Diplomarbeit, 2005
82 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Volatilität – Definition und Betrachtung als eigenständiges Asset
2.1 Was ist Volatilität?
2.2 Historische (realisierte) Volatilität
2.3 Implizite Volatilität
2.4 Betrachtung der Volatilität als eigenständiges Asset
3 Bestimmung und Eigenschaften der Volatilität
3.1 Methoden zur Bestimmung von Optionspreisen
3.1.1 Die Black&Scholes Optionspreisformeln
3.1.2 Der Trinomialbaum
3.2 Numerische Iterationsverfahren
3.2.1 Bisektionsverfahren
3.2.2 Van Wijngaarden–Dekker–Brent Algorithmus
3.2.3 Brents Verfahren zur Minimierung
3.2.4 Konvergenzeigenschaften von ableitungsfreien Iterationsverfahren
3.3 Die Volatilitätsoberfläche
3.4 Vorhersagen der Volatilität
3.4.1 Historische Volatilität
3.4.2 Implizite Volatilität
3.4.3 ARCH und GARCH Modelle
3.4.4 Vergleich der Vorhersagegüte verschiedener Schätzer
4 Volatilitätsindizes und Instrumente zum Handeln der Volatilität
4.1 Volatilitätsindizes
4.2 Instrumente zum Handeln der Volatilität
4.2.1 Straddles
4.2.2 Volatility- und Variance-Swaps
4.3 Futures und Zertifikate auf Volatilitätsindizes
5 Investieren in Volatilität – Empirische Untersuchungen
5.1 Studien mit fiktiven Indexzertifikaten
5.2 Studien zur Risikodiversifikation mit Variance-Swaps
5.3 Studie zum systematischen Verkauf von Volatilität
5.4 Studie zum systematischen Verkauf von Variance-Swaps
6 Zusammenfassung
A Weitere Iterationsverfahren
A.1 Newton-Raphson Algorithmus
A.2 Das Sekantenverfahren
A.3 Ridders’ Algorithmus
A.4 The Worlds Best Root Finder (TWBRF)
B Beweise zur Vorhersage der Volatilität mit GARCH Modellen
B.1 Vorhersage mit einem GARCH(1,1) Modell
B.2 Vorhersage mit einem GJR-GARCH(1,1) Modell
C Kenngrößen von Optionen und Optionsportfolios
C.1 Delta
C.2 Gamma
C.3 Theta
C.4 Rho
C.5 Vega
D Hedgen von Optionsportfolios
E Ergänzung zur Replikation von Variance-Swaps
Die Arbeit untersucht die Eignung der Volatilität als eigenständige Assetklasse für Anleger, analysiert Methoden zur Berechnung und Vorhersage der Volatilität sowie empirische Handelsstrategien, um zu klären, ob Volatilität effektiv zur Portfolio-Diversifikation oder zur Erzielung von Überrenditen eingesetzt werden kann.
1 Einleitung
Investieren in Volatilität ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Artikel über Vorzüge und Nachteile der Volatilität und über die Möglichkeiten in Volatilität zu investieren, sind dabei nicht nur in einschlägigen Finanzzeitschriften und -zeitungen, sondern auch in bekannten Tageszeitungen zu finden. Schon seit langem ist bekannt, dass die Volatilität der Renditen des Aktienmarktes negativ mit den Renditen selbst korreliert ist. Bei steigendem Aktienmarkt wird die Volatilität in der Regel geringer; fällt der Aktienmarkt, so steigt die Volatilität in der Regel an. Vor allem große Kurseinbrüche des Aktienmarktes führen zu einem sprunghaften Anstieg der Volatilität.
Aus diesem Grund interessiert man sich schon seit langem für die Investition in Volatilität zur Diversifikation und Absicherung von Wertpapierportfolios. Bis vor wenigen Jahren war eine solche Investition in Volatilität jedoch nur mittels Optionsportfolios möglich, die zudem aufwendig und kostenintensiv gehedgt werden müssen, um sie unabhängig vom Wert des Underlyings zu machen und um ein reines Exposure gegenüber der Volatilität zu erhalten.
Eine direkte Investition in Volatilität wurde mit OTC-Produkten wie Volatility- und Variance-Swaps, deren Payoff nur von der realisierten Volatilität abhängt, ermöglicht. Heutzutage werden vor allem Variance-Swaps, deren Payoff sich theoretisch perfekt durch ein Portfolio aus Optionen und Futurekontrakten auf das Underlying replizieren lässt, recht liquide gehandelt. Die neuen Berechnungsmethoden von Volatilitätsindizes wie dem VIX und dem VDAX-NEW, die auf einem Portfolio von real gehandelten Optionen beruhen, ermöglichen es die Indizes nachzubilden. Dies führte zu einem Angebot an börsennotierten Futurekontrakten und Zertifikaten auf diese Volatilitätsindizes, wodurch es einer breiten Anlegerschicht bis hin zum Privatanleger ermöglicht wird, in Volatilität zu investieren. Immer mehr Broker bieten solche Zertifikate an, was die große Resonanz in Finanzzeitschriften und -zeitungen sowie allgemeinen Tageszeitungen erklärt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das wachsende Interesse an Volatilität als Assetklasse und die kritische Diskrepanz zwischen öffentlicher Berichterstattung und der tatsächlichen Rentabilität für Privatanleger.
2 Volatilität – Definition und Betrachtung als eigenständiges Asset: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der historischen und impliziten Volatilität und erörtert die theoretische Eignung der Volatilität als eigenständige Assetklasse.
3 Bestimmung und Eigenschaften der Volatilität: Hier werden Methoden zur Optionspreisbestimmung, numerische Iterationsverfahren, das Phänomen der Volatilitätsoberfläche sowie verschiedene Schätzmodelle für zukünftige Volatilität detailliert analysiert.
4 Volatilitätsindizes und Instrumente zum Handeln der Volatilität: Dieses Kapitel beschreibt Volatilitätsindizes wie den VIX und VDAX-NEW und erläutert die Funktionsweise und Replikation von Handelsinstrumenten wie Straddles und Variance-Swaps.
5 Investieren in Volatilität – Empirische Untersuchungen: Basierend auf diversen Studien werden empirische Handelsstrategien untersucht, wobei der systematische Verkauf von Volatilität mittels Short-Positionen als alternative Ertragsquelle analysiert wird.
6 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen, betont das Diversifikationspotenzial bei gleichzeitiger Vorsicht vor den spezifischen Risiken dieser Instrumente und stellt fest, dass Volatilität primär für Experten geeignet ist.
Volatilität, Assetklasse, Historische Volatilität, Implizite Volatilität, Optionspreise, Black&Scholes, GARCH-Modelle, VDAX-NEW, Variance-Swaps, Straddles, Risikoprämie, Diversifikation, Portfolio-Insurance, Volatilitätsoberfläche, Finanzderivate
Die Arbeit befasst sich mit der Volatilität als eigenständige Assetklasse und analysiert deren Eigenschaften, Berechnungsmethoden sowie die Möglichkeiten für Anleger, in Volatilität zu investieren, um Portfolios zu diversifizieren oder Renditen zu erzielen.
Die zentralen Felder umfassen die mathematischen Grundlagen der Volatilitätsbestimmung, die Theorie der Volatilitätsoberfläche, moderne Volatilitätsindizes sowie eine empirische Überprüfung von Handelsstrategien.
Das Hauptziel ist es, zu evaluieren, ob Volatilitätsprodukte tatsächlich das in der Fachpresse oft postulierte Diversifikationspotenzial bieten und ob eine Investition in diese Produkte für Anleger lukrativ ist.
Neben der theoretischen Herleitung von Optionspreis- und Volatilitätsmodellen basiert die Arbeit auf einer empirischen Auswertung von Handelsstrategien mittels Datenreihen und ökonometrischer Verfahren wie GARCH-Modellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Volatilitätsmessung, die detaillierte Darstellung von Handelsinstrumenten wie Variance-Swaps und die quantitative Analyse empirischer Studien zu deren Performance.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Volatilität, Assetklasse, VDAX-NEW, Variance-Swaps, GARCH-Modelle und Diversifikation geprägt.
Dies liegt an der Konstruktion der Produkte: Da Volatilität kein direkt handelbares Asset ist, müssen diese über Optionsportfolios repliziert werden, wobei die Markterwartungen bezüglich zukünftiger Volatilität bereits in die Preise eingepreist sind.
Empirische Untersuchungen zeigen, dass Short-Positionen in Variance-Swaps oder Straddles im Mittel zwar Profite generieren können, jedoch mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden sind, insbesondere bei sprunghaften Markteinbrüchen.
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