Bachelorarbeit, 2005
96 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Kino der doppelten Kulturen – Versuch einer Definition
2.1 „Migrantenkino“ – Vom realistischem Genre zum sozialkritischen Begriff
2.2 „Cinéma du métissage“ – Das Kino zwischen den Kulturen
2.3 Das „deutsch-türkische Kino“ – Wie „deutsch“ oder wie „türkisch“ ist ein Film?
3 Türken in Deutschland – Zusammenwachsen der Kulturen
3.1 Geschichte der Migration in Deutschland
3.1.1 Erste Phase: Anwerbephase (1955-1973)
3.1.2 Zweite Phase: Konsolidierung der Ausländerbeschäftigung (1973-1979)
3.1.3 Dritte Phase: Phase der Integrationskonzepte (1979-1981)
3.1.4 Vierte Phase: Wende in der Ausländerpolitik (1981-1998)
3.1.5 Fünfte Phase: Ausländerpolitik unter Rot-Grün (1998-2005)
3.2 Zahlen, Daten und Fakten
3.3 Das Deutschlandbild der Türken
3.4 Das Türkeibild der Deutschen
4 Entwicklungen und Tendenzen der deutsch-türkischen Filme anhand ausgewählter Beispiele
4.1 Die 1970er und 1980er Jahre – Filme über Migranten
4.1.1 Das Kino der Fremdheit
4.1.2 Frauen als Opfer am Rande der Gesellschaft
4.1.3 Das türkische Kunstkino von Yilmaz Güney
4.1.4 Migrantenschicksale im Dokumentarfilm
4.2 Die 1990er Jahre bis heute – „Deutscher Film mit türkischer Seele“
4.2.1 Paradigmenwechsel – Migration ist kein Pflichtthema mehr
4.2.2 Rückblick der Einwandererkinder im Dokumentarfilm
4.2.3 Erfolgreich, deutsch und türkisch – Die Regisseure und ihre Filme
4.2.4 Culture-Clash-Komödien made in Germany
5 Migration als filmisches Thema in „40 quadratmeter Deutschland“ und „Gegen die Wand“
5.1 „40 quadratmeter Deutschland“
5.1.1 Begründung der Filmauswahl
5.1.2 Filmdaten
5.1.3 Der Regisseur: Tevfik Baser
5.1.4 Filminhalt
5.1.5 Filmanalyse
5.2 „Gegen die Wand“
5.2.1 Begründung der Filmauswahl
5.2.2 Filmdaten
5.2.3 Der Regisseur: Fatih Akin
5.2.4 Filminhalt
5.2.5 Filmanalyse
5.3 Vergleich der Filme
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die Tendenzen des deutsch-türkischen Films von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der Migration liegt. Das primäre Ziel ist es, zu dokumentieren, wie sich das Leben in zwei Kulturen auf das künstlerische Schaffen der Regisseure türkischer Herkunft auswirkt und wie sich die filmische Sprache dabei verändert hat.
4.1.1 Das Kino der Fremdheit
Im Zuge der Einwanderungswelle beginnt in den 1970er Jahren im deutschen Film die erste filmische Darstellung der Arbeitsmigranten in Deutschland. Aus einem Impuls des Erschreckens über die Kälte der eigenen Gesellschaft, reagieren überwiegend deutsche Filmschaffende auf die aktuellen politischen und sozialen Konflikte in der Bundesrepublik. Es folgt ein Schub an Filmen, welcher die Probleme der Konfrontation und Integration der Migranten in allen Facetten darstellt.
Helma Sanders-Brahms („Shirins Hochzeit“,1976), Rainer Werner Fassbinder („Angst essen Seele auf“, 1973) und Werner Schroeter („Palermo oder Wolfsburg“, 1980) sind nur Beispiele für deutsche Regisseure, die sich in diesem Jahrzehnt mit dieser (nicht nur türkischen) Migrationsproblematik befassen und dadurch Aufsehen erwecken. Ein zentrales Element in den Einwandererfilmen nimmt zu dieser Zeit insbesondere der türkische „Gastarbeiter“ ein. Er wird sprachlos und unfähig zu jeder Kommunikation mit den Deutschen als isolierte Figur am Rande der Gesellschaft dargestellt. Ein Leben in einer fremden Kultur wird in diesen Filmen als schreckliche Verbannung und leidvolles Verlorensein in einer fremden Welt gezeigt. So scheitert die Heldin aus „Shirins Hochzeit“ bei der Suche nach ihrer großen Liebe in Deutschland. In Fassbinders „Angst essen Seele auf“ wird der ausländische „Gastarbeiter“ als Ehemann einer Deutschen nicht gesellschaftlich akzeptiert, und die Hauptfigur aus dem Film „Palermo oder Wolfsburg“ versucht nach der Trennung von seiner deutschen Freundin seine Ehre zu retten und wird dabei zum Mörder. Unterschwellig wird der Eindruck vermittelt, dass die abweichenden Lebensformen und Erwartungen der Migranten gegenüber den westlich orientierten Länder Konflikte entstehen lassen. Die Hauptfiguren der Filme werden als verunsicherte, klischeebeladene und von Vorurteilen geprägte Charaktere dargestellt, die in ungeschönter Bildsprache das Schicksal der Migranten aufzeigen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Films als Medium zur Förderung des kulturellen Verständnisses ein und beschreibt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Das Kino der doppelten Kulturen – Versuch einer Definition: Hier werden zentrale Begriffe wie „Migrantenkino“ und „Cinéma du métissage“ definiert, um das deutsch-türkische Kino theoretisch einzuordnen.
3 Türken in Deutschland – Zusammenwachsen der Kulturen: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der Migration, untermauert durch Fakten zum aktuellen Zusammenleben und den wechselseitigen Identitätsbildern.
4 Entwicklungen und Tendenzen der deutsch-türkischen Filme anhand ausgewählter Beispiele: Hier erfolgt eine chronologische Analyse der Filmentwicklung von den 1970er Jahren bis heute, von der Darstellung des Fremden hin zur Vielfalt aktueller Produktionen.
5 Migration als filmisches Thema in „40 quadratmeter Deutschland“ und „Gegen die Wand“: Dieser Hauptteil beinhaltet eine detaillierte vergleichende Analyse der beiden titelgebenden Filme hinsichtlich Inhalt, Stilmitteln und ihrer Bedeutung für die Filmgeschichte.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des deutsch-türkischen Films.
Migration, Deutsch-türkischer Film, Gastarbeiter, Integration, Identität, Kino der Fremdheit, Cinéma du métissage, Culture-Clash, Tevfik Baser, Fatih Akin, 40 quadratmeter Deutschland, Gegen die Wand, Kulturkonflikt, Filmgeschichte, Dokumentarfilm
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem deutsch-türkischen Film von den 1970er Jahren bis zur heutigen Zeit und untersucht die Darstellung von Migration und das Leben zwischen den Kulturen.
Die Themen umfassen die historische Migrationsgeschichte in Deutschland, den soziokulturellen Hintergrund der Regisseure sowie die stilistische und inhaltliche Wandlung des Kinos im Laufe der Jahrzehnte.
Ziel ist es zu dokumentieren, wie sich die filmische Darstellung der Migration gewandelt hat und welchen Einfluss das Leben in mehreren Kulturen auf das künstlerische Schaffen türkischstämmiger Regisseure hat.
Es wird eine deskriptive sowie eine vergleichende Filmanalyse ausgewählter Werke durchgeführt, ergänzt durch die Einbeziehung soziologischer Daten und Experteninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Migrationsphasen, die Untersuchung der Entwicklungstendenzen anhand verschiedener Filmgenres und eine detaillierte Gegenüberstellung der Filme "40 quadratmeter Deutschland" und "Gegen die Wand".
Die zentralen Begriffe sind Migration, deutsch-türkischer Film, Identität, Integration sowie die spezifischen Filmbegriffe "Migrantenkino" und "Cinéma du métissage".
Die Analyse von "40 quadratmeter Deutschland" und "Gegen die Wand" dient als Fallbeispiel, um die unterschiedliche Herangehensweise und Entwicklung der Filmemacher über fast zwei Jahrzehnte hinweg konkret aufzuzeigen.
Ein zentraler Punkt ist der Wandel der türkischen Frau im Film – von der sprachlosen, isolierten Opferrolle der 70er/80er Jahre hin zu selbstbewussten, emanzipierten Charakteren in gegenwärtigen Produktionen.
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