Fachbuch, 2020
75 Seiten
1 Einleitung
2 Was ist Sport?
2.1 Körperliche Betätigung, Leistung und Regeneration
2.2 Motive
3 Was ist Gesundheit?
3.1 Das biomedizinische Modell
3.2 Das Modell der Salutogenese nach Aaron Antonovsky
3.3 Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit
4 Was ist eine psychische Erkrankung?
4.1 Das Vulnerabilität-Stress-Modell
4.2 Spezifische psychische Erkrankungen
5 Sport als Ressource für Menschen mit psychischer Erkrankung
5.1 Der biologische Aspekt
5.2 Stress und Sport
5.3 Psychosoziale Ressourcen in Bezug zum Gesundheits- konzept der ICF und zum Salutogenesemodell
5.4 Sport in der Behandlung spezifischer psychischer Erkrankungen
6 Die Rolle der Sozialen Arbeit
6.1 Zuständigkeit
6.2 Methodik
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Zusammenhänge zwischen sportlicher Aktivität und psychischen Erkrankungen. Ziel ist es, fundiert darzulegen, wie sich körperliche Betätigung auf die Psyche auswirkt und inwieweit Sport als unterstützende Ressource innerhalb der Behandlung und der Sozialen Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen eingesetzt werden kann.
2.2.2 Bewegung und Könnerschaft nach Steinkamp
Steinkamp nennt zwei Motive, die Menschen dazu bewegen, sportlich aktiv zu sein: Bewegung und Könnerschaft. Bewegung ist demnach ein natürlicher Drang eines jeden Menschen. Darauf weist auch schon der Umstand hin, dass der menschliche Körper auch „Bewegungsapparat“ genannt wird. In der Bewegung selbst liegen dabei im Sport laut Steinkamp noch einige weitere fordernde, attraktive Eigenschaften: unter anderem Spannung, Spontanität und Vielfältigkeit. Auch oft zeitnah geforderte Reaktionen unterscheiden sportliche Bewegungen in ihrem Anspruch und ihrer Befriedigung von alltäglicheren, weniger komplexen Bewegungen. Daneben fehlt die soziale Komponente, wenn unter Schweiß und Anstrengung die Wohnung geputzt wird. Bewegungen sind in einigen Sportarten zwischen den Akteuren aufeinander abgestimmt, ob nur miteinander das gegnerische Tor gestürmt wird oder die Körperhaltung des Gegners gelesen wird, um präzise, schnelle Konter zu planen. Im Synchronschwimmen und -springen wird sogar versucht, innerhalb einer Gruppe zu zweit die selbst, möglichst identische Bewegung auszuführen. Des Weiteren wird in Teamsportarten in der Regel vorausgesetzt, den Kameraden und Kameradinnen zu vertrauen, dass jene ihre Rolle richtig erfüllen, während man selbst den anderen gegenüber eine gewisse Verantwortung übernimmt. Auch finden in sportlichen Bewegungen soziale Konflikte statt, wenn über Regelverstöße gestritten wird oder gar den Körper verletzende Fouls die Gemüter erhitzen (vgl. Steinkamp, 1983, S. 41ff).
Die Könnerschaft bezieht sich wieder auf die Problemorientiertheit des Sports. Im Sport können sich hohe Ziele gesetzt werden, die nach dem Leistungsmotiv erreicht werden wollen. In der Könnerschaft finden sich auch die Aspekte der Selbstwirksamkeit und Selbstverwirklichung wieder; Teilnehmende können im Sport die Erfahrung machen, wie durch wiederholte Leistung ein Fortschritt erzielt werden kann und wie sie sich mit ihrem jeweiligen Können und Talent einbringen und ausdrücken können. Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensbereichen kann vor allem in Einzelsportarten wie dem Krafttraining oder dem Langlauf auch die Selbstbeurteilung die Oberhand gewinnen, während man im Alltag stets eine Einstufung durch andere erfährt. Erfolgserlebnisse benötigen dann keine Bestätigung – auch wenn Anerkennung durch Dritte natürlich trotzdem schön ist.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz von Sport für die Psyche und Skizzierung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Was ist Sport?: Definition des Sportbegriffs und Untersuchung der Bedeutung von körperlicher Betätigung, Leistung, Regeneration und Identitätsbildung.
3 Was ist Gesundheit?: Darstellung verschiedener Gesundheitsmodelle, insbesondere des biomedizinischen Modells, der Salutogenese nach Antonovsky und der ICF.
4 Was ist eine psychische Erkrankung?: Erläuterung psychischer Störungen unter Anwendung des Vulnerabilität-Stress-Modells und Betrachtung spezifischer Diagnosen.
5 Sport als Ressource für Menschen mit psychischer Erkrankung: Analyse der biologischen Effekte, der Rolle von Stress sowie psychosozialer Ressourcen und spezifischer Anwendungsmöglichkeiten bei Diagnosen.
6 Die Rolle der Sozialen Arbeit: Untersuchung der Zuständigkeit und methodischer Handlungsformen der Sozialen Arbeit im Kontext psychiatrischer Hilfe.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Sport, psychische Erkrankung, Gesundheit, Salutogenese, Vulnerabilität-Stress-Modell, Soziale Arbeit, Sporttherapie, Schizophrenie, Depression, Suchterkrankung, Stressbewältigung, Identität, Bewegung, ICF, Ressourcen.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sportliche Aktivitäten als Ressource und therapeutische Ergänzung bei der Behandlung und Lebensbewältigung von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen der Sozialen Arbeit genutzt werden können.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Sport und Gesundheit, das Verständnis psychischer Erkrankungen, die Wirkungsmechanismen von körperlichem Training auf die menschliche Psyche sowie die spezifischen Methoden der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist es, die Wirkungsweisen von Sport auf die Psyche fundiert herauszuarbeiten und konkrete Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese Erkenntnisse in der psychosozialen Versorgung und Beratung durch Sozialarbeitende Anwendung finden können.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende wissenschaftliche Studien, Fachliteratur zu den Themen Sportpsychologie, Psychiatrie und Soziale Arbeit sowie Gesundheitsmodelle kritisch analysiert und zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Sport und Gesundheit, die theoretische Einordnung psychischer Erkrankungen, die Analyse sportwissenschaftlicher und psychosozialer Effekte auf die Gesundheit sowie die praktische Rolle der Sozialen Arbeit und ihrer methodischen Ansätze.
Die wichtigsten Schlagworte sind Sport, psychische Erkrankung, Gesundheit, Salutogenese, Vulnerabilität-Stress-Modell und Soziale Arbeit.
Die Arbeit konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die Schizophrenie, affektive Erkrankungen (insbesondere Depression) sowie Abhängigkeitserkrankungen.
Es dient als theoretischer Rahmen, um zu erklären, wie gesundheitsfördernde Faktoren und Ressourcen (wie das Kohärenzgefühl) die Resilienz gegenüber Stressoren stärken können, was für die psychische Stabilität essentiell ist.
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