschaftlicher Effizienzsteigerung und den rechtsstaatlichen Vorgaben des Grundgesetzes, die Privatisierung von Staatsaufgaben und die Rolle des Bürgers in einer modernisierten Verwaltung.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit ökonomisch motivierte Reformprozesse mit den normativen Grenzen des öffentlichen Rechts vereinbar sind und wo die "roten Linien" für den Staat liegen.
Die Untersuchung erfolgt literaturbasiert und theoriegeleitet durch eine juristische und verwaltungswissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung relevanter Gesetzesquellen und rechtlicher Prinzipien.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Prüfung von fünf Rechtsbereichen (Völker-, Europa-, Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Gefahrenabwehrrecht), um konkrete rechtliche Hindernisse für ökonomische Verwaltungsmaßnahmen aufzuzeigen.
Die wichtigsten Begriffe sind Ökonomisierung, Verwaltung, Rechtsstaatlichkeit, Privatisierung, Gemeinwohlprinzip und die Abgrenzung zwischen Eingriffs- und Leistungsverwaltung.
Die Reduzierung des Bürgers auf den "Kunden" gefährdet die verfassungsrechtlich verankerten Teilhabe- und Grundrechte, da rein ökonomische Kriterien (wie Effizienz) das demokratische Gemeinwohlprinzip untergraben könnten.
Dieser Begriff beschreibt das Risiko, dass die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme zum primären Ziel wird, anstatt die Verwaltung als Instrument zur Verwirklichung des Allgemeinwohls zu betrachten.
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