Bachelorarbeit, 2016
70 Seiten, Note: 2,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Abstract
1.1 Einleitung
1.2 Problemstellung und Leitfragen der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theorie und aktueller Forschungsstand
2.1 Stadtentwicklung und Stadterneuerung
2.2 Gentrification
2.3 New-build Gentrification
2.4 Forschungsstand zum Ostend
3 Chronik und Historie des Ostends
3.1 Sanierungs- und Aufwertungsmaßnahmen seit 1986
3.1.1 Ausgangssituation
3.1.2 Vorbereitende Untersuchungen
3.1.3 Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen
3.1.4 Sozialplan
3.2 Ziele der Sanierungs- und Aufwertungsmaßnahmen
3.2.1 Ziele für das Gebiet der Einfachen Stadterneuerung
3.3 Ergebnisse
4 Forschungsfrage und Projektziel
5 Untersuchungsdesign
5.1 Statistik
5.2 Diskursanalyse
5.2.1 Lexikometrische Inhaltsanalyse
5.3 Das Vorgehen der vorliegenden Arbeit
5.4 Die untersuchten Medien
5.4.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung
5.4.2 Frankfurter Rundschau
6 Darstellung der Ergebnisse
6.1 Quantitative Ergebnisse
6.2 Lexikometrische Ergebnisse
6.2.1 Frequenzanalyse
6.2.2 Konkordanzanalyse
7 Diskussion der Ergebnisse
8 Fazit/Prognose
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Sanierungs- und Aufwertungsprozesse im Frankfurter Ostend seit 1986. Ziel ist es, mithilfe einer lexikometrischen Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln der F.A.Z. und Frankfurter Rundschau (2010–2016) aufzuzeigen, wie diese Umstrukturierungen medial wahrgenommen und problematisiert werden, um so Rückschlüsse auf die Resultate der Maßnahmen zu ziehen.
2.2 Gentrification
Als „Erfinderin“ der Gentrification gilt die britische Soziologin mit deutscher Herkunft Ruth Glass (*1912, † 1990), welche sich besonders mit der Stadtsoziologie beschäftigte. Glass forschte in den 1960er Jahren zu sozialen Veränderungen im Londoner Stadtteil Islington, welche sie mit dem Begriff Gentrification benannte:
„One by one, many of the working class quarters of London have been invaded by the middle-class-upper, and lower-shabby modest news and cottages (…) have been taken over when their leases expired, and have become elegant, expensive residences. Larger Victorian houses, downgraded in an earlier or recent period – which were uses as lodging houses or were otherwise in multiple occupation – have been upgraded once again. (…) Once this process of “gentrification” starts in a district it goes on rapidly until all or most of the original working class occupiers are displaced and the whole social character of the district is changed” (Glass 1964: xviii, zit. nach Krajewski 2006: 36).
Glass beschreibt, dass die obere Mittelschicht in einige der Londoner Arbeiterviertel eingedrungen ist. Die bis dahin durch unansehnliche und marode Häuschen geprägte Viertel wurden aufgewertet, was dazu führte, dass die Mieten stiegen und das Viertel zu einem teuren Wohnort wurde. Diesen Prozess benannte Glass damals als Gentrification. Des Weiteren beschrieb sie, dass sich Gentrification so lange fortsetzt und ausbreitet, bis sich der soziale Charakter eines Viertels vollständig gewandelt hat.
1 Abstract: Zusammenfassung der Zielsetzung, Methodik und der zentralen Erkenntnisse der Bachelorarbeit über die Aufwertungsprozesse im Frankfurter Ostend.
2 Theorie und aktueller Forschungsstand: Theoretische Einordnung der Stadterneuerung und der Gentrifizierung, ergänzt durch aktuelle Forschungsansätze zur Neubau-Gentrification.
3 Chronik und Historie des Ostends: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Stadtteils vom Ackerland zum industriell geprägten Viertel und die Einleitung der Sanierungsmaßnahmen ab 1986.
4 Forschungsfrage und Projektziel: Definition des Projektziels, ein objektives Begleitgutachten zum offiziellen Abschlussbericht mittels einer medienwissenschaftlichen Untersuchung zu erstellen.
5 Untersuchungsdesign: Darlegung der methodischen Vorgehensweise, bestehend aus Statistik, Diskursanalyse und lexikometrischer Inhaltsanalyse der ausgewählten Medien.
6 Darstellung der Ergebnisse: Präsentation der quantitativen und lexikometrischen Analysedaten zur Berichterstattung der F.A.Z. und F.R. über das Ostend.
7 Diskussion der Ergebnisse: Interpretation der gesammelten Daten im Kontext der Gentrifizierungstheorien und Abgleich mit den aufgestellten Hypothesen.
8 Fazit/Prognose: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage sowie ein Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf hinsichtlich des Erhalts sozialer Mischung im Quartier.
Frankfurter Ostend, Stadterneuerung, Gentrifizierung, New-build Gentrification, Diskursanalyse, Sanierung, Aufwertung, Mietpreise, Wohnungsmarkt, Sozialstruktur, Stadtentwicklung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Immobilienwirtschaft, Verdrängung
Die Arbeit befasst sich mit den städtebaulichen Sanierungs- und Aufwertungsprozessen im Frankfurter Ostend seit 1986 und deren Auswirkungen auf die soziale und materielle Struktur des Viertels.
Zentral sind die Prozesse der Stadterneuerung, das Phänomen der Gentrifizierung und deren spezifische Ausprägung als New-build Gentrification im Frankfurter Kontext.
Ziel ist es, die mediale Darstellung dieser Entwicklungen in den regionalen Zeitungen F.A.Z. und F.R. zwischen 2010 und 2016 kritisch zu hinterfragen und die Erfolgsbilanz der offiziellen Stadtplanung zu reflektieren.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus quantitativer Statistik (Bevölkerung, Mieten) und einer lexikometrischen Inhaltsanalyse, um Zeitungsartikel systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil umfasst die historische Genese des Ostends, die Darstellung des methodischen Vorgehens sowie die detaillierte Auswertung der medialen Berichterstattung zu Sanierung und Aufwertung.
Zu den Kernbegriffen zählen Frankfurter Ostend, Stadterneuerung, Gentrifizierung, Verdrängung, Mietpreissteigerungen und mediale Diskursanalyse.
Der Bau der EZB wird als bedeutender Motor und „symbolische Aufwertung“ identifiziert, der das Interesse für Investoren steigerte und das Viertel für einkommensstärkere Gruppen attraktiver machte.
Die Arbeit stellt die These auf, dass die Maßnahmen für Eigentümer und wohlhabende Gruppen erfolgreich waren, für einkommensschwächere Mieter jedoch häufig zu negativen Folgen wie Verdrängung führten.
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