Examensarbeit, 2000
79 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Definitionen Jugend - Jugendkultur
2.2 Definition Jugendsprache – Abgrenzung zur Umgangssprache und Standardsprache
3. Geschichte der Jugendsprache
4. Forschungsübersicht
4.1 Hennes Modell der Jugendsprache
4.2 Schlobinskis Paradigmenwechsel der Jugendsprachforschung
4.3 Androutsopoulos Untersuchungen
5. Funktionen von Jugendsprache
6. Medialer Einfluss auf Jugendsprache
7. Korpus
7.1 Problematik bei der Gewinnung authentischen Gesprächmaterials
7.2 Eigene Methode der Datenerhebung
8. Linguistische Untersuchung – Strukturelle Dimension
8.1 Wortbildung
8.1.1 Modifikation
8.1.1.1 Verbmodifikationen
8.1.1.2 Intensivpräfigierungen
8.1.1.3 Modifikationssuffixe –i, -o, -a / Kurzwortbildung
8.1.2 Komposition
8.1.3 Ableitung
8.1.3.1 Pseudopartizipien
8.1.3.2 Adjektivableitung
8.1.3.3 Verbableitung
8.1.3.4 Wurzelwörter
8.1.3.5 Konversion
8.1.4 Morphologische Regularisierung und Analogie
8.1.5 Zusammenfassung
8.2 Phraseologie
8.2.1 Phraseolexeme
8.2.2 Sprüchekultur
8.2.3 Zusammenfassung
8.3 Syntax
8.3.1 Morphosyntaktische Rahmenphänomene
8.3.2 Sprachgebrauchsmuster
8.3.3 Expressive Sprechhandlungen
8.3.4 Intensivierung
8.3.5 Zusammenfassung
8.4 Wortschatz
8.4.1 Wortsemantik
8.4.1.1 Schlüsselwörter
8.4.1.2 Polysemie
8.4.1.3 Lexik von Kleingruppen
8.4.2 Wortschatzbereiche
8.4.2.1 Wertadjektive
8.4.2.2 Vulgarismen
8.4.3 Zusammenfassung
8.5 Diskurs
8.5.1 Anrede
8.5.2 Gliederungssignale
8.5.3 Zusammenfassung
8.6 Entlehnung
8.6.1 Integration
8.6.2 Zusammenfassung
9. Soziolinguistische Untersuchung
9.1 Soziales Umfeld der Sprecher
9.2 Kommunikationssituation
9.3 Auswertung
10. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Vielfalt der heutigen Jugendsprache anhand von authentischem Gesprächsmaterial zu dokumentieren, zu beschreiben und soziolinguistisch einzuordnen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit soziale und situative Faktoren die Kreativität und die strukturellen Bereiche der Jugendsprache beeinflussen und ob sich dabei gruppenspezifische Vokabulare und Sprechstile entwickeln.
8.1.1.1 Verbmodifikationen
Die in den Gruppen vorkommenden jugendsprachlichen Äußerungen werden mittels einer Tabelle aufgezeigt. Gruppe 1 repräsentiert eine hamburgische musikproduzierende Szene, deren Gespräch verdeckt in einer Kneipe nach einer Band-Probe aufgenommen wurde. Die Jugendlichen der Gruppe 2 wurden offen auf einem Spielplatz in Altona aufgenommen. Das Gespräch der Gruppe 3 wurde von einer Gruppe Jugendlicher, die sich vor dem Besuch einer Feier bei einem Freund getroffen hatten, in Paderborn offen aufgezeichnet.
Das Verb rauschen ist durch das Präfix ab- modifiziert. Es erhält somit intransitiven Charakter mit der Bedeutung „sich entfernen“. Die Verben laufen, sitzen, und springen sind mit dem Präfixoid rum- belegt und erhalten dadurch die veränderte Bedeutung einer ziellosen und zwecklosen Tätigkeit. Die Verben ziehen und hauen sind durch das Präfixoid rein- modifiziert. Das Verb reinziehen erhält hier die Bedeutung Alkohol zu konsumieren. Mit dem Verb reinhauen ist hier die Aufforderung zur Durchführung einer Tätigkeit gemeint.
1. Einleitung: Darstellung der kontroversen Diskussion über Jugendsprache und Definition der Zielsetzung dieser soziolinguistischen Untersuchung.
2. Begriffsbestimmungen: Definition der Begriffe Jugend, Jugendkultur und Jugendsprache sowie Abgrenzung zu anderen Sprachvarietäten.
3. Geschichte der Jugendsprache: Historischer Rückblick auf die Entstehung von Jugendsprachen, von studentischen Traditionen bis zur modernen Jugend nach 1945.
4. Forschungsübersicht: Vorstellung der wissenschaftlichen Modelle und Forschungsansätze von Henne, Schlobinski und Androutsopoulos.
5. Funktionen von Jugendsprache: Kategorisierung der sozialen, pragmatischen und linguistischen Motive und Funktionen jugendsprachlichen Handelns.
6. Medialer Einfluss auf Jugendsprache: Untersuchung der wechselseitigen Beziehung zwischen Medienwelt und jugendsprachlicher Kreativität.
7. Korpus: Beschreibung der Datenerhebung und der methodischen Herangehensweise bei der Gewinnung der drei authentischen Gesprächsausschnitte.
8. Linguistische Untersuchung – Strukturelle Dimension: Systematische Analyse der Wortbildung, Phraseologie, Syntax und des Wortschatzes in den untersuchten Gruppen.
9. Soziolinguistische Untersuchung: Verknüpfung der Sprachdaten mit den sozialen Rahmenbedingungen und Kommunikationssituationen der drei Gruppen.
10. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Auswertung der Erkenntnisse und Beantwortung der Forschungsfragen bezüglich der linguistischen und sozialen Faktoren.
Jugendsprache, Soziolinguistik, Wortbildung, Gruppensprache, Anglizismen, Sprachstil, Bricolage, Sprachwandel, Empirische Untersuchung, Jugendkultur, Syntax, Phraseologie, Kommunikation, Identitätsfindung, Sprachvariation.
Die Hausarbeit untersucht die linguistischen Strukturen und sozialen Funktionen der Jugendsprache anhand von authentischem Gesprächsmaterial verschiedener Jugendgruppen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Wortbildung, Phraseologie, Syntax und Wortschatz, eingebettet in den soziolinguistischen Kontext der Sprecher.
Das Ziel ist es, die "sprachliche Wirklichkeit" der Jugendsprache zu erfassen und zu klären, wie soziale und situative Faktoren die sprachliche Kreativität und Strukturierung bei Jugendlichen beeinflussen.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, basierend auf der Transkription und systematischen Analyse von drei authentischen Gesprächskorpora aus unterschiedlichen sozialen Settings.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten linguistischen Analyse (Marker, Wortbildung, Syntax) sowie der anschließenden soziolinguistischen Auswertung der Gruppensprachen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendsprache, Soziolinguistik, Gruppensprache, Sprachvariation und Identitätsfindung charakterisieren.
Gruppe 1 verwendet einen subkulturellen, musikspezifischen Sprachstil, der stark von Anglizismen geprägt ist und fachsprachenähnliche Charakteristika aufweist.
Dies wird auf den Bildungsstand und die Mehrsprachigkeit (Deutsch-Türkisch) zurückgeführt, was dazu führt, dass diese Gruppe eher auf abgesicherte Floskeln und einen begrenzten Wortschatz zurückgreift.
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