Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 1,7
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einleitung
2. Begriffs- und Konzeptbestimmungen
2.1. Verteilungsgerechtigkeit
2.2. Der Liberalismus – Theorien der gerechten Verteilung
2.3. Das BGE – Entwicklung eines liberalen Konzeptes
3. Theoretische Grundlage: John Rawls Theorie der Gerechtigkeit als Fairness
4. Analyse des BGE im Kontext der Gerechtigkeitstheorie
4.1. Das Differenzprinzip
4.1.1. Bezugspunkt des Differenzprinzips - Interpretationsmöglichkeiten
4.1.2. Diskriminierung zwischen unterschiedlichen Konzeptionen des Guten
4.1.3. Neutralität bei Rawls
4.1.4. Reziprozität bei Rawls
4.1.5. Arbeit und fairer Beitrag
4.1.6. Arbeitsplatzmangel
4.1.7. Sinnvolle Arbeit und der Aristotelische Grundsatz
4.2. Selbstachtung – „das wohl wichtigste Grundgut“
4.3. Das BGE als Grundlage der Selbstachtung
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) mit der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls. Das primäre Ziel ist es, den theoretischen Konflikt zwischen der Forderung nach Reziprozität im Liberalismus und dem BGE-Konzept aufzulösen, indem das Differenzprinzip und die Bedeutung der Selbstachtung in Rawls' Philosophie neu interpretiert werden.
4.1.6. Arbeitsplatzmangel
Zur Simplifizierung in der Idealtheorie mag es sinnvoll sein davon auszugehen, dass genug Arbeit vorhanden ist, in der Realität ist dies aber nicht immer der Fall. In Anbetracht unfreiwilliger Arbeitslosigkeit - also Arbeitsplatzmangel - würde innerhalb eines Systems der reinen Lohnzuschüsse einige der am wenigsten Begünstigten, nämlich diejenigen, die arbeitslos sind, nicht berücksichtigt werden. Sie sind in Hinsicht auf die wesentlichen Zufälle innerhalb ihrer sozialen Position die Personen, deren Lebensaussichten aufgrund unverschuldeter gesellschaftlicher Ereignisse am stärksten benachteiligt sind.
Jenen Personen würde unter einer NES dann das Grundeinkommen zustehen. Angesichts des Differenzprinzips müsste die NES dann aber auch maximiert werden. Dies würde zur Folge haben, dass das Grundeinkommen oder der Freibetrag sehr hoch angesetzt werden müsste und dann auch effektiv Menschen in die Lage versetzt, Arbeit abzulehnen. Dies steht dann aber wieder im Gegensatz zu Rawls Idee „daß alle Bürger ihren Beitrag zur kooperativen Arbeit der Gesellschaft beitragen müssen“ (2003, 275) und der Forderung, Surfern keine Leistungen zukommen zu lassen.
Rawls Befürwortung einer NES kann aber auch so interpretiert werden, dass er ein einfaches System der Umverteilung bevorzugt, welches den am wenigsten Begünstigten einen Anreiz gibt Arbeit aufzunehmen aber gleichzeitig auch im Falle unfreiwilliger Arbeitslosigkeit ein Existenzminimum sichert. Eine NES so hoch wie möglich anzusetzen wäre dabei aber nicht nur kontraintuitiv für Rawls, sondern führt auch nicht dazu, die Aussichten der am wenigsten Begünstigen in Hinsicht auf Einkommen zu maximieren. Eine Maximierung der NES führt immer dazu, dass das Grundeinkommen erhöht wird, dies würde aber die Menschen dazu veranlassen weniger zu arbeiten. Diese Erkenntnis ist aus der vorangegangenen Analyse hervorgegangen.
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das BGE im sozialpolitischen Diskurs und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Kompatibilität mit Rawls' Gerechtigkeitstheorie.
2. Begriffs- und Konzeptbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Verteilungsgerechtigkeit, des Liberalismus und das Konzept des BGE als Basis für die Analyse.
3. Theoretische Grundlage: John Rawls Theorie der Gerechtigkeit als Fairness: Die Grundzüge von Rawls' Gerechtigkeitstheorie, insbesondere der Urzustand, das Freiheitsprinzip und das Differenzprinzip, werden dargelegt.
4. Analyse des BGE im Kontext der Gerechtigkeitstheorie: Der Hauptteil analysiert die Vereinbarkeit des BGE mit Rawls' Prinzipien, behandelt Reziprozität, Arbeitsmarktproblematiken und die zentrale Rolle der Selbstachtung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und argumentiert, dass ein BGE auf Basis der Selbstachtung als Gerechtigkeitskonzeption innerhalb des Rawlsianischen Rahmens gerechtfertigt werden kann.
Bedingungsloses Grundeinkommen, John Rawls, Gerechtigkeitstheorie, Differenzprinzip, Liberalismus, Selbstachtung, Reziprozität, Verteilungsgerechtigkeit, Arbeitsplatzmangel, Grundeinkommen, Aristotelischer Grundsatz, Soziale Kooperation, Grundgüter, Gerechtigkeit als Fairness, Negative Einkommenssteuer
Die Arbeit untersucht, ob das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) mit der einflussreichen Gerechtigkeitstheorie von John Rawls vereinbar ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verteilungsgerechtigkeit, dem Liberalismus, dem Differenzprinzip von Rawls sowie dem Konzept der Selbstachtung.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Ist das bedingungslose Grundeinkommen kompatibel mit John Rawls Theorie der Gerechtigkeit?“
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, um bestehende Gerechtigkeitsprinzipien von Rawls auf die spezifischen Bedingungen eines BGE anzuwenden und interne Konsistenz zu prüfen.
Der Hauptteil analysiert das Differenzprinzip, die Problematik der Reziprozität bei Arbeitsverpflichtungen, die Rolle der Selbstachtung und den Vergleich mit anderen Modellen wie Lohnzuschüssen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Differenzprinzip, Selbstachtung, Gerechtigkeit als Fairness, Reziprozität und bedingungsloses Grundeinkommen.
Rawls lehnt eine Unterstützung für Menschen ab, die sich bewusst gegen Arbeit entscheiden, obwohl sie dazu fähig wären, da dies seiner Forderung nach einem fairen Beitrag zur kooperativen Gesellschaft widerspricht.
Die Arbeit argumentiert, dass Selbstachtung das wichtigste Grundgut ist und eine Bedürftigkeitsprüfung die Betroffenen herabsetzt, während ein BGE die soziale Basis für ein selbstbestimmtes Leben sichern kann.
Es besteht ein Trade-Off zwischen dem Prinzip der Reziprozität (Beitrag zur Gesellschaft) und dem Aristotelischen Grundsatz (Entfaltung individueller Talente), da Lohnzuschüsse Menschen in eintönige Routinearbeiten zwingen könnten.
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