Bachelorarbeit, 2019
65 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Der Jemen
2.2. Stellvertreterkrieg
2.3. Die Spaltung des Islam
2.4. Sunniten
2.5. Schiiten
2.5.1. Imamiten
2.5.2. Ismailiten
2.5.3. Zaiditen
3. Die Konfliktparteien
3.1. Nationale Akteure
3.1.1. Huthi-Bewegung
3.1.2. Huthi-Familie
3.1.3. Ali Abdullah Salih
3.1.4. Abd Rabbuh Mansur Hadi
3.1.5. Al-Ahmar Familie
3.1.6. Die Islah-Partei
3.1.7. Ali Mohsen
3.1.8. Die Südliche Bewegung (Hirak)
3.1.9. Dschihadistische Gruppen
3.2. Internationale Akteure
3.2.1. Saudi-Arabien und Iran
3.2.2. Der Golf-Kooperationsrat (GKR)
3.2.3. Die Vereinigten-Arabischen-Emirate (VAE)
3.2.4. Katar
3.2.5. Bahrain
3.2.6. Kuwait
3.2.7. Oman
3.2.8. USA
4. Historische Entwicklung
4.1. Zwei unabhängige Staaten
4.2. Bürgerkrieg
4.3. Der Huthi-Konflikt
4.4. Die Saada-Kriege
4.5. Arabischer Frühling
4.6. Transitionsprozess
4.7. Militärintervention
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht differenziert, ob es sich beim Jemen-Konflikt um einen Stellvertreterkrieg zwischen den beiden arabischen Großmächten Saudi-Arabien und Iran handelt. Dabei wird insbesondere geprüft, ob konfessionelle Gegensätze zwischen Sunniten und Schiiten die primäre Triebkraft des Konflikts darstellen oder ob machtpolitische Interessen dominieren.
3.1.1. Huthi-Bewegung
Bei der Huthi-Bewegung handelt es sich um eine islamische, religiös-politische Gruppierung. (vgl. Rahme, 2015, o.S.) Sie wird offiziell Ansar Allah genannt, was so viel bedeutet wie „die Helfer Gottes“. (vgl. Popp, 2015, S.2) Die Huthi-Bewegung kämpfte seit ihrer Entstehung für den Schutz der spezifischen Identität der Zaiditen und die Bewahrung ihrer kulturellen und religiösen Rechte. Diese waren durch die Politik der Regierung in Sanaa immer weiter eingeschränkt worden. (vgl. Steinberg, 2017, S.2) Der Zusammenschluss sollte als zentrale Interessenvertretung der Zaiditen fungieren und sich gegen ihre sozioökomische, politische und religiöse Marginalisierung stellen. (vgl. Schäfer, 2015, S.227f.) Sie sprechen sich gegen die Zusammenarbeit der jemenitischen Regierung mit den Vereinigten Staaten aus und kritisieren zudem die politische Korruption der führenden Machteliten des jemenitischen Staates. (vgl. Baron, 2015, o.S.) Die Ideologie der Huthis wird besonders deutlich, wenn man sich ihre Flagge genauer anschaut. (siehe Abbildung 5) Der darauf abgebildete Slogan lautet „Gott ist groß. Tod den USA. Tod Israel. Verdammt seien die Juden. Sieg dem Islam.“ (vgl. albawaba, 2017, o.S.) Die Huthi-Familie war innerhalb dieser Bewegung stets besonders aktiv. (vgl. Baron, 2015, o.S.)
Der Aufbau einer zentralen Interessenvertretung war notwendig geworden, da sich die Zaiditen nach dem Ende des fast 1000-jährigen zaiditischen Imamats im Jahre 1962 ohne politischen Einfluss wiederfanden. Einige Mitglieder der alten Machtelite der Zaiditen schlossen sich dann mit Angehörigen einflussreicher zaiditischer Stämme zusammen und gründeten eine Bewegung. Diese nannten sie die „Jugend der Gläubigen“ (Shabab al-Mu’mineen). (vgl. Schäfer, 2015, S.227ff.) Anfänglich handelte es sich um eine gemäßigte theologische Bewegung. Sie predigte Toleranz und organisierte Freizeitaktivitäten und Sommerlager, um die zaiditische Kultur in der Saada-Provinz zu bewahren.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Krisensituation des Jemen ein und stellt die Forschungsfrage, ob der Jemen-Konflikt als Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran verstanden werden kann.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die geographischen Gegebenheiten des Jemen, definiert den Begriff des Stellvertreterkrieges und legt die theologischen Grundlagen der Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten dar.
3. Die Konfliktparteien: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der komplexen nationalen und internationalen Akteure, die in den Jemen-Konflikt involviert sind.
4. Historische Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung vom geteilten Jemen über den Bürgerkrieg bis hin zum Übergangsprozess und der anschließenden Militärintervention.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass es sich beim Jemen-Konflikt definitionsgemäß nicht um einen Stellvertreterkrieg zwischen Sunniten und Schiiten handelt, da machtpolitische Interessen überwiegen.
Jemen-Konflikt, Stellvertreterkrieg, Saudi-Arabien, Iran, Huthi-Bewegung, Sunniten, Schiiten, Zaiditen, Golf-Kooperationsrat, GKR, Militärintervention, Machtpolitik, Konfessionalisierung, Arabischer Frühling, Regionale Sicherheit
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Jemen-Konflikts und der zentralen Frage, ob es sich dabei um einen Stellvertreterkrieg zwischen den regionalen Mächten Saudi-Arabien und dem Iran handelt.
Neben einer geographischen und historischen Einordnung stehen die Rolle der Konfessionen (Sunniten vs. Schiiten), die politischen Netzwerke der verschiedenen nationalen Akteure sowie die Interessen und Interventionen internationaler Mächte im Fokus.
Das Ziel ist es, die mediale Darstellung des Konflikts als reinen konfessionellen Stellvertreterkrieg zu hinterfragen und zu prüfen, ob machtpolitische und geostrategische Interessen eine bedeutendere Rolle spielen.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur, Berichten internationaler Organisationen und Medienquellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Begriffs Stellvertreterkrieg, die detaillierte Vorstellung der beteiligten Akteure (Huthis, Salih, Hadi, GKR-Staaten etc.) und die historische Herleitung des Konflikts bis hin zur Militärintervention ab 2015.
Die wichtigsten Begriffe sind Jemen-Konflikt, Stellvertreterkrieg, regionale Machtpolitik, konfessionelle Differenzen und der Einfluss von Saudi-Arabien sowie dem Iran auf die lokalen Akteure.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Zaiditen zwar zu den Schiiten gezählt werden, aber in ihrer Rechts- und Imamatslehre den Sunniten deutlich näher stehen, was die Argumentation gegen einen rein konfessionell motivierten Krieg stützt.
Der Autor begründet dies damit, dass ein direktes Eingreifen des Iran nicht belegt ist und die Kooperation zwischen Huthis und dem Iran als marginal einzustufen ist; zudem verfolgen die lokalen Akteure primär eigene, machtpolitische Ziele.
Salih wird als geschickter Machtpolitiker dargestellt, der Allianzen konfessionsübergreifend anpasste – vom Kampf gegen die Huthis bis hin zu einer militärischen Allianz mit ihnen, je nachdem, was seinem Machterhalt diente.
Der GKR fungierte als Akteur, der durch Initiativen wie die Nationale Dialogkonferenz versuchte, den Transitionsprozess zu steuern, aber durch die Instrumentalisierung des Konflikts und die spätere Militärallianz maßgeblich an der Internationalisierung des Konflikts beteiligt war.
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