Diplomarbeit, 2000
73 Seiten, Note: 1,3 (sehr gut)
1) Bildung; Theorien und Ansätze
1.1) Der neuhumanistische Bildungsbegriff
1.1.1) Der Humanismus
1.1.2) Die Aufklärung
1.1.3) Biographisches zu Wilhelm von Humboldt
1.1.4) Das neuhumanistische Ideal der Bildung
1.1.4.1) Kritik zur neuhumanistischen Idee der Bildung
1.1.5) Neuhumanistische Bildung und die Erwachsenenbildungstheorien
1.2) Bildung heute
1.2.3) Rahmenbedingungen für heutige Ansätze von Bildungstheorien
1.2.3.1) Die Wissensgesellschaft
1.2.3.2) Ökonomische Verengung der Erwachsenenbildung
1.2.4) Zur Theorie der Bildung
1.2.5) Bildung als ganzheitliches Lernen
2) Die Erwachsenenbildung
2.1) Einleitung
2.1.1) Definition und Problembeschreibung
2.2) Anthropologie
2.2.1) Wie Erwachsene Lernen
2.3) Bildung und Identität
2.4) Konstituierende Faktoren der Erwachsenenbildung
2.4.1) Wandel der Gesellschaft
2.4.2) Individuelle Faktoren
2.5.) Ziele der Erwachsenenbildung
2.5.1) Qualifizierung
2.5.2) Die Bildung des Menschen
2.6) Kann das neuhumanistische Bildungsideal noch eine Leitorientierung für die Erwachsenenbildung sein?
3) Erwachsenenbildung und die Soziale Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des neuhumanistischen Bildungsideals, insbesondere in der Tradition von Wilhelm von Humboldt, als Leitorientierung für die moderne Erwachsenenbildung. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und inwiefern sich dieses klassische Ideal angesichts ökonomischer Anforderungen an Qualifizierung und der Bedingungen der postindustriellen Wissensgesellschaft als ganzheitliches Prinzip bewahren oder modifizieren lässt, um als Orientierung für pädagogisches Handeln zu dienen.
1.1.4) Das neuhumanistische Ideal der Bildung
Die Darstellung des neuhumanistischen Ideals von Bildung ist ohne die theoretische Grundlage Wilhelm von HUMBOLDTS nicht möglich. Fast jede moderne Bildungstheorie greift auf ihn zurück, ausgenommen extreme Position des marktorientierten Qualifikationslernens in der Berufsbildung, andererseits ist gerade im deutschen, europäischen und angloamerikanischen Raum dieses Ideal von Bildung von großer Bedeutung. HUMBOLDTS Vorstellungen sind tief in die philosophischen Strömungen der Zeit eingebettet, weisen jedoch auch über diese hinaus und haben bis heute großen Einfluß. Bildung des Menschen ist für HUMBOLDT substanziell, nicht nur im Sinne der Aufklärung, die eine gesellschaftliche und intellektuelle Emanzipation des Menschen intendiert, sondern als konstitutives Moment des humanen Seins. Erst durch Bildung wird der Mensch zum Menschen.
Einer der Grundbegriffe HUMBOLDTS ist die Individualität. Der Mensch kommt nicht als gereifte und entwickelte Persönlichkeit zur Welt, erst Bildung erlaubt es, eine Individualität zu entwickeln. Das gebildete Individuum ist für HUMBOLDT Zweck des menschlichen Seins. Der gebildete Mensch entwickelt sich zu einem Original, im Sinne einer eigenständigen und unverwechselbaren Persönlichkeit. Mensch sein heißt also bildsam zu sein und Bildung zu besitzen. Das Bemühen um Bildung ist spezifisch human, „der Mensch (ist das) einzige Wesen der Schöpfung, (das) seine Bestimmung selber suchen und finden muß.“ Bildung und die Fähigkeit zur Bildung sind die Charakteristika, die den Menschen von seiner Umwelt unterscheidet; nicht die individuelle Bildung der Menschen untereinander, sondern die gesamte Menschheit von der sie umgebenden Umwelt. Bildung im neuhumanistischen Sinn ist die Bestimmung des Menschen über historische und gesellschaftliche Ansprüche und Entwicklungen hinaus.
1) Bildung; Theorien und Ansätze: Dieses Kapitel erläutert die historischen und geisteswissenschaftlichen Wurzeln des neuhumanistischen Bildungsbegriffs, insbesondere durch Humboldt, und diskutiert die aktuellen Rahmenbedingungen in der Wissensgesellschaft.
2) Die Erwachsenenbildung: Hier wird der Bezug zur Andragogik hergestellt, das Menschenbild in der Erwachsenenbildung geklärt sowie Lernprozesse, Identitätsbildung und Zielsetzungen (Qualifizierung vs. humane Bildung) analysiert.
3) Erwachsenenbildung und die Soziale Arbeit: Der abschließende Teil beleuchtet die Parallelen und Kongruenzen zwischen Sozialer Arbeit und Erwachsenenbildung und diskutiert den Neuhumanismus als gemeinsame Leitorientierung für diese Handlungsfelder.
Neuhumanismus, Wilhelm von Humboldt, Erwachsenenbildung, Andragogik, Bildung, ganzheitliches Lernen, Identitätsbildung, Qualifizierung, Soziale Arbeit, Aufklärung, lebenslanges Lernen, Menschenbild, Individualität, Mündigkeit, Wissensgesellschaft.
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und Relevanz des neuhumanistischen Bildungsideals (nach Humboldt) als Leitorientierung für die heutige Erwachsenenbildung.
Im Zentrum stehen die Bildungstheorien, der Wandel zur Wissensgesellschaft, die Bedeutung von Identität beim Lernen und die Verknüpfung mit der Sozialen Arbeit.
Kann das klassische neuhumanistische Bildungsideal, trotz des ökonomischen Drucks zur reinen Qualifizierung, noch als ganzheitliches Leitprinzip für modernes andragogisches Handeln dienen?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die Bildungstheorien (besonders von Humboldt) sowie Konzepte der Andragogik und Sozialpädagogik Literatur-basiert zusammenführt und diskutiert.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen (Humanismus, Aufklärung), das Menschenbild der Andragogik, die Bedingungen lebenslangen Lernens sowie die Ziele der Erwachsenenbildung, bevor er den Bogen zur Sozialen Arbeit schlägt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Neuhumanismus, Bildung, Erwachsenenbildung, Andragogik, Identitätsbildung und Soziale Arbeit.
Während Qualifizierung primär auf die berufliche Verwertbarkeit und den Erwerb von Funktionen im System abzielt, zielt Bildung auf die ganzheitliche Entfaltung des Menschen und seine Mündigkeit ab.
Der Autor argumentiert, dass auch die Soziale Arbeit eine übergeordnete Leitorientierung benötigt, um über die kurzfristige Problemlösung hinaus zur Hilfe zur Selbsthilfe und zur Identitätsentwicklung beizutragen.
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