Diplomarbeit, 2005
139 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2. Themengebiet
1.3 Der Zauber der Geschichten/The magic of stories
1.4 What is not in the Mahabharata is nowhere….
1.5 Die Bedeutung der Mythen
2. Der Hindi Film
2.1 Erzähltechnik/Narration
2.1.2 Einschub: Zur Erzähltechnik im Ramayana
2.2 Formale Aspekte
2.3 Zur Rezeption
2.3.1 Einschub: Rasa
3. Mythologische Figuren
3.1 Einleitung: Modellierung von Figuren und Schaffung von Stereotypen
3. 2 Der Held – The hero
3.2.1 Krishna, der Liebhaber
3.2.1.2 Filmbeispiel: Devdas (1955/2002)
3.2.1.3 Songs und Tanzsequenzen/Songs and dance scenes
3.2.2 Karna – der Antiheld
3.2.2.1 Politischer Hintergrund
3.2.2.2 Filmbeispiel: Deewaar (1975)
3.3 Weibliche Rollen im Hindifilm – Beti, Patni, Ma
3.3.1 Die Heldin – The heroine
3.3.1.2 Sita
3.3.1.2.1 Filmbeispiel: Awaara (1951)
3.3.1.2.2 Laxman-Rekha
3.3.2 Sita und ihr Alter Ego - Die Frau im New Cinema
3.3.2.1 Filmbeispiel: Bhumika (1977)
3.3.3 Der Vamp
3.3.3 Die Rolle der Mutter – Ma
3.3.2. Filmbeispiel: Mother India (1957)
4. Politische Dimension
4.1 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
4.2 Ideologische Auswirkungen auf die Filmlandschaft
4.3 Gegen den Strom
4.3.1 Filmbeispiel: Fire (1996)
4.4 Mythologische Namen
4.5 Die Rezeption des Ramayana in Filmen der 1990er Jahre
4.6 Rama – Gott und Superheld?
4.6.1 Filmbeispiel: Khalnayak (1993)
4.6.2 Filmbeispiel: Ram Lakhan (1989)
5. Resümee
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen indischen Mythen und dem populären Hindi-Film, um zu analysieren, wie mythologische Archetypen, Erzählstrukturen und Wertesysteme in das moderne indische Kino einfließen und dort als kulturelle Konstanten wirken.
3.2.1.2 Filmbeispiel: Devdas (1955/2002)
Devdas ist eine Figur des bengalischen Dichters Saratchandra Chattopadhyay, dessen gleichnamiger Roman im Jahr 1917 erschien. Devdas Liebe zu Parvati, die unglücklich enden muss, macht ihn zum Alkoholiker und er geht letztendlich an den Folgen seines exzessiven Lebenswandels zu Grunde.
Die Bedeutung dieses Werks lässt sich nicht zuletzt an der Tatsache ablesen, dass es mehrere Male verfilmt wurde – zuletzt erst im Jahr 2002. Die Figur wurde selbst zu einem Mythos und einer Schlüsselfigur des Hindifilms – zahlreiche Charaktere nahmen sich Devdas zum Vorbild und der Name selbst wurde zum Inbegriff eines melancholischen und unglücklichen Liebenden. Sein Leben ist gekennzeichnet von Selbstmitleid und der völligen Absage an die materielle Welt.
„Babu-ji said, leave the village. Everyone said, leave Paro. Paro said, leave drinking. Now you say leave the house.“
Devdas ist alles andere als eine konventionelle Heldenfigur. Er setzt keine aktiven Handlungen, um Einfluss zu nehmen auf die Ereignisse, die er fast ohne jegliches Interesse hinnimmt, sein Lebenswandel trägt destruktive Züge in sich. Der Film ist gekennzeichnet von einer „[…] air of fatalistic pessimism leading to an inability to act.“
Die Bedeutung von Schicksal und Zufall sind im Hindifilm ganz allgemein gesprochen viel zentraler als in westlichen Filmen, in denen der Mensch die Handlung im Grunde in eine bestimmte Richtung lenkt. Ein Hindu glaubt an sein Karma und dieser Glaube manifestiert sich in der Figur des Devdas. Seine Passivität und Schwäche sind ebenfalls ein Charakteristikum, das mit dieser Auffassung zusammenhängt.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die kulturelle Bedeutung des indischen Kinos und dessen enge Verflechtung mit uralten Mythen des Landes.
2. Der Hindi Film: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten der Erzähltechnik und Narration des populären Hindi-Films sowie dessen Rezeption als kollektive Phantasie.
3. Mythologische Figuren: Hier werden zentrale Archetypen wie der Held, der Antiheld, die Heldin und der Vamp anhand mythologischer Vorbilder und Filmbeispielen wie Devdas analysiert.
4. Politische Dimension: Das Kapitel untersucht die ideologischen Auswirkungen des politischen Klimas, insbesondere in den 1990er Jahren, auf die Themen und Darstellungsweisen im Hindi-Film.
5. Resümee: Das Resümee zieht ein Fazit über das Zusammenfließen von Mythologie und Film als prägendes Merkmal der indischen Populärkultur.
Bollywood, Indische Mythologie, Mahabharata, Ramayana, Hindi-Film, Archetypen, Held, Mutterfigur, Identität, Hindutva, Kultur, Erzähltradition, Rasa, Devdas, Politik.
Die Arbeit analysiert die tiefe Verwurzelung des populären Hindi-Films in der indischen Mythologie und untersucht, wie klassische Erzählmuster und Figuren aus dem Ramayana und Mahabharata die moderne Filmkultur beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Figurenzeichnung (Held, Heldin, Vamp, Mutter), der spezifischen Ästhetik und Erzählstruktur des Hindi-Films sowie dem Einfluss soziopolitischer Veränderungen auf die indische Filmlandschaft.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Kino als modernes Medium die uralten Mythen Indiens weiterträgt und durch die ständige Wiederholung und Neuinterpretation dieser Stoffe eine neue, populäre Mythologie schafft.
Es handelt sich um eine medien- und kulturanalythische Untersuchung, die auf der Analyse von Sekundärliteratur zur Filmtheorie sowie auf der detaillierten Betrachtung ausgewählter Filmbeispiele basiert.
Im Hauptteil werden konkret die Konstruktion von Rollenbildern, die Bedeutung musikalischer Elemente für die Handlung und die Rolle des Hindi-Films als Spiegel oder Verstärker nationaler Identität und Politik erörtert.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Bollywood, Mythen, Epen, kulturelle Identität, indischer Nationalismus, Rollenstereotypen und die mediale Transformation indischer Tradition.
Devdas dient als Paradebeispiel für den Antihelden, dessen Melancholie und Passivität tief im mythologischen Verständnis von Schicksal und Karma verwurzelt ist, und verdeutlicht die Abkehr vom klassischen, aktiven Heldenbild.
In den 1990er Jahren führte der Aufstieg hindunationalistischer Strömungen dazu, dass viele Filme konservativere Werte, eine stärkere Rückbesinnung auf traditionelle religiöse Symbole und eine klare Einteilung in Gut und Böse propagierten.
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