Examensarbeit, 2005
110 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Heranführung an das Thema
2.1 Begriffsbestimmungen
2.1.1 Suizid und Suizidversuch
2.2.2 Weitere Begriffe
2.2 Zahlen und Fakten zum Suizid
2.3 Das Todesbewusstsein von Kindern
2.3.1 Das Wissen über den Tod bei Kindern im Alter zwischen 0 und 14 Jahren
2.3.2 Der Einfluss der kognitiven Entwicklung nach PIAGET auf die Entwicklung des Todesbewusstseins
2.3.2.1 Die Phase der sensumotorischen Entwicklung
2.3.2.2 Die Phase der voroperatorischen Denkens
2.3.2.3 Die Phase der konkret- operatorischen Strukturen
2.3.2.4 Die Phase der formal- operatorischen Denkens
2.3.3 Welchen Einfluss hat das Todesbewusstsein auf die geringen Kindersuizide?
2.4 Geschichtliche und philosophische Betrachtungen des Suizids
2.5 Der Suizid in der Rechtsprechung
3. Die Kindheitsphase und das Jugendalter im Vergleich
4. Theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung von Suizidalität
4.1 Die soziologische Suizidtheorie nach DURKHEIM (1897)
4.1.1 Die vier Grundtypen des Suizids
4.1.2 Die soziologische Suizidtheorie bezogen auf Jugendliche
4.2 Die psychoanalytische Suizidtheorie nach FREUD (1917)
4.3 Können Suizide das Ergebnis von Imitationshandlungen sein?
4.4 Suizid- eine Frage der Vererbung?
5. Belastungen und Bewältigungsverhalten
5.1 Belastungen
5.1.1 Die kritischen Lebensereignisse
5.1.2 Die ‚Daily hassles’
5.1.3 Die Krise
5.2 Bewältigung von Belastungen
5.3 Belastungen und Bewältigungsverhalten im Jugendalter
6. Resiliente Jugendliche
6.1 Protektive Faktoren
6.1.1 Personale Schutzfaktoren
6.1.2 Soziale Schutzfaktoren
6.1.2.1 Das soziale Netzwerk
6.1.2.2 Die soziale Unterstützung
6.1.2.3 Freundschaftsbeziehungen
6.2 Resiliente Jugendliche im Vergleich zu suizidalen Jugendlichen
6.2.1 Unterschiede in der Wahrnehmung von Belastungen
6.2.2 Unterschiede hinsichtlich der Schutzfaktoren
6.2.3 Unterschiede im Bewältigungsverhalten
7. Ursachen und Auslöser für suizidales Verhalten im Kindes- und Jugendalter
7.1 Der Belastungsfaktor Schule und sein Einfluss auf die Entstehung suizidalen Verhaltens
7.2 Der Zusammenhang zwischen Suiziden und Depressionen
7.3 Die Rolle der Familie in der Suizidproblematik von Kindern und Jugendlichen
7.3.1 Die ‚broken- home’- Situation
7.3.2 Das Vorliegen suizidaler Tendenzen bei einem Elternteil
7.3.3 Missbrauch, Misshandlungen und Vernachlässigung innerhalb der Familie
7.3.4 Die Viel- Problem- Familie
7.3.5 Die tödliche Botschaft
7.3.6 Zerstörende Symbiosen
8. Die Wahl der Suizidmethoden
9. Diagnostik der Suizidgefährdung bei Kindern und Jugendlichen
9.1 Das präsuizidale Syndrom nach RINGEL (1953)
9.1.1 Die Symptome des präsuizidalen Syndroms
9.1.1.1 Einengung
9.1.1.2 Gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggressionen
9.1.1.3 Suizidfantasien
9.1.2 Das präsuizidale Syndrom bezogen auf Kinder und Jugendliche
9.2 Entwicklungsstadien der Suizidhandlung nach PÖLDINGER (1968)
9.3 Weitere Alarmzeichen für eine Suizidgefährdung
10. Abschiedsbriefe
11. Suizidforen im Internet- Gefahr oder Hilfe für suizidgefährdete Jugendliche?
12. Suizidprävention und Therapie
12.1 Suizidprävention
12.1.1 Suizidprävention nach RINGEL
12.1.2 Suizidprävention nach CAPLAN
12.1.3 Suizidprävention in der Schule
12.2 Mögliche Therapien nach einer suizidalen Handlung
13. Schlusswort
II. Empirische Studie: „Übereinstimmungen und Abweichungen der theoretischen Grundlagen über Suizide von Jugendlichen im Bezug auf einen realen Fall“
1. Einleitung
2. Die Auswahl des Probanden
3. Die Vorgehensweise der Untersuchung
4. Der Aufbau des Interviewleitfadens
4.1 Kategorie I: Formelle Klärungen
4.2 Kategorie II: Fragen zur Person
4.3 Kategorie III: Konkrete Fragen zu dem Suizidversuch
4.4 Kategorie IV: Die Reaktionen des Umfeldes
4.5 Kategorie V: Die Behandlung nach dem Suizidversuch
4.6 Kategorie VI: Ausblick
5. Die Ergebnisse des Interviews und ihre Auswertung
5.1 Die Ergebnisse der Kategorie I
5.2 Die Ergebnisse der Kategorie II und ihre Auswertung
5.3 Die Ergebnisse der Kategorie III und ihre Auswertung
5.4 Die Ergebnisse der Kategorie IV und ihre Auswertung
5.5 Die Ergebnisse der Kategorie V und ihre Auswertung
5.6 Die Ergebnisse der Kategorie VI und ihre Auswertung
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
III. Anhang
Anhang A: Interviewleitfaden
Anhang B: Niederschrift des Interviews vom 28. 11. 2005
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die komplexen Ursachen und Auslöser suizidalen Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen sowie die Möglichkeiten der Prävention und Krisenintervention. Ziel ist es, durch eine theoretische Auseinandersetzung mit der Suizidproblematik und eine begleitende empirische Einzelfallstudie ein tieferes Verständnis für die Beweggründe junger Menschen zu entwickeln und gängige Vorurteile abzubauen.
2.1.1 Suizid und Suizidversuch
Der Begriff „Suizid“ wird vom Lateinischen „sui caedere“ abgeleitet und bedeutet übersetzt ‚sich töten’ oder genauer: „[…] Der Suizid ist eine gegen das eigene Leben gerichtete Handlung mit tödlichem Ausgang. […]“, wobei es allerdings nicht entscheidend ist, ob der Betroffene seinen Tod auch wirklich beabsichtigt hat oder nicht.
Derjenige, der einen Suizid durchführt oder auszuführen versucht hat, ist laut dem DUDEN der ‚Suizident’ und nicht ‚Suizidant’, wie es in vielen Büchern falsch geschrieben steht. Die so genannte ‚Suizidalität’ ist die Neigung einer Person zum Suizid oder auch anders gesagt, die Suizidgefährdung einer Person.
Der Begriff des Suizids wird in der Literatur sowie im alltäglichen Sprachgebrauch oftmals durch die Worte ‚Freitod’ oder ‚Selbstmord’ ersetzt. Diese Bezeichnungen bewerten den Akt des Suizids jedoch moralisch, denn der Begriff des ‚Selbstmords’ „[…] suggeriert die Vorstellung des ‚Sich- Mordens’ und damit eine ethisch zu verurteilende Handlung […]“; außerdem geht es beim Suizid, wie im Verlauf der Arbeit noch deutlich werden soll, nicht darum, das eigene Selbst tatsächlich zu töten. Der Begriff des ‚Freitods’, der von Schopenhauer geprägt wurde, heroisiert die Tat der Selbsttötung und assoziiert, dass Suizid eine Entscheidung aus freiem Willen heraus sei, was aber in keinem Fall der Realität entspricht. Aus diesen Gründen spricht sich der Großteil der Autoren gegen die Verwendung der Begriffe ‚Freitod’ und ‚Selbstmord’ und für den Gebrauch der Begriffe ‚Selbsttötung’ oder eben ‚Suizid’ aus, da deren Bedeutung am neutralsten seien, weshalb ich mich in dieser Arbeit ebenfalls an diesen Begriffen orientieren will.
1. Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für ihre Themenwahl dar, begründet durch die Relevanz der Suizidalität im Jugendalter und den Wunsch, gesellschaftliche Tabus und Vorurteile abzubauen.
2. Heranführung an das Thema: Es werden grundlegende Begriffsdefinitionen wie Suizid, Suizidversuch und verwandte Konzepte geklärt, ergänzt durch statistische Daten und die kindliche Todeswahrnehmung.
3. Die Kindheitsphase und das Jugendalter im Vergleich: Dieses Kapitel arbeitet die wesentlichen Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen heraus, um die unterschiedlichen Anforderungen und Bewältigungsprozesse zu verdeutlichen.
4. Theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung von Suizidalität: Die soziologische Theorie von Durkheim und die psychoanalytische Perspektive nach Freud werden erläutert, zudem werden Nachahmungseffekte und erbliche Aspekte kritisch hinterfragt.
5. Belastungen und Bewältigungsverhalten: Das Kapitel befasst sich mit Stressoren, dem Coping-Paradigma und der spezifischen Art und Weise, wie Jugendliche mit Belastungen und Krisen umgehen.
6. Resiliente Jugendliche: Es wird definiert, was resiliente Jugendliche auszeichnet, und wie protektive Faktoren sowie soziale Netzwerke dazu beitragen können, schwierige Lebensphasen zu überwinden.
7. Ursachen und Auslöser für suizidales Verhalten im Kindes- und Jugendalter: Hier werden der Einfluss von Schule, Depressionen sowie familiäre Konfliktsituationen (z.B. broken-home, tödliche Botschaften) als zentrale Ursachenfelder analysiert.
8. Die Wahl der Suizidmethoden: Es wird aufgezeigt, wie sich die Methodenwahl zwischen harten und weichen Ansätzen unterscheidet und welche Rolle geschlechtsspezifische und regionale Faktoren dabei spielen.
9. Diagnostik der Suizidgefährdung bei Kindern und Jugendlichen: Das präsuizidale Syndrom nach Ringel und weitere Warnsignale werden vorgestellt, um Anzeichen einer Gefährdung rechtzeitig zu erkennen.
10. Abschiedsbriefe: Die Autorin reflektiert die Bedeutung und Seltenheit von Abschiedsbriefen sowie die Ambivalenz in deren Inhalt und Funktion.
11. Suizidforen im Internet- Gefahr oder Hilfe für suizidgefährdete Jugendliche?: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nutzen und den Gefahren von Internetforen für Menschen in Krisensituationen.
12. Suizidprävention und Therapie: Dieser Abschnitt beschreibt verschiedene Präventionsansätze nach Ringel und Caplan sowie Therapiemöglichkeiten wie Krisenintervention und Beratungsdienste.
13. Schlusswort: Die Ergebnisse werden zusammenfassend gewürdigt und ein Ausblick auf die Notwendigkeit von Aufklärung und Prävention im schulischen Kontext gegeben.
Suizid, Suizidalität, Jugendalter, Prävention, Resilienz, Depressionen, Krisenintervention, Familienstruktur, Coping, Suizidversuch, Todesbewusstsein, Warnsignale, Psychologie, Soziologie, psychische Gesundheit.
Die Arbeit untersucht die Phänomene Suizid und Suizidversuch im Kindes- und Jugendalter. Dabei werden theoretische Erklärungsmodelle, Ursachen und Auslöser beleuchtet sowie Möglichkeiten zur Diagnostik und Prävention aufgezeigt.
Die zentralen Felder umfassen die kindliche Todeswahrnehmung, die Auswirkungen familiärer Dynamiken (z.B. broken-home), schulische Belastungen, die Rolle von Resilienzfaktoren und die Bedeutung der Suizidprävention.
Das Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, die Komplexität suizidalen Geschehens darzustellen und aufzuzeigen, wie suizidales Verhalten durch frühe Anzeichen erkannt und durch Unterstützung verhindert werden kann.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Einzelfallstudie mit einem 17-jährigen Jugendlichen, um theoretische Konzepte in der Praxis zu prüfen.
Im Hauptteil werden soziologische und psychoanalytische Suizidtheorien, der Einfluss von Belastungen auf das Bewältigungsverhalten, das Konzept der Resilienz sowie spezifische Auslöser wie Mobbing oder familiäre Krisen detailliert analysiert.
Wichtige Schlagworte sind Suizidalität, Resilienz, Prävention, Krisenintervention, familiäre Belastungen und das präsuizidale Syndrom nach Ringel.
Die Autorin ordnet der Schule eine auslösende, aber keine ursächliche Rolle zu. Sie kann jedoch durch ein positives Schulklima eine wichtige stabilisierende Funktion einnehmen und dabei helfen, Warnsignale rechtzeitig zu bemerken.
Es werden "harte" und "weiche" Methoden unterschieden. Jungen greifen tendenziell häufiger zu harten, lebensgefährlicheren Methoden, während Mädchen eher weiche Methoden wählen, was oft zu einer höheren Rate an Suizidversuchen führt.
Die Familie bildet das soziale Fundament. Gestörte Familienstrukturen, wie etwa durch Sucht, Gewalt oder "tödliche Botschaften" der Eltern, zerstören das Selbstwertgefühl der Kinder und können den Weg in die Suizidalität bahnen.
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