Bachelorarbeit, 2018
60 Seiten, Note: 2,5
Vorwort
1. Einleitung
2. Die illustrierten Familienzeitschriften in Deutschland von 1850 bis 1918 und ihre Rolle in der Gesellschaft
„Die Gartenlaube“ – die beliebteste Familienzeitschrift der Deutschen
3. Bauernhaus: vernakuläre Architektur in der Moderne
4. Fragestellung zum Thema „Bauernhaus und seine Darstellung in der Familienzeitschrift“ „Gartenlaube“
4.1 Das Bauernhaus und seine Darstellung in der „Gartenlaube“ von 1853 bis 1884
4.2 Popularisierung des Bauernhauses und des „Deutschtums“ in der Wilhelminischen „Gartenlaube“ von 1885 bis 1918
5. Historische Hausforschung und Heimatschutz im deutschen Kaiserreich und ihre Darstellung in der „Gartenlaube“
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berichte der Familienzeitschrift „Gartenlaube“ zum Thema „Bauernhaus und seine Popularisierung“ im Zeitraum zwischen 1853 und 1918. Das Hauptziel der Untersuchung ist es, die Entwicklung der gesellschaftlichen Wahrnehmung bäuerlicher Architektur und die Rolle der Zeitschrift als Instrument zur Stärkung eines nationalen Identitätsgefühls und zur Popularisierung von Volkstum und Heimat zu analysieren.
4.1 Das Bauernhaus und seine Darstellung in der „Gartenlaube“ zwischen 1853 und 1884
Das 19. Jahrhundert ist durch zahlreiche politische und geschichtliche Ereignisse gekennzeichnet. Dazu zählen neben der Industrialisierung oder der gescheiterten Revolution von 1848 der für alle europäischen Staaten geltende Nationalismus, der einer der Schlüsselbegriffe dieser Zeit geworden ist. Zu der Ausnahme zählten die deutschen Kleinstaaten, die sich trotz der Nationalbewegung und der zahlreichen Vereine nicht zu einem Nationalstaat einigen konnten. Dichter, Schriftsteller und Publizisten verkündeten trotz Zensur ihre politische Meinung. Man sprach über das deutsche Volk, das durch gleiche „Zunge“ verbunden sei. Die Uneinigkeit und Zerstrittenheit, aber auch eine Polarisierung zwischen Land und Stadt lassen sich gut durch die Artikel der „Gartenlaube“ über Landbewohner und ihre Wohnstätte beobachten. Das Bauerntum war aus dem 19. Jahrhundert nicht wegzudenken. Als Beweis finden wir Berichte in der „Gartenlaube“, die sich bemühten, Sitte und Gebräuche von Land und Leuten, z. B. in der gleichnamigen Serie, die meist im Stil eines Reisefeuilletons abgefasst war und neben der Landschaft, Klima und Geschichte auch Sehenswürdigkeiten und Lebensweise der Bewohner eines Gebietes beschrieb, zu vermitteln und somit das Bauernleben als Idylle darzustellen und dasselbe zu popularisieren. Der Bauer wird zum Repräsentanten des Lebensstils, den die Städter längst verloren haben, und das Dorf zum Ort, wo noch ein echtes Verhältnis zwischen Mensch und Natur bestehe.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Popularisierung des Bauernhauses durch die „Gartenlaube“ ein und erläutert den Untersuchungszeitraum von 1853 bis 1918 sowie die Bedeutung der Zeitschrift als kulturhistorische Quelle.
2. Die illustrierten Familienzeitschriften in Deutschland von 1850 bis 1918 und ihre Rolle in der Gesellschaft: Der Abschnitt skizziert die Entstehung der Massenpresse in Deutschland und positioniert die „Gartenlaube“ als einflussreichstes Familienblatt, das Wissen populärwissenschaftlich für alle Schichten aufbereitete.
3. Bauernhaus: vernakuläre Architektur in der Moderne: Hier wird die Rezeption des „Vernakularen“ durch verschiedene Fachdisziplinen wie die Volkskunde und die Architekturgeschichte im Kontext der zunehmenden Moderne und Industrialisierung betrachtet.
4. Fragestellung zum Thema „Bauernhaus und seine Darstellung in der Familienzeitschrift“ „Gartenlaube“: Dieses Kapitel bildet den analytischen Kern, indem es die methodische Herangehensweise (qualitative Inhaltsanalyse) beschreibt und die Berichterstattung in zwei Phasen – vor und nach der Reichsgründung – unterteilt.
5. Historische Hausforschung und Heimatschutz im deutschen Kaiserreich und ihre Darstellung in der „Gartenlaube“: Der Autor erläutert die Verflechtung von Hausforschung, Heimatkunst und Heimatschutz und wie diese Strömungen die Wahrnehmung des deutschen Bauernhauses als Identitätsmerkmal prägten.
6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die „Gartenlaube“ das Bauernhaus bewusst zur Stärkung des nationalen Selbstgefühls und zur Vermittlung eines harmonischen Gesellschaftsbildes einsetzte.
Gartenlaube, Bauernhaus, Popularisierung, 19. Jahrhundert, Deutschland, Nationalgefühl, Heimatschutz, Volkskunde, Vernakuläre Architektur, Land und Leute, Identität, Industrialisierung, Massenmedium, Familienzeitschrift, Deutschtum.
Die Bachelorarbeit analysiert, wie die beliebte Familienzeitschrift „Gartenlaube“ das „Bauernhaus“ zwischen 1853 und 1918 darstellte und popularisierte, um das nationale Identitätsgefühl der deutschen Leserschaft zu stärken.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der illustrierten Presse im 19. Jahrhundert, die wissenschaftliche Hausforschung, die Heimatschutzbewegung und die Konstruktion eines deutschen Nationalbewusstseins durch die Idealisierung ländlicher Lebenswelten.
Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der gesellschaftlichen Wahrnehmung bäuerlicher Bauten nachzuzeichnen und zu zeigen, wie die „Gartenlaube“ das Bauernhaus als „echten“ Träger deutscher Tradition und Identität stilisierte.
Die Autorin führt eine qualitative Inhaltsanalyse durch, bei der sie Jahrgänge der Zeitschrift von 1853 bis 1918 systematisch auf Artikel zu Architektur, ländlichen Themen und Bewohnern hin untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rolle von Familienzeitschriften, die Einordnung des vernakulären Bauens, die Inhaltsanalyse der „Gartenlaube“ in zwei chronologischen Phasen sowie die Verbindung zur frühen Hausforschung und zum Heimatschutz.
Wichtige Begriffe sind insbesondere: „Gartenlaube“, „Bauernhaus“, „Nationalgefühl“, „Heimatschutz“, „Volkskunde“ und „Vernakuläre Architektur“.
Nach der Reichsgründung diente die Darstellung eines vermeintlich einheitlichen bäuerlichen „Stammbaum-Erbes“ dazu, die zuvor zersplitterten deutschen Regionen ideell zu einer nationalen Einheit zu verschmelzen.
Während in der ersten Phase eher die ländliche Idylle als Gegenentwurf zum städtischen Leben im Vordergrund stand, verschob sich der Schwerpunkt ab 1885 hin zu imperialistischen Vorstellungen, die das „Deutschtum“ auch über die Reichsgrenzen hinaus als überlegen und kulturstiftend darstellten.
Freilichtmuseen boten eine „en miniature“-Darstellung des Landes und fungierten als institutionelle Basis für die volkskundliche Hausforschung, um das bäuerliche Leben als museales Erbe zu konservieren und so das allgemeine Interesse am Heimatschutz zu fördern.
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