Masterarbeit, 2019
103 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG
2. THEORETISCHES FUNDAMENT
2.1 FORSCHUNGSANSATZ
2.2 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND
2.3 DEDUKTIONSBASIS
2.3.1 Bedeutung von Bilanztheorien für die Entwicklung der handelsrechtlichen Rechnungslegung
2.3.2 Bilanztheorien unter wissenschaftstheoretischen Gesichtspunkten
2.3.3 Bilanztheorie im Rechtssinne
2.3.4 Grundzüge der statischen Bilanztheorie
2.3.5 Grundzüge der dynamischen Bilanztheorie
2.3.6 Statische und dynamische Elemente geltenden Bilanzrechts
3. UNTERSUCHUNG DE LEGE LATA
3.1 BILMOG: ANSATZWAHLRECHT SELBST GESCHAFFENER IMMATERIELLER VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
3.2 ANSATZ DEM GRUNDE UND DER STELLE NACH
3.3 ANSATZ DER HÖHE NACH
4. DISKUSSION
5. DEDUKTION DE LEGE FERENDA
6. FAZIT
Die Arbeit analysiert die handelsrechtliche Bilanzierung von Kryptowährungen, die durch Transaktionsvalidierung (Mining) erworben wurden. Das primäre Ziel ist es, den Status Quo der Bilanzierung zu ermitteln, dessen Konformität mit den Jahresabschlussaufgaben zu prüfen und auf Basis einer zweckmäßigkeitsorientierten bilanztheoretischen Analyse konkrete Reformvorschläge für das Bilanzrecht abzuleiten.
2.3.4 Grundzüge der statischen Bilanztheorie
Zunächst wird auf die Theorie der Statiker eingegangen. Die nachfolgenden Informationsquellen sind nicht in die Kategorie der betriebswirtschaftlich geprägten Ansätze einzuordnen. Schließlich interpretierten sie den damals geltenden § 39 HGB, der die Bilanz als einen das Verhältnis des Vermögens und der Schulden darstellenden Abschluss definierte. Ihre Überlegungen sind noch heute erkenntnisreich für ein Verständnis der Bilanz als Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden.
Für die Statiker besteht der Zweck der Bilanz in der Insolvenzvermeidung und damit zur Sicherung des Gläubigerschutzes. Der Mangel an Kenntnis über die Vermögenslage sei häufig ein Insolvenztreiber. Auch der Dynamiker Schmalenbach stellt infolge von Untersuchungen unter anderem ebendiesen Grund für Zahlungsstockungen bei Unternehmen fest: „Unvorsichtige Investierungen, besonders infolge falscher Einschätzung der voraussichtlich verfügbaren liquiden Mittel“.
Zur Realisierung dieses Zwecks besteht die Aufgabe der Bilanz in der „richtigen“ Vermögensermittlung. Wie noch ausgeführt wird, existiert bei den Statikern auch die abgeleitete (Neben-)Aufgabe der Gewinnermittlung. Schon an diesem Aspekt zeigt sich, dass die zahlreichen im Schrifttum existierenden Interpretationen der Bilanztheorien zur Verwässerung der originären Ansätze führten. Die gleich folgenden Ausführungen werden deutlich machen, dass es falsch und irreführend ist, die statische Bilanztheorie als „vermögensorientierte Rechnungslegung“ zu bezeichnen.
1. EINLEITUNG: Einführung in die technologischen Grundlagen und Problemstellung bezüglich der Bilanzierung von durch Mining zugeflossenen Kryptowährungen.
2. THEORETISCHES FUNDAMENT: Erläuterung des theoretischen Rahmens, einschließlich wissenschaftstheoretischer Ansätze und der Anwendung der statischen sowie dynamischen Bilanztheorie.
3. UNTERSUCHUNG DE LEGE LATA: Analyse der aktuellen Rechtslage zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände und Untersuchung der Ansatzkriterien.
4. DISKUSSION: Zusammenfassende Betrachtung der identifizierten Problemfelder und gesellschaftsrechtlicher Unsicherheiten bei Blockchain-Projekten.
5. DEDUKTION DE LEGE FERENDA: Ableitung von Reformvorschlägen zur Verbesserung der aktuellen Bilanzierungspraxis basierend auf einer Zweckmäßigkeitsanalyse.
6. FAZIT: Resümee der Arbeit mit dem Ergebnis, dass der Status Quo unzureichend ist und gesetzliche Klarstellungen im Bilanzrecht sinnvoll sind.
Krypto-Mining, Blockchain, Handelsrecht, Bilanzierung, Bilanztheorie, Gläubigerschutz, Konsensalgorithmus, Proof-of-Work, Proof-of-Stake, Immaterielle Vermögensgegenstände, Zweckmäßigkeitsanalyse, Bilanzrecht, De lege ferenda, Transaktionsvalidierung, Jahresabschluss.
Die Arbeit befasst sich mit der handelsrechtlichen Rechnungslegung von Kryptowährungen, die ein Unternehmen durch die Teilnahme an der Transaktionsvalidierung in einem Blockchain-Netzwerk erhält.
Die Arbeit verknüpft technologische Grundlagen der Blockchain-Technologie (Konsensmechanismen) mit bilanztheoretischen Fragestellungen zur handelsrechtlichen Bilanzierung.
Es wird untersucht, wie Kryptowährungen nach aktuellem Handelsrecht abzubilden sind, welchen Einfluss der Konsensalgorithmus auf diese Bilanzierung hat und ob die aktuelle Situation den Aufgaben des Jahresabschlusses gerecht wird.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Methodik, wobei sie die statische und dynamische Bilanztheorie als Hilfsinstrument verwendet, um das deutsche Bilanzrecht zu analysieren und zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der aktuellen Rechtslage (de lege lata) und eine deduktive Herleitung von Reformvorschlägen (de lege ferenda) mittels Zweckmäßigkeitsanalysen.
Zentrale Begriffe sind Krypto-Mining, Bilanztheorie, Gläubigerschutz, Konsensalgorithmen (PoW/PoS) und Immaterielle Vermögensgegenstände.
Die Art des Konsensalgorithmus beeinflusst die Höhe der Aufwendungen (z.B. Stromkosten beim PoW, Hinterlegung von Pfand beim PoS) und damit die Zurechenbarkeit und Ermittlung der Herstellungskosten für das zu aktivierende Gut.
Der Autor schlägt ergänzende Pflichtangaben im Anhang und Lagebericht vor, um Gläubigerrisiken und die Art der erwirtschafteten Kryptowerte transparenter darzustellen, da ein grundsätzliches Aktivierungsverbot abgelehnt wird.
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