Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definition, Relevanz und Messmethoden des Dispositionseffekts
2.1 Definition und empirische Relevanz
2.2 PGR/PLR-Methode
2.3 Cox-Proportional-Hazard-Rate-Methode
3 Evidenz des Dispositionseffekts
3.1 Private Investoren
3.2 Professionelle Investoren
4 Potentielle Treiber des Dispositionseffekts
4.1 Rationale Erklärungsansätze
4.2 Psychologische Erklärungsansätze
4.2.1 Prospect Theory und Mental Accounting
4.2.2 Realization Utility Theory, Avoiding Regret und kognitive Dissonanz
5 Auswirkungen und Folgen
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert das Phänomen des Dispositionseffekts, bei dem Investoren dazu neigen, Gewinnaktien zu früh zu verkaufen und Verliereraktien zu lange zu halten. Ziel ist es, die psychologischen Ursachen dieses irrationalen Verhaltens zu ergründen und dessen Auswirkungen auf Investoren sowie die daraus resultierenden Marktphänomene wie den Momentum-Effekt zu untersuchen.
2.2 PGR/PLR-Methode
Unter dem aktuellen Gliederungspunkt betrachtet diese Arbeit die Messmethodik von Odean (1998). Die Betrachtung dieser Methode empfiehlt sich, da sie in der Empirie von vielen anderen Studien verwendet worden ist (Cici, 2012; Frazzini, 2006; Li & Yang, 2013). Sie zielt auf den Nachweis der Investorenpräferenz für die Realisierung von Gewinnen anstelle von Verlusten (relativ zum Kaufpreis) ab. Odean (1998) berücksichtigt bei der Konzeption seiner Messtechnik, dass das reine Zählen von realisierten Gewinnen und realisierten Verlusten nicht ausreicht und verzerrende Erkenntnisse liefert. Da die grundsätzliche Tendenz zum Anstieg von Aktienpreisen besteht, würde diese Vorgehensweise im Durchschnitt zum Überschätzen der Investorenpräferenzen für Gewinn- anstelle von Verlustrealisierung führen (Odean, 1998).
Generell betrachtet er bei seiner Methodik nur solche Tage, an denen es zu einem Verkauf von einer oder mehreren Aktien aus dem Portfolio des Investors kommt. An diesen Tagen stellt er fest, ob der aktuelle Wert seiner Aktien über oder unter dem zugehörigen Referenzpunkt (hier: durchschnittlicher Kaufpreis) liegt. Liegt der aktuelle Wert über (unter) dem durchschnittlichen Kaufpreis einer Aktie, erfolgt eine Einteilung als „Gewinneraktie“ („Verliereraktie“). Falls hier der durchschnittliche Kaufpreis zwischen dem Tageshoch und Tagestiefstpreis der Aktie liegt, wird diese nicht als Gewinn oder Verlust eingestuft und bleibt unberücksichtigt. Ansonsten erfolgt eine entsprechende Einteilung in vier Kategorien: Wenn eine Gewinneraktie (Verliereraktie) an dem betrachteten Tag nicht verkauft wird, ordnet er diese Aktie als einen noch nicht realisierten „Paper Gain“ („Paper Loss“) ein. Hingegen erfolgt eine Einordnung als „Realized Gain“ („Realized Loss“), wenn ein Gewinn (Verlust) am jeweiligen Tag durch Verkauf realisiert wird. Das Dividieren der Anzahl ermittelter „Realized Gains“ („Realized Losses“) mit der Anzahl potentiell möglicher Gewinnrealisierungen (Verlustrealisierungen) ergibt die Proportion of Gains Realized (Proportion of Losses Realized) für den jeweiligen Tag t (siehe Formeln 1) und 2), Odean, 1998, S. 1781-1782).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Dispositionseffekts ein und erläutert dessen Relevanz für Investoren sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Definition, Relevanz und Messmethoden des Dispositionseffekts: Dieses Kapitel definiert den Effekt und stellt die gängigen empirischen Messmethoden vor, insbesondere die PGR/PLR-Methode und die Survival-Analyse.
3 Evidenz des Dispositionseffekts: Hier wird die empirische Evidenz des Effekts sowohl bei privaten als auch bei professionellen Investoren detailliert untersucht.
4 Potentielle Treiber des Dispositionseffekts: Dieses Kapitel analysiert rationale sowie psychologische Erklärungsansätze und diskutiert Konzepte wie die Prospect Theory und Realization Utility.
5 Auswirkungen und Folgen: Die Auswirkungen auf den Momentum-Effekt und die daraus resultierenden Konsequenzen für Marktpreise stehen hier im Fokus.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bietet einen Ausblick auf die Bedeutung weiterer Forschung zur Verringerung investitionstechnischer Fehler.
Dispositionseffekt, Behavioral Finance, Prospect Theory, Mental Accounting, Investorenverhalten, Aktienrenditen, Momentum-Effekt, Verlustrealisierung, Gewinnrealisierung, Kognitive Dissonanz, Realization Utility, Privatanleger, Fondsmanager, Markteffizienz, Anlegerschutz.
Die Arbeit untersucht das menschliche Investitionsverhalten und insbesondere das Phänomen, bei dem Anleger Gewinne zu früh realisieren, während sie Verluste zu lange halten, was als Dispositionseffekt bezeichnet wird.
Die zentralen Themen sind Behavioral Finance, die Psychologie von Investitionsentscheidungen, die Rolle des Referenzpunkts (Kaufpreis) und die empirische Nachweisbarkeit dieses irrationalen Verhaltens.
Ziel ist es, die Ursachen hinter dem Dispositionseffekt zu identifizieren, zu erklären, warum rationale Erklärungsansätze scheitern, und aufzuzeigen, wie dies Marktpreise beeinflusst.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und vergleicht verschiedene empirische Messmethoden wie die PGR/PLR-Methode mit moderneren Survival-Analysen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Evidenz bei verschiedenen Investorentypen, eine Analyse der Treiber (rationale vs. psychologische Faktoren) und eine Diskussion der Marktauswirkungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dispositionseffekt, Prospect Theory, Mental Accounting, Momentum-Effekt und Investorenpsychologie beschreiben.
Die Empirie zeigt, dass professionelle Investoren zwar eine geringere Neigung zum Dispositionseffekt aufweisen als Privatanleger, jedoch keineswegs vollständig davor geschützt sind.
Obwohl die Prospect Theory den Rahmen für Risikoaversion bei Gewinnen und Risikofreude bei Verlusten bietet, erweist sie sich als ex-post Argument, das in der praktischen Anwendung häufig auf Inkonsistenzen stößt.
Sie ergänzt die Forschung, indem sie postuliert, dass Anleger Nutzenschübe primär zum Zeitpunkt der Verkaufsrealisierung generieren, was das Festhalten an Verlusten psychologisch erklärbar macht.
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