Magisterarbeit, 1996
98 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Vorgeschichte und Hintergründe
3. Zukunftsplanungen in der SS: Die Generalpläne Ost
3.1. Allgemeiner Überblick
3.2. Literatur und Quellenlage
3.3. Die einzelnen Pläne
3.3.1. Der Generalplan des RKF
3.3.2. Der Generalplan Ost des RKF
3.3.3. Der Generalplan Ost des RSHA
3.3.4. Der Gesamtplan Ost des RSHA
3.3.5. Der spätere Generalplan Ost des RKF
3.3.6. Der Generalsiedlungsplan des RKF
3.4. Offene Fragen
3.5. Zusammenfassung
4. Die Zukunftsvorstellungen im Ostministerium
4.1. Allgemeiner Überblick
4.2. Die Ansichten Dr. Wetzels
4.2.1. Kurze Übersicht
4.2.2. Kritik am Generalplan
4.2.3. Rasse- und volkstumspolitisches Konzept
4.2.4. Zusammenfassung
4.3. Die Vorstellungen Rosenbergs
4.3.1. Allgemeine Zielsetzung
4.3.2. Reichskommissariat Ukraine
4.3.3. Reichskommissariat Kaukasien
4.3.4. Reichskommissariat Rußland
4.3.5. Reichskommissariat Ostland
4.4. Zusammenfassung
5. Die Planungen des AWI der DAF
5.1. Allgemeiner Überblick
5.2. Der Inhalt der Denkschriften
5.2.1. Der Aufbau der neuen Gebiete im Osten und Westen
5.2.2. Durchdringung in Rohstoff- und Landwirtschaft
5.2.3. Nutzung der eroberten Gebiete durch das deutsche Volk
5.2.4. Raum formt Sozialpolitik
5.2.5. Erschließung der Rohstoff- und Landwirtschaft
5.3. Zusammenfassung
6. Die Vorschläge Prof. Liedeckes
7. Die Vorgaben Hitlers
8. Vergleich und Zusammenfassung
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die nationalsozialistischen Nachkriegskonzeptionen für die eroberten Gebiete Osteuropas im Zeitraum von Januar 1940 bis Januar 1943. Das primäre Ziel der Untersuchung ist es, die vielfältigen SS-Planungen, Entwürfe des Ostministeriums sowie das AWI-Konzept darzustellen, kritisch zu analysieren und miteinander zu vergleichen, um gemeinsame Tendenzen und spezifische Differenzen in der ideologischen Zielsetzung und methodischen Ausgestaltung der beabsichtigten Neuordnung Osteuropas aufzuzeigen.
3.1. Allgemeiner Überblick
In dem hier betrachteten Zeitraum errichtete die SS ein immer einflußreicher werdendes Imperium. Sie war in mehrere Hauptämter gegliedert (1944: 12 HA) <1>, welche Himmler, Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei (ab 7. Oktober 1941 auch Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums), unterstanden. Generalplanungen erfolgten durch zwei dieser Hauptämter, das RSHA sowie das HA RKF.
Das RSHA entstand am 27. September 1939 durch die organisatorische Zusammenfassung der Deutschen Polizei und der Parteinachrichtenorganisation SD des RFSS. <2> Zu diesem Zeitpunkt hatte das RSHA sechs Ämter, später sieben. Die hier interessierenden Planungen stammen aus dem Amt III des RSHA (Deutsche Lebensgebiete/ SD-Inland) unter SS-Brigadeführer Dr. Otto Ohlendorf. Die Amtsgruppe III B dieses Amtes wurde von Dr. Hans Ehlich geleitet, ihr entstammt der GPO des RSHA und mit großer Wahrscheinlichkeit ebenso der Gesamtplan Ost des RSHA.
Das HA RKF wurde als solches Mitte Juni 1941 als eigenständiges SS-Hauptamt installiert. Es war weit kleiner als das RSHA und bestand zunächst nur aus dem Stabshauptamt (Chef Ulrich Greifelt) und einigen untergeordneten Ämtern, unter anderem dem Hauptamt II (Planung und Boden) unter Prof. Konrad Meyer-Hetling (Stand vom 15. August 1941; nachfolgend wird nur der meist verwendete Name Meyer gebraucht). Bei einer Neustrukturierung wurden dem Stabshauptamt drei Amtsgruppen (A, B und C) mit jeweils drei Ämtern untergeordnet. Hier interessiert das Amt VI-Planung unter Prof. Konrad Meyer, der gleichzeitig Chef der entsprechenden Amtsgruppe C war (Stand: 1. August 1942). <3>
Diese sehr konkrete Zuordnung der Planungszuständigkeiten und Verantwortlichkeiten darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß durch andere Dienststellen der SS umfangreiche Zuarbeiten erbracht wurden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik nationalsozialistischer Planungen für Osteuropa ein, definiert den Begriff "Generalplan Ost" und grenzt den zeitlichen Untersuchungsrahmen ab.
2. Vorgeschichte und Hintergründe: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen und ideologischen Wurzeln des deutschen Expansionsdrangs nach Osten, die lange vor 1933 begannen.
3. Zukunftsplanungen in der SS: Die Generalpläne Ost: Das Kapitel detailliert die verschiedenen SS-Konzepte zur "Neuordnung" Osteuropas, analysiert deren Quellenlage und hinterfragt kritisch die Intentionen der Planer.
4. Die Zukunftsvorstellungen im Ostministerium: Hier werden die abweichenden Ansichten von Dr. Wetzel und Alfred Rosenberg untersucht, die sich in ihren Zielsetzungen und Methoden teils deutlich von der SS-Planung unterschieden.
5. Die Planungen des AWI der DAF: Dieses Kapitel stellt die wirtschafts- und sozialpolitischen Denkschriften des Arbeitswissenschaftlichen Instituts vor und analysiert deren Schwerpunkte bei der Ausbeutung und Siedlung der Ostgebiete.
6. Die Vorschläge Prof. Liedeckes: Fokus auf die raumplanerischen und sicherheitspolitischen Überlegungen Liedeckes, insbesondere zur militärischen Absicherung der Reichsgrenzen nach Osten.
7. Die Vorgaben Hitlers: Untersuchung der internen Äußerungen Hitlers, die als grobe Leitlinien für die Planung dienten und oft im Spannungsfeld zu den operativen Entwürfen der Behörden standen.
8. Vergleich und Zusammenfassung: Dieses abschließende Kapitel setzt die verschiedenen Pläne in Bezug zueinander, arbeitet Gemeinsamkeiten sowie fundamentale Dissense heraus und bewertet die Bedeutung dieser Konzeptionen.
Nationalsozialismus, Generalplan Ost, SS, Reichskommissariat, Besiedlungspolitik, Osteuropa, Germanisierung, Lebensraum, AWI, Ostministerium, Zwangsaussiedlung, Rassenpolitik, Wirtschaftsplanung, Zweiter Weltkrieg, Prof. Konrad Meyer
Die Arbeit analysiert die nationalsozialistischen Zukunftspläne für die eroberten Gebiete Osteuropas während des Zweiten Weltkriegs, insbesondere die sogenannten Generalpläne Ost und konkurrierende Entwürfe anderer NS-Institutionen.
Zentrale Themen sind die rassische und volkstumspolitische Umgestaltung Osteuropas, die landwirtschaftliche Durchdringung, industrielle Ausbeutung, Zwangsaussiedlungen sowie der Aufbau einer deutschen Siedlungsstruktur im Osten.
Das Hauptziel ist es, die verschiedenen Konzepte der NS-Planungsstäbe (SS, Ostministerium, AWI) darzustellen, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit diese Utopien einer praktischen Realisierung entgegenstanden.
Der Autor nutzt eine methodisch fundierte Analyse von Primärquellen, Denkschriften und internen Stellungnahmen der damaligen Planungsbehörden, kombiniert mit einer kritischen Würdigung der bestehenden Sekundärliteratur.
Im Hauptteil werden detailliert die SS-Generalpläne, die Zukunftsvorstellungen unter Rosenberg (Ostministerium), die Denkschriften des AWI der DAF sowie die Planungen von Prof. Liedecke und die politischen Vorgaben Hitlers untersucht und gegenübergestellt.
Nationalsozialismus, Generalplan Ost, Germanisierung, Lebensraum, Siedlungspolitik, Zwangsaussiedlung, Rassenpolitik und deutsche Ostexpansion.
Die Arbeit verdeutlicht, dass es kein monolithisches Planungskonzept gab, sondern machtpolitische Kompetenzstreitigkeiten zwischen SS und Ostministerium (Rosenberg) zu unterschiedlichen Ansätzen bezüglich Verwaltung, Industrialisierung und der Behandlung der osteuropäischen Bevölkerung führten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Pläne als reine Nachkriegskonzeptionen und Utopien zu betrachten sind, die nie eine Phase ernsthafter praktischer Umsetzung erreichten, da die kriegerische Voraussetzung eines totalen Sieges fehlte.
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