Masterarbeit, 2017
67 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Quellenlage
2.1 Beurteilung der Quellenlage
2.2 Römische Primärquellen
3. Untersuchung der Quellen
3.1 Plutarch
3.1.1 Autorenvita
3.1.2 Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus
3.1.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang
3.1.2.2 Einfluss Cornelias auf die Politik der Söhne
3.1.2.3 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Tiberius Gracchus
3.1.2.4 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Gaius Gracchus
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 Appian
3.2.1 Autorenvita
3.2.2 Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus
3.2.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang
3.2.2.2 Einfluss Cornelias auf die Politik der Söhne
3.2.2.3 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Tiberius Gracchus
3.2.2.4 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Gaius Gracchus
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Cassius Dio
3.3.1 Autorenvita
3.3.2 Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus
3.3.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang
3.3.2.2 Einfluss Cornelias auf die Politik der Söhne
3.3.2.3 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Tiberius Gracchus
3.3.2.4 Politisches Wirken und öffentliche Meinung zu Gaius Gracchus
3.3.3 Zusammenfassung
4. Vergleich der Darstellungen von Plutarch, Appian und Cassius Dio
5. Herleitung möglicher Motive der Autoren
6. Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das überlieferte Bild von Tiberius und Gaius Gracchus unter Zuhilfenahme der antiken Quellen von Plutarch, Appian und Cassius Dio zu untersuchen, um Ähnlichkeiten, Unterschiede und potenzielle Motive der jeweiligen Autoren in ihrer Darstellung herauszuarbeiten.
3.1.2.1 Zu Person, Charakterzügen und familiärem Umgang
Eine „Betrachtung nicht minder tragische[r] Schicksale“ steht uns bevor. So leitet Plutarch diesen Teil seiner vitae parallelae ein. Nachdem zuvor die Geschichte von Agis und Kleomenes geschildert wurden, schließt er in seinem Werk die Betrachtung der beiden Gracchen an.
Tiberius und Gaius waren Söhne des Tiberius Sempronius Gracchus, welcher „zweimal das Konsulat verwaltete und zwei Triumphe gefeiert hatte“, was die mächtige und herausgehobene Stellung der Familie innerhalb der römischen Gesellschaft untermauert. Doch starb Tiberius Gracchus der Ältere bereits 154 v.Chr., sodass die Brüder vor allem von ihrer Mutter Cornelia erzogen wurden. Hierbei ist zu beachten, dass sich die römische Erziehung in zwei Bereiche aufgliederte: Der eine Teil der Erziehung fand im Elternhaus statt, wobei in den verschiedenen Entwicklungsphasen Ammen, Sklaven oder Erzieher wie auch die Eltern selbst sich um die Entwicklung des Kindes kümmerten. Der andere Bereich der Erziehung fand in der Schule statt.
Ist die Quellenlage zu Frauen in der römischen Antike zumeist dürftig, schreibt Plutarch gleich in mehreren wichtigen Kontexten über Cornelia. Die überaus relevante Rolle der Cornelia für die Erziehung der beiden Söhne sei, obwohl die zwei beschriebenen Bereiche der römischen Erziehung isoliert erscheinen, laut Plutarch keineswegs zu unterschätzen. In Bezug auf Art und Weise wie sie die Aufgaben der Erziehung und die Führung des Hauses ausübt, lobt Plutarch Cornelia in höchsten Tönen. Insgesamt habe „mehr als Naturanlage [...] die mütterliche Erziehung beide Söhne, welche allgemein als die begabtesten unter allen Römern galten, zu edlen und tüchtigen Männern gemacht.“ Cornelia ist also laut Plutarch ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger, als die Abstammung aus einer der einflussreichsten römischen Familien. Dies erklärt, dass die als Mutter der Gracchen titulierte Frau nach ihrem Tod zur tugendhaften Matrona stilisiert wurde und aufgrund ihres hohen Ansehens als erste Frau in Rom eine Statue erhielt.
1. Einleitung: Einführung in die Krisenzeit der römischen Republik und die Zielsetzung der Arbeit, das Bild der Gracchen in den Quellen zu beleuchten.
2. Quellenlage: Diskussion über die Entstehung und den Charakter der antiken Quellen als Sekundärquellen gegenüber den Ereignissen des 2. Jahrhunderts v.Chr.
3. Untersuchung der Quellen: Detaillierte Analyse der Darstellung der Gracchen bei Plutarch, Appian und Cassius Dio inklusive Autorenviten und Themenschwerpunkten.
4. Vergleich der Darstellungen von Plutarch, Appian und Cassius Dio: Gegenüberstellung der drei Autoren zur Identifizierung von Gemeinsamkeiten und Divergenzen in ihrer Interpretation.
5. Herleitung möglicher Motive der Autoren: Untersuchung der historischen und persönlichen Hintergründe, die die spezifische Sichtweise der antiken Historiker geprägt haben könnten.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur historiographischen Darstellung der Gracchen und ihrer methodischen Bedeutung.
Gracchen, Tiberius Gracchus, Gaius Gracchus, römische Republik, Plutarch, Appian, Cassius Dio, historische Quellenanalyse, Agrarreform, Cornelia, antike Historiographie, politische Darstellung, römische Geschichte, Idealtypus, Quellenkritik.
Die Arbeit untersucht, wie das Leben und politische Wirken der Brüder Tiberius und Gaius Gracchus in den Werken der antiken Historiker Plutarch, Appian und Cassius Dio dargestellt wird.
Zu den Schwerpunkten gehören der familiäre Hintergrund der Gracchen, die Rolle ihrer Mutter Cornelia, ihr politisches Auftreten sowie die Art und Weise, wie die antiken Autoren ihre Persönlichkeiten und Motive interpretieren.
Das Ziel ist es, Unterschiede und Ähnlichkeiten in den Darstellungen der genannten Autoren zu identifizieren und zu hinterfragen, inwiefern die unterschiedlichen Hintergründe und Absichten der Historiker das Bild der Gracchen beeinflusst haben.
Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, die die Berichte der Autoren in ihrem jeweiligen zeitlichen und historiographischen Kontext verortet und auf rhetorische sowie interpretative Verzerrungen prüft.
Im Hauptteil werden die einzelnen Autoren (Plutarch, Appian, Cassius Dio) systematisch nach ihrer Autorenvita und ihrer Sicht auf die Personen der Gracchen sowie deren politisches Handeln getrennt analysiert.
Zentrale Begriffe sind Gracchen, römische Republik, Quellenkritik, Historiographie, Agrarreform und Cornelia.
Cornelia wird als zentraler Einflussfaktor auf die Erziehung und das Selbstverständnis der Gracchen analysiert, wobei auch ihre Stilisierung zur tugendhaften "Matrona" in den Quellen kritisch hinterfragt wird.
Die Arbeit zeigt, dass die eigene Herkunft, die politische Gesinnung (z.B. senatskritisch vs. kaisertreue Sicht) und das jeweilige Selbstverständnis als Biograph oder Historiker massiv beeinflussen, ob die Gracchen als "Helden" oder als "Störer der Ordnung" wahrgenommen werden.
Sie dient in den Quellen als rhetorischer Wendepunkt, um Tiberius Gracchus entweder als tapferen Retter oder als politisch motivierten Machtmenschen zu inszenieren.
Das Fazit betont, dass keine der antiken Quellen als neutrale Darstellung betrachtet werden kann, da die Autoren ihre Erzählungen bewusst mit stilistischen und rhetorischen Mitteln ausgestaltet haben, um ein stimmiges, oft moralisch gefärbtes Bild der Gracchen zu zeichnen.
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