Diplomarbeit, 2000
167 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Kapitel 1
1 Grundlagen zur Defibrillation
1.1 Voraussetzungen zum medizinischen Grundverständnis
1.1.1 Der Kreislauf
1.1.2 Das Herz
1.1.3 Elektrotechnische Voraussetzung
1.1.4 Reizbildung und -leitung im Herzmuskelgewebe
1.1.5 Reizleitungssystem
1.1.6 Das Elektrokardiogramm (EKG)
1.1.7 Koordination des Herzrhythmus
1.2 Definition der erfolgreichen Defibrillation
1.3 Die Geschichte des Defibrillators
Kapitel 2
2 Einsatz von Defibrillatoren
2.1 Externe und Interne Geräte
2.1.1 Externe, stationäre Geräte
2.1.2 Externe, tragbare Geräte
2.1.3 Interne Geräte
2.2 Zeitpunkt der Defibrillation
2.3 Manuelle Geräte
2.4 Halbautomaten
2.5 Vollautomaten
Kapitel 3
3 Defibrillationsformen
3.1 Physiologie
3.1.1 Ventrikuläres Flimmern
3.1.2 Defibrillationsvorgang
3.2 Wechselstrom versus Gleichstrom
3.2.1 Wechselstrom
3.2.2 Gleichstrom
3.3 Transthorakaler Widerstand
3.3.1 Thoraxgröße
3.3.2 Anpreßkraft der Elektroden
3.3.3 Kontaktflächen
3.3.4 Elektrodengröße
3.3.5 Mehrfache Schockapplikation
3.3.6 Tatsächliche Impedanzmessung
3.4 Stromstärke und Einwirkzeit
3.5 Monopolare Impulskurven
3.5.1 Reine Sinushalbwelle (Geddes-Impuls)
3.5.2 Kritisch gedämpfte Sinushalbwelle (Edmark- / Pantridge-Impuls)
3.5.3 Überkritisch gedämpfte Sinushalbwelle
3.5.4 Exponentielle Entladungskurve
3.5.5 Exponentielle Kurve mit abgeschnittener Rückflanke
3.5.6 Monophasischer Rechteck-Impuls
3.5.7 Dreieck-Impuls mit abfallender Flanke
3.5.8 Dreieck-Impuls mit ansteigender Flanke
3.6 Bipolare Impulskurven
3.6.1 Biphasischer Rechteck-Impuls
3.6.2 Reine Sinuswelle
3.6.3 Unterkritisch gedämpfte Sinuswelle
3.6.4 Biphasische Exponentialkurve
Kapitel 4
4 Optimierung des bipolaren Impulses
4.1 Monophasisch versus biphasisch
4.2 Vorteile der biphasischen Impulsform
4.3 Biphasisch exponentieller Impuls mit abgeschnittenen Rückflanken (BTE)
4.4 Optimierungsansätze
4.4.1 Impedanzkompensierte Wellenform
4.4.2 Defibrillierende Phase der biphasischen Kurven
4.4.3 Verringerung der Energie
4.4.4 Zweikondensatortechnik
4.4.5 Amplitudenhöhe der zweiten Phase
4.5 Bestätigung der Optimierungstheorie
Kapitel 5
5 Weitergehende Studien
5.1 Verluste
5.2 Wellenformen
5.2.1 Sägezahnimpuls
5.2.2 Rectilineare Wellenform
5.2.3 Triphasische Wellenformen
5.3 Grenzen der Laborversuche
Kapitel 6
6 Verzeichnisse und Nachweise
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Abbildungsnachweis
Kapitel 7
7 Glossar
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Untersuchung und Optimierung von Impulsformen bei der elektrischen Defibrillation, mit dem primären Fokus, die abgegebene Energie zu minimieren und gleichzeitig eine effektive Rhythmuskonversion bei geringerem Schädigungspotenzial für das Myokardgewebe zu erreichen.
1.1.4.2 Aktionspotential
Das negative Ruhemembranpotential wird beim Aktionspotential durch einen Reiz (Anregung) Richtung Null Millivolt verringert. Diesen Vorgang nennt man Depolarisation. Hierbei wird bald ein kritischer Wert, das sogenannte Schwellenpotential, erreicht. Nach dem Überschreiten des Schwellenpotentials kommt es zu einem sprunghaften Anstieg der Na+-Leitfähigkeit (Abbildung 10, Bild 2), wodurch das Membranpotential rasch zusammenbricht. Vorübergehend erreicht das Membranpotential sogar positive Werte (sogenannter Overshoot; siehe Abbildung 11).
Bereits vor dem Erreichen des Overshoots sinkt die Na+-Leitfähigkeit, gleichzeitig steigt die Leitfähigkeit für K+ an. Der Leitfähigkeitsanstieg von K+ trägt nun zum Wiederaufbau des Ruhemembranpotentials bei (Repolarisationsphase, siehe Abbildung 10, Bild 3.). Wegen der noch vorhandenen Erhöhung der Kaliumleitfähigkeit, kann es in der Folge zu einer Hyperpolarisation kommen. Kurz nach der Depolarisationsphase folgt eine Zeitspanne, in welcher die Zelle durch keinerlei Reize erregbar ist (sogenannte Refraktärzeit).
Bei der Arbeitsmuskulatur des Herzens verbleibt das Aktionspotential für längere Zeit (ca. 200 - 500 ms) in der Nähe der Nullinie (Null Millivolt), da die Leitfähigkeit für Natrium zwar wie beschrieben abfällt, die Leitfähigkeit für Kalzium (gCa) aber erhöht bleibt (Kalzium hat einen relativ langsamen Einstrom mit einer Schwelle bei ca. -30 mV). Entgegen dem beschriebenen Leitfähigkeitsverhalten von Kalium bei der normalen Zelle sinkt gK der Arbeitsmuskulatur des Herzens nach Erreichen der 0 mV-Schwelle kurzzeitig ab (siehe Abbildung 12). Erst nach diesem so entstandenen Plateau kommt es durch die dann ansteigende Kaliumleitfähigkeit und die folgende Inaktivierung der Kalziumkanäle zur raschen Repolarisation.
Kapitel 1: Vermittelt die notwendigen medizinischen und elektrotechnischen Grundlagen, um die Prozesse der Defibrillation auf zellulärer Ebene und die Funktion des Herzens als elektrisches System zu verstehen.
Kapitel 2: Beschreibt die unterschiedlichen Gerätetypen, von manuellen Defibrillatoren bis hin zu Halb- und Vollautomaten, und analysiert deren spezifische Einsatzbereiche sowie Sicherheitsanforderungen.
Kapitel 3: Analysiert detailliert die verschiedenen physikalischen Defibrillationsformen, den transthorakalen Widerstand und die Charakteristika diverser Impulskurven hinsichtlich ihrer therapeutischen Wirksamkeit.
Kapitel 4: Erläutert technische Ansätze zur Optimierung des bipolaren Impulses, um durch gezielte Wellenformanpassung die Effizienz zu steigern und Gewebeschäden zu minimieren.
Kapitel 5: Untersucht die bei der elektrischen Defibrillation auftretenden Energieverluste sowie alternative Wellenformen und diskutiert kritisch die Grenzen der vorliegenden Laboruntersuchungen.
Defibrillation, Myokard, Kammerflimmern, Herzrhythmus, Biphasischer Impuls, Monophasischer Impuls, Transthorakaler Widerstand, Stromstärke, Spannung, Energievorwahl, Elektroden, Refibrillation, Reanimation, Schrittmacher, Automatisierung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der technischen Analyse und Optimierung der elektrischen Defibrillation, insbesondere mit dem Ziel, Impulsformen zu entwickeln, die bei geringerer Energieabgabe eine höhere Effektivität erzielen.
Die Arbeit umfasst die medizinischen Grundlagen des Herzens, die physikalischen Parameter verschiedener Defibrillationsimpulse, die technische Konstruktion von Defibrillatoren sowie eine umfassende vergleichende Analyse von monophasischen und biphasischen Impulsformen.
Das primäre Ziel ist es, durch die Erforschung modernerer Impulsformen (insbesondere des biphasischen, exponentiellen Impulses mit abgeschnittenen Rückflanken) die Effizienz der Defibrillation zu steigern und gleichzeitig die myokardialen Schäden, die durch unnötig hohe Stromstärken entstehen können, zu verringern.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse bestehender Studien an Tieren und klinischen Probanden, ergänzt durch mathematische Modellierungen der Impulskurven sowie physikalische Berechnungen zur Dämpfung und Verlustleistung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die verschiedenen Geräteklassen (manuell/automatisch), eine detaillierte Betrachtung verschiedener Defibrillationsformen (Monopolar/Bipolar) und schließlich konkrete Optimierungsansätze für bipolare Impulse.
Wichtige Begriffe sind Defibrillation, Myokard, Biphasischer Impuls, transthorakaler Widerstand, Kammerflimmern und die Reduzierung von Energieverlusten bei der Schockapplikation.
Diese Technik ermöglicht eine präzisere Steuerung der beiden Halbwellen eines biphasischen Impulses, da sie die unabhängige Beeinflussung von Amplitude und Dauer erlaubt und somit eine effizientere Anpassung an die Patientenimpedanz ermöglicht.
Während der Edmark-Impuls eine kritisch gedämpfte Sinushalbwelle darstellt, handelt es sich beim BTE-Impuls um eine exponentielle Kurve mit abgeschnittener Rückflanke, die bei geringerem Energiebedarf oft bessere klinische Erfolgsraten zeigt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

