Bachelorarbeit, 2018
80 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Intention
1.2 Vorgehensweise
2 Bedürfnis als psychologisches Konstrukt
2.1 Grundlegende Betrachtung
2.1.1 Definitorische Abgrenzung
2.1.2 Relevante Theorien
2.2 Latente Bedürfnisse
2.3 Konsumentenpsychologische Projektion
2.3.1 Konsumentenbedürfnisse
2.3.2 Relevanz latenter Bedürfnisse
2.3.3 Means-End-Chain-Theorie
3 Gesellschaftspsychologische Determinanten
3.1 Ernährungsverhalten
3.1.1 Ernährungspsychologie in Bezug auf Mahlzeiten
3.1.2 Typologien nach Stieß und Hayn
3.2 Bestellen im Bereich Food Delivery
3.2.1 Inhaltliche Abgrenzung
3.2.2 Gesellschaftliche Konzeption
3.2.2.1 Soziokulturelle Charakteristika
3.2.2.2 Konsumentenpsychologische Effekte
3.3 Frühstücken
3.3.1 Inhaltliche Abgrenzung
3.3.2 Gesellschaftliche Konzeption
3.3.2.1 Soziokulturelle Charakteristika
3.3.2.2 Konsumentenpsychologische Effekte
3.4 Frühstück auf Bestellung
3.4.1 Theoretische Konzeption
3.4.2 Praktische Integration
4 Methodik
4.1 Herausforderung der intendierten Untersuchung
4.2 Hidden-Needs-Analyse nach Goffin und Koners
4.3 Vorgehensweise
5 Empirie
5.1 Hypothesenfindung
5.1.1 Gesellschaftspsychologische Treiber
5.1.2 Untersuchungsleitende Hypothesen
5.2 Konzeption
5.2.1 Forschungsdesign
5.2.2 Struktur der Befragung
5.3 Ergebnisse
5.4 Prüfung der Gütekriterien
6 Versuch der Identifikation eines latenten Bedürfnisses
6.1 Integration gewonnener Erkenntnisse
6.2 Kritische Reflektion
7 Bewertende Zusammenfassung
7.1 Interpretation
7.2 Anwendungsimplikationen
7.3 Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, ob es sich bei der Option der Inanspruchnahme eines Frühstückslieferdienstes im Bereich Food Delivery um ein latentes Konsumentenbedürfnis handelt, wobei insbesondere zielgruppenspezifische Motive identifiziert werden sollen.
1.1 Intention
Zu Beginn eine kurze Zeitreise in das Jahr 1979: Dem Elektronikhersteller Sony gelingt es, dem Konsumenten einen Wunsch zu erfüllen, den dieser zuvor selbst nicht kannte – den Wunsch, die eigene Musik auch unterwegs hören zu können. Mit der Markteinführung des SONY Walkman wird in diesem Jahr ein schlafendes Bedürfnis geweckt. Der Konsument selbst hat diese Option des Musikhörens zuvor nicht explizit vermisst, es gab demnach auch keine Nachfrage nach einem entsprechenden Produkt. Aber seit dieser Innovation ist die Musik im Ohr für viele Menschen nicht mehr wegzudenken. Mehr noch: Unterwegs Musik nur für sich hören zu können ist ein echtes, offenes Konsumentenbedürfnis geworden, durch das Unternehmen noch heute viel Geld verdienen. (Goffin & Lemke, 2004, S. 45)
Schon dieser Exkurs zeigt: Bedürfnisse gehen weit über Hunger, Durst und Müdigkeit hinaus. Der Mensch hat, so behauptet das ökonomische Prinzip, sogar unendlich viele davon (Zeuthen, 1932, S. 3 ff.) und dementsprechend kommen immer neue hinzu. Probleme, die dem Menschen zuvor nicht als solche bewusst waren, werden plötzlich aufgezeigt und bessere, einfachere Optionen werden, meist durch die Wirtschaft, bereitgestellt – genauso wie auch einst der Walkman. Jene neuen, optimierten Alternativen wecken beim Konsumenten das Bedürfnis, diese auch für sich persönlich nutzen zu können. Ebendiese Innovationen sind die Treiber, durch die Unternehmen es vollbringen, Umsätze in Milliardenhöhe zu erzielen, sich in einem gesättigten globalen Markt von der Konkurrenz abzuheben (Aaker, 2013, S. 28 f.) und gleichzeitig zu bewirken, dass das Leben des Konsumenten ein wenig schöner oder einfacher wird. Dies lässt sich als klassische Win-Win-Situation verstehen, die sich - so ist zu vermuten - jedes gewinnorientierte Unternehmen wünscht.
1 Einleitung: Erläutert die Problemstellung und das Ziel der Arbeit, das latente Bedürfnis nach einem Frühstückslieferdienst zu untersuchen.
2 Bedürfnis als psychologisches Konstrukt: Vermittelt Grundlagen über menschliche Bedürfnisse, deren Hierarchien und die spezifische Bedeutung latenter Bedürfnisse (Hidden Needs).
3 Gesellschaftspsychologische Determinanten: Analysiert das Ernährungsverhalten, die Rolle von Mahlzeiten und die Entwicklungen in der Food Delivery-Branche sowie die Frühstückskultur.
4 Methodik: Beschreibt den Forschungsansatz, insbesondere die Hidden-Needs-Analyse nach Goffin und Koners, sowie die geplante qualitative Vorgehensweise.
5 Empirie: Detailliert die Hypothesenbildung, das Forschungsdesign mit teilstandardisierten Tiefeninterviews sowie die Prüfung der Gütekriterien.
6 Versuch der Identifikation eines latenten Bedürfnisses: Führt die Ergebnisse der empirischen Studie zusammen und reflektiert kritisch den Identifikationsprozess.
7 Bewertende Zusammenfassung: Interpretiert die Ergebnisse, leitet Anwendungsimplikationen ab und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Frühstück, Food Delivery, latente Bedürfnisse, Hidden Needs, Konsumentenpsychologie, Ernährungsverhalten,Convenience, Tiefeninterviews, Laddering-Technik, Mahlzeiten, Motivation, Marktforschung, Innovationspotenzial, Bedürfnisstruktur, Konsumverhalten
Die Bachelorarbeit untersucht, ob die Möglichkeit, sich Frühstück nach Hause liefern zu lassen, ein bisher unbewusstes – also latentes – Bedürfnis von Konsumenten darstellt.
Die Arbeit verknüpft psychologische Bedürfnistheorien mit marktspezifischen Trends im Food-Delivery-Sektor, unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Frühstückskultur.
Ziel ist es, herauszufinden, ob Frühstück auf Bestellung ein „Hidden Need“ ist, das durch gezielte Angebote im Markt manifestiert und ökonomisch erschlossen werden kann.
Die Untersuchung nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus teilstandardisierten Tiefeninterviews, die auf der psychologischen Laddering-Technik basieren, um implizite Motive aufzudecken.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Bedürfnissen und Hidden Needs, eine Analyse gesellschaftspsychologischer Determinanten des Ernährungsverhaltens sowie eine empirische Studie zur Hypothesenprüfung.
Wichtige Begriffe sind Hidden Needs, Food Delivery, Frühstückskultur, Convenience, Konsumentenpsychologie und die Laddering-Methode.
Das abendliche Bestellen ist oft ein manifestes, Convenience-getriebenes Bedürfnis. Beim Frühstück hingegen dominieren physiologische Zweckmäßigkeit an Werktagen und familiäre Rituale am Wochenende, was die Etablierung eines Liefermodells komplexer macht.
Bei Probanden mit niedrigem „Hidden-Need-Potenzial“ fehlt oft jegliche Notwendigkeit oder Interesse, da für sie die eigene Essenszubereitung einen hohen moralischen oder rituellen Stellenwert hat.
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