Examensarbeit, 2005
113 Seiten, Note: 1.5
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Einleitung
2. Soziale Phobie – eine Begriffsklärung
3. Diagnostik der Sozialen Phobie
3.1. Diagnoseverfahren
3.1.1. Interview
3.1.2. Fragebögen
3.1.3. Verhaltensbeobachtung
3.1.4. Physiologische Messungen
3.1.5. Tagebücher
3.2. Klassifikation der Sozialen Phobie
3.2.1. Klassifikation der Sozialen Phobie nach DSM-IV
3.2.2. Klassifikation der Sozialen Phobie nach ICD-10
4. Die Subtypen der Sozialen Phobie
4.1. Die spezifische Sozialphobie
4.2. Die generalisierte Sozialphobie
5. Erscheinungsformen der Sozialen Phobie
5.1. Die Emotion „soziale Angst“
5.1.1. Kognitiven Komponente
5.1.2. Neurophysiologische Komponente
5.1.3. Ausdruckskomponente
5.1.4. Motivationale Komponente
5.1.5. Gefühlskomponente
6. Epidemiologie
7. Ätiologie der Sozialen Phobie
7.1. Psychoanalytische Erklärungsansätze
7.1.1. Psychoanalytische Ursachenerklärung nach Freud
7.1.2. Psychoanalytische Ursachenerklärung nach Arieti
7.2. Biologische Erklärungsansätze
7.2.1. Genetische Disposition
7.2.2. Erregbarkeit und Sensibilität
7.2.3. Neurobiologische Abweichungen
7.2.4. Der Temperamentsfaktor
7.3. Lerntheoretische Erklärungsansätze
7.3.1. Klassische Konditionierungstheorie
7.3.2. Operante Konditionierungstheorie
7.3.3. Lernen am Modell
7.3.4. Preparedness-Theorie
7.4. Kognitive Erklärungsansätze
7.4.1. Defizite sozialer Fertigkeiten
7.4.2. Das Selbstdarstellungsmodell
7.4.3. Dysfunktionale kognitive Schemata
7.4.4. Selbstfokussierung und Sicherheitsverhalten
7.5. Familiäre Einflüsse
7.5.1. Erziehungsstil
7.5.2. Überbehütung
7.5.3. Frühkindliche Bindung
7.6. Gesellschaftliche Einflüsse
8. Verlauf der Sozialen Phobie
8.1. Beginn der Sozialen Phobie
8.2. Aufrechterhaltung der Sozialen Phobie – ein Teufelskreis
8.2.1. Vermeidungs- und Fluchtverhalten
8.2.2. Erwartungsangst – Die Angst vor der Angst
8.2.3. Angstbestätigende Erfahrungen
8.3. Der Teufelskreis – ein Modell
8.4. Behandlungsbeginn
8.5. Natürliche Entwicklung der Sozialen Phobie
8.6. Faktoren, die den Verlauf beeinflussen
9. Auswirkungen Sozialer Phobie
9.1. Beeinträchtigungen in Schule und Ausbildung
9.2. Berufliche Probleme
9.3. Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen
10. Komorbidität mit anderen psychischen Störungen
10.1. Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung
10.2. Agoraphobie
10.3. Generalisierte Angststörung
10.4. Spezifische Phobie
10.5. Zwangsstörung
10.6. Körperdysmorphe Störung
10.7. Depression
10.8. Substanzstörungen
10.9. Schizophrenie
10.10. Essstörung
11. Schüchternheit und Soziale Phobie
11.1. Definition von „Schüchternheit“
11.2. Schüchternheit = Soziale Phobie?
12. Therapeutische Behandlung der Sozialen Phobie
12.1. Behandlung der Sozialen Phobie bei tiefenpsychologischen Ursachen
12.2. Behandlung der Sozialen Phobie bei angeborenen Ursachen
12.2.1. Pharmakotherapie
12.2.1.1. Antidepressiva
12.2.1.2. Benzodiazepine
12.2.1.3. Betablocker
12.3. Behandlung der Sozialen Phobie bei erlernten Ursachen
12.3.1. Systematische Desensibilisierung
12.3.2. Operante Ansätze
12.3.3. Modelllernen
12.3.4. Konfrontationstherapie
12.4. Behandlung der Sozialen Phobie bei kognitiven Ursachen
12.4.1. Training sozialer Kompetenz
12.4.1.1. Rollenspiel
12.4.1.2. Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)
12.4.2. Kognitive Umstrukturierung
12.4.2.1. Rational-emotive Therapie (RET) von Ellis
12.4.3. Angstbewältigungstraining
12.5. Behandlung der Sozialen Phobie bei familiären und gesellschaftlichen Ursachen
13. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ätiologie der Sozialen Phobie, um die zentrale Forschungsfrage zu klären, inwieweit die Störung auf angeborene biologische Faktoren oder auf erlernte Verhaltensprozesse zurückzuführen ist. Hierbei werden psychologische Erklärungsmodelle analysiert, um das Verständnis für Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung zu vertiefen.
7.4.1. Defizite sozialer Fertigkeiten
Soziale Kompetenz umfasst die Anforderungen, die an Personen gestellt werden, sich in sozialen Situationen und innerhalb eines gesellschaftlichen Umfeldes zurechtzufinden und zu behaupten. Bestimmte soziale Fertigkeiten sind dafür von besonderem Nutzen, um zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und erhalten zu können.
Zu diesen sozialen Kompetenzen gehören beispielsweise jemanden um einen Gefallen bitten, Gespräche beginnen, aufrechterhalten und beenden, Komplimente machen und selbst annehmen, auf Kritik reagieren, Widerspruch und Missfallen äußern, sich entschuldigen sowie Gefühle offen zeigen. Können Personen diese Verhaltensmuster nicht oder nur unvollständig verwirklichen, liegt sozial unsicheres bzw. inkompetentes Verhalten vor. Die Folgen dieses Mangels zeigen sich im Verhalten der Betroffenen, so dass sich diese entweder vermeidend-unsicher oder aber aufdringlich-aggressiv verhalten, was als Flucht nach hinten bzw. Flucht nach vorn bezeichnet wird (Ambühl et al. 2001).
Nach der Theorie von den Defiziten sozialer Fertigkeiten verfügen Patienten mit Sozialer Phobie über einen nicht ausreichenden Bestand sozialer Fähigkeiten. Wird in bestimmten sozialen Situationen schlechtes oder falsches Verhalten gezeigt, führt dies zu unangenehmen Konsequenzen mit möglicher negativer Beurteilung durch andere, was als peinlich und unangenehm empfunden wird. In solchen Situationen erkennen die Betroffenen, dass ihr Verhalten unangebracht ist und es ihnen nicht gelingt, sich richtig zu verhalten. In Zukunft werden soziale Situationen dieser Art gemieden, um unangenehmen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Angst als notwendige Schutzfunktion ein und grenzt die pathologische Soziale Phobie als psychische Erkrankung ab.
2. Soziale Phobie – eine Begriffsklärung: Hier werden die charakteristischen Merkmale der Sozialen Phobie definiert, insbesondere die Angst vor kritischer Beobachtung und sozialen Leistungssituationen.
3. Diagnostik der Sozialen Phobie: Dieses Kapitel stellt verschiedene Diagnoseverfahren wie Interviews und Fragebögen vor und erläutert die Klassifikation gemäß DSM-IV und ICD-10.
4. Die Subtypen der Sozialen Phobie: Es wird zwischen dem spezifischen und dem generalisierten Subtyp der Sozialen Phobie unterschieden.
5. Erscheinungsformen der Sozialen Phobie: Eine detaillierte Betrachtung der fünf Komponenten der Emotion „soziale Angst“, inklusive kognitiver, physiologischer und motivationaler Aspekte.
6. Epidemiologie: Dieses Kapitel beleuchtet die Verbreitung der Störung, geschlechtsspezifische Unterschiede sowie Prävalenzdaten aus verschiedenen Studien.
7. Ätiologie der Sozialen Phobie: Eine umfassende Untersuchung der Ursachen, unterteilt in psychoanalytische, biologische, lerntheoretische und kognitive Ansätze sowie familiäre und gesellschaftliche Einflüsse.
8. Verlauf der Sozialen Phobie: Der Schwerpunkt liegt auf der Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung, insbesondere durch den Teufelskreis aus Vermeidungsverhalten und negativer Bilanzierung.
9. Auswirkungen Sozialer Phobie: Beschreibung der negativen Konsequenzen der Störung auf Schule, Ausbildung, Beruf und soziale Beziehungen.
10. Komorbidität mit anderen psychischen Störungen: Untersuchung der häufigen Begleiterkrankungen wie Depressionen, Zwangsstörungen oder Agoraphobie.
11. Schüchternheit und Soziale Phobie: Eine Abgrenzung der Begriffe Schüchternheit und Soziale Phobie sowie die Analyse ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
12. Therapeutische Behandlung der Sozialen Phobie: Zusammenstellung verschiedener psychotherapeutischer Ansätze sowie medikamentöser Optionen in Abhängigkeit von der vermuteten Ursache.
13. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der multifaktoriellen Genese der Sozialen Phobie und betont die Notwendigkeit einer individuellen Therapie.
Soziale Phobie, Sozialphobie, Angststörung, Vermeidungsverhalten, Teufelskreis, Ätiologie, Diagnostik, Kognitive Verhaltenstherapie, Gruppentraining, Pharmakotherapie, Komorbidität, Schüchternheit, Selbstfokussierung, Konfrontationstherapie, Psychotherapie.
Die Arbeit analysiert das psychische Störungsbild der Sozialen Phobie, um zu verstehen, wie diese entsteht, wie sie verläuft und wie sie therapiert werden kann.
Zu den zentralen Themen gehören die wissenschaftliche Diagnostik, verschiedene Erklärungsansätze für die Entstehung (Ätiologie) sowie die Auswirkungen auf den Lebensalltag der Betroffenen.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Soziale Phobie angeboren ist oder durch Lernprozesse erworben wird.
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse verschiedener psychologischer Forschungsrichtungen, um Theorien, Diagnosedaten und therapeutische Ansätze zusammenzuführen.
Der Hauptteil behandelt die Klassifikation, die psychologischen Ursachenmodelle, den Verlauf der Störung, deren Komorbidität sowie die verschiedenen psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlungswege.
Soziale Phobie, Angststörung, Ätiologie, Vermeidungsverhalten, Teufelskreis, kognitive Umstrukturierung und therapeutische Behandlung.
Beide Faktoren verstärken den Teufelskreis der Angst: Die Selbstfokussierung entfremdet den Betroffenen von der sozialen Realität, während Sicherheitsverhalten die Annahme bestärkt, dass soziale Interaktionen nur durch Vermeidungsstrategien bewältigbar seien.
Obwohl Schüchternheit Ähnlichkeiten in den Symptomen aufweist, definiert die Arbeit die Soziale Phobie als klinisch relevante Angststörung mit deutlich stärkerer Beeinträchtigung der Lebensqualität, die über bloße Schüchternheit weit hinausgeht.
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