Bachelorarbeit, 2019
30 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Was ist ein Cyborg?
2.1. Definition des Cyborgs durch Graduierung
2.2. Entwicklung des Cyborgs in der fiktionalen Literatur
3. Was ist (un-)menschlich?
4. Cyborgs im Spiegel moralischer Betrachtungsweisen
5. Moral und Menschlichkeit des Cyborgs in Doctor Who
5.1. Doctor Who – Eine Science-Fiction-Serie
5.2. Cyborgs im Normalzustand
5.2.1. Daleks
5.2.2. Cybermen
5.3. Kaputte Maschinen gleich retablierte Menschlichkeit?
5.3.1. Daleks
5.3.2. Cybermen
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die moralische Konnotation und Darstellung des Cyborgs in der Science-Fiction-Serie Doctor Who, wobei der Fokus darauf liegt, wie die Spannung zwischen menschlicher Organik und technischer Erweiterung die Handlungsfähigkeit und moralische Identität der Hybridwesen beeinflusst. Es wird analysiert, inwieweit technische Komponenten als Kontrollinstrumente fungieren und unter welchen Bedingungen eine Entfremdung von menschlichen Werten stattfindet oder – durch Fehlfunktionen – eine moralische Läuterung eingeleitet wird.
5.2.1. Daleks
Der Dalek feierte seinen ersten Auftritt im Jahr 1965 und ließ die Zuschauer schon damals mit dem markanten Schrei „Eliminieren! Eliminieren!“ erschaudern. Die Daleks sind „Kinder des Krieges“, von den Autoren im Hinblick auf die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges, insbesondere die Angst vor einem Atomkrieg, erdacht und sind Motiv eines Nachkriegstraumas, so Calvert. Sie befinden sich im „Dauerkrieg“, „erschaffen als erbarmungslose Tötungsmaschine“ und streben nach alleiniger Existenz; alles andere muss zerstört werden.
Der pädagogische Auftrag hinsichtlich historischer Entscheidungen und Entwicklungen wird besonders am Charakter der Daleks deutlich. Sie vertreten die unmoralische Annahme, dass alles Leben, was nicht Dalek ist, unvollkommen und schlecht sei und den Genozid verdient. Sie sind „ultimative ethnische Säuberer“ wie die militanten Antisemiten im deutschen Nationalsozialismus. Es ist nicht möglich, ihre Einstellung und ihr Verhalten zu ändern; ferner sind alle Gräueltaten gegen andere Spezies legitimiert und durch die Verankerung in ihrer DNA auch motiviert.
1. Einleitung: Einführung in das Thema des Cyborgs als Science-Fiction-Motiv sowie Erläuterung der Zielsetzung und Auswahl der Serie Doctor Who und der Ethnien Daleks und Cybermen.
2. Was ist ein Cyborg?: Definition des Begriffs als hybrides Wesen aus Organismus und Maschine sowie Vorstellung des Graduierungsschemas "scala cyborgensis" und des historischen Kontextes in der Literatur.
3. Was ist (un-)menschlich?: Philosophische Untersuchung der Grundlagen von Moral, Selbstbewusstsein und Emotionen als konstitutive Elemente des Menschseins, die durch Fremdsteuerung bei Cyborgs gefährdet sind.
4. Cyborgs im Spiegel moralischer Betrachtungsweisen: Analyse der ethischen Implikationen technischer Erweiterungen und der Notwendigkeit einer Nutzen-Risiko-Abwägung bezüglich Autonomie und Identitätsverlust.
5. Moral und Menschlichkeit des Cyborgs in Doctor Who: Hauptteil, der die spezifische Darstellung und moralische Bewertung von Daleks und Cybermen in der Serie kontrastiert, insbesondere in Bezug auf ihren Normalzustand und Momente der Emanzipation.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach die organische Leiblichkeit als notwendiger Faktor für moralisches Handeln bestätigt und die Science-Fiction als Reflexionsraum für technikkritische Zukunftsängste hervorgehoben wird.
Cyborg, Doctor Who, Daleks, Cybermen, Moral, Menschlichkeit, Science-Fiction, Technikkritik, Posthumanismus, Autonomie, Identität, Hybridwesen, Ethik, Körperlichkeit, Emotionalität.
Die Arbeit analysiert die moralischen Dimensionen und die Darstellung von Cyborg-Wesen in der Serie Doctor Who.
Zentral sind die Abgrenzung zwischen organischer Menschlichkeit und technischer Erweiterung, die ethische Bewertung von Cyborgs sowie die Frage nach Identität und Autonomie in fiktionalen Welten.
Ziel ist es zu prüfen, welche moralische Konnotation der Cyborg in seinem Normalzustand erhält und wie technische Komponenten das menschliche Handeln beeinflussen.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung ethischer Grundlagenwerke und filmwissenschaftlicher Theorien, um die Spezies Daleks und Cybermen zu untersuchen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Daleks und Cybermen, wobei sowohl ihr konstanter "Normalzustand" als auch Fälle von Fehlfunktionen oder Kontaminierungen beleuchtet werden.
Die zentralen Begriffe umfassen Cyborg, Moral, Menschlichkeit, Science-Fiction, Technikkritik und die in der Serie vorkommenden Spezies.
Das Modell wird genutzt, um das Ausmaß der Technisierung und die Intensität der Verschmelzung zwischen organischen und technischen Komponenten bei den fiktiven Cyborgs präzise zu graduieren.
Die Trennung ermöglicht Daleks den Zugriff auf Emotionen und Empathie, was ihre ursprüngliche, rein logisch-zerstörerische Programmierung aufbricht und moralische Handlungsoptionen eröffnet.
Die Cybermen sehen ihr Wirken als Form von Altruismus, da sie den körperlichen Verfall und Schmerz der Menschen durch die Eingliederung in ihr Kollektiv und die Umwandlung zum Cyborg beenden wollen.
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