Masterarbeit, 2018
104 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Die Geschichte der Tätowierung
2.1 Tätowierungen im Ursprung
2.2 Tätowierungen im 15. bis 19. Jahrhundert
2.3 Tätowierungen vom 20. Jahrhundert bis heute
2.4 Die Geschichte der Tätowierung im Überblick
3. Körper- und Geschlechtssoziologie
3.1 Gegenstand der Körpersoziologie
3.2 Der Geschlechtskörper als soziales Konstrukt
3.2.1 Der Körper als geschlechtliches Ordnungsmerkmal
3.2.2 Der Geschlechtskörper als soziales Ordnungsmerkmal
3.3 Exkurs: Sex und gender in der Theorie Judith Butlers
3.4 Der Körper als soziales Konstrukt
4. Schönheit, Schönheitshandeln und Attraktivität
4.1 Gesellschaftliche Relevanz von Schönheit und Körperlichkeit
4.2 Selbstdarstellung und Theatralität
5. Die Individualisierung des Körpers in der Nachmoderne
5.1 Macht und Habitus als individualitätsbegrenzende Faktoren
5.1.1 Begrenzungsfaktor Macht
5.1.2 Begrenzungsfaktor Habitus
5.2 Körper und Identität
5.2.1 Der Körper als Identitätsressource
5.2.2 Der Körper als Symbol der Geschlechtsidentität
6. Jugend und Körper
6.1 Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz in der Nachmoderne
6.2 Die Bedeutung des Geschlechts in der Adoleszenz
6.3 Die weibliche Adoleszenz
6.4 Der adoleszente Körper
7. Körpermodifikationen in der nachmodernen Gesellschaft
7.1 Piercings
7.2 Dehnungen
7.3 Schmucknarben
8. Tätowierungen bei jungen Menschen
8.1 Motive junger Menschen für Tätowierungen
8.1.1 Identitätszeichen
8.1.2 Zugehörigkeit, Abgrenzung, Stigma
8.1.3 Individualitätszeichen
8.1.4 Schönheitszeichen
8.1.5 Nachahmung
8.1.6 Ritualkompensation
8.1.7 Stärkesymbol
8.1.8 Tätowierungen als sexuelles und Geschlechtssymbol
8.1.9 Weitere (vermeintliche) Motive
8.2 Zusammenfassung der Beweggründe
8.3 Studien zur Geschlechterdifferenz von Tätowierungen
8.4 Tätowierungen bei jungen Frauen
9. Fazit
10. Literatur- und Quellenangaben
Die Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe und Motive für die zunehmende Verbreitung von Tätowierungen bei jungen Frauen in der postmodernen Gesellschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, durch welche sozialen Umstände und persönlichen Beweggründe sich das Tattoo bei dieser Zielgruppe etablieren konnte, obwohl der Körperschmuck früher überwiegend männlich konnotiert war.
2.1 Tätowierungen im Ursprung
Die älteste, als Tätowierung identifizierbare Entdeckung konnte bisher an dem als Ötzi bezeichneten Leichnam eines Mannes im Jahre 1991 gemacht werden. Der gefrorene und mumifizierte Körper des Mannes wurde in den Ötztaler Alpen vorgefunden und auf ein Alter von ca. 5300 Jahren geschätzt (vgl. Lobstädt 2011: 98). Auf seiner Haut konnten Stichgruppen und kreuzförmige Zeichen festgestellt werden. Die Herstellungsweise dieser Symbole bzw. das Einbringen dieser in die Haut erfolgte durch das Einritzen ebendieser und das anschließende Einarbeiten einer Mischung aus pulverisierter Holzkohle und Speichel in die erzeugten Hautschnitte (vgl. ebd.). Bezüglich des Sinn und Zwecks der Tätowierungen kann eine Funktion als reine Schmuckverzierung nahezu ausgeschlossen werden, da sich die Symbole an Körperstellen befanden, die von Kleidung verdeckt und demnach nur selten sichtbar gewesen sein dürften (vgl. ebd.). Weitere Mumienfunde, einer davon datiert auf das Jahr 400 v. Chr., die bereits in den Jahren vor dem Fund des Ötzi erfolgt waren und Tätowierungen im Nacken- bzw. Lendenwirbelbereich aufwiesen, erhärten hingegen die Vermutung, dass Tätowierungen ursprünglich bisweilen therapeutische Zwecke erfüllten (vgl. ebd.: 99). Auch heute noch werden genau jene Stellen, an denen auch der Ötzi tätowiert gewesen ist, in der chinesischen Heilpraxis bei Wirbel- und Beingelenksschmerzen akupunktiert (vgl. ebd.). Wiederum hat der Fund zweier weiblicher tätowierter Mumien aus dem Jahre um 2000 v. Chr. jedoch zusätzlich auch die Funktion von Tätowierungen als Körperverzierung bestätigt. So waren sowohl ihre Körper als auch ihre Extremitäten, also deutlich sichtbare Stellen, mit dauerhaften Hautmalereien versehen (vgl. Lobstädt 2011: 99).
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wachsende Bedeutung von Körpermodifikationen, insbesondere Tattoos, in der Postmoderne und führt in die Thematik der zunehmenden Verbreitung bei jungen Frauen ein.
2. Die Geschichte der Tätowierung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick, der von antiken Ursprüngen bis zur heutigen Zeit reicht und den Wandel des Tattoos als Symbol und Stigmatisierungsmerkmal nachzeichnet.
3. Körper- und Geschlechtssoziologie: Es werden die theoretischen Grundlagen der Körpersoziologie und Genderforschung vorgestellt, um den Körper als soziales Konstrukt in der heutigen Gesellschaft zu verstehen.
4. Schönheit, Schönheitshandeln und Attraktivität: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Schönheit als gesellschaftliche Norm und deren besondere Bedeutung für das weibliche Geschlecht im Kontext von Selbstdarstellung.
5. Die Individualisierung des Körpers in der Nachmoderne: Hier wird der Körper als Projektionsfläche für individuelle Gestaltungswünsche sowie die einengenden Faktoren von Macht und Habitus analysiert.
6. Jugend und Körper: Dieses Kapitel widmet sich den speziellen Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz und der Bedeutung von Körperlichkeit für die Identitätsfindung in dieser Phase.
7. Körpermodifikationen in der nachmodernen Gesellschaft: Es bietet eine Übersicht verschiedener Modifikationsformen wie Piercings und Schmucknarben, die neben der Tätowierung an Bedeutung gewonnen haben.
8. Tätowierungen bei jungen Menschen: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die Motive, Funktionen und die Geschlechterverteilung von Tattoos bei Jugendlichen und jungen Frauen.
9. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über den Wandel des Tattoos von einem maskulinen Symbol zu einem Medium der Selbstverwirklichung bei jungen Frauen zusammen.
10. Literatur- und Quellenangaben: Eine umfassende Auflistung aller zitierten Werke und Quellen.
Tätowierung, Körpersoziologie, Gender, Adoleszenz, Identitätsbildung, Postmoderne, Selbstdarstellung, Körpermodifikation, Individualisierung, Schönheitshandeln, Gesellschaft, Körperbild, Stigma, Jugendkultur, Geschlecht.
Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe der wachsenden Popularität von Tätowierungen bei jungen Frauen in der heutigen Gesellschaft.
Zu den zentralen Themen gehören die Körpersoziologie, Gender-Konzepte, die Bedeutung von Schönheit und Selbstdarstellung sowie die spezifischen Entwicklungsaufgaben während der Adoleszenz.
Das Ziel ist es zu erklären, warum Tätowierungen heute von jungen Frauen als Medium der Identitätsstiftung genutzt werden, obwohl dies historisch lange Zeit männlich dominiert war.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Auseinandersetzung mit körper- und gendersoziologischen Fachdiskursen sowie der Auswertung aktueller Studien zur Verbreitung von Tätowierungen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Rahmenbedingungen des Körpers in der Postmoderne sowie eine detaillierte Analyse verschiedener Motive, warum sich junge Menschen – und insbesondere junge Frauen – tätowieren lassen.
Wichtige Begriffe sind Tätowierung, Identitätsbildung, Gender, Adoleszenz, Individualisierung, Schönheitshandeln und soziale Konstruktion des Körpers.
Der Begriff beschreibt, dass Tätowierungen in einer Welt ohne traditionelle Rituale helfen, ein kohärentes Selbst zu präsentieren und die eigene Biografie sowie Zugehörigkeit zu dokumentieren.
Schönheitshandeln ist für junge Frauen oft statusdeterminierend und ein zentrales Mittel der Selbstdarstellung, um in einer von der Inszenierungsgesellschaft geprägten Welt Anerkennung zu finden.
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