Masterarbeit, 2017
79 Seiten, Note: 2,0
1 Die gegenwärtige Situation am deutschen Kapitalmarkt
2 Der Börsengang als Mittel der Unternehmensfinanzierung
2.1 Der Börsengang und die Bedeutung des Eigenkapitals für das Unternehmen
2.2 Die Motive des Börsengangs
2.3 Die juristischen Voraussetzungen des Börsengangs
2.4 Die betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen
2.5 Die Akteure am deutschen Kapitalmarkt
3 Die Grundlagen der Unternehmensbewertung
3.1 Die Unternehmensbewertung als interne Rechnung
3.2 Die Schulen der Unternehmensbewertung
3.2.1 Die objektive Unternehmensbewertung
3.2.2 Die subjektive Unternehmensbewertung
3.2.3 Die funktionale Unternehmensbewertung
3.3 Die Funktionen der Unternehmensbewertung
3.3.1 Die Entscheidungsfunktion
3.3.2 Die Vermittlungsfunktion
3.3.3 Die Argumentationsfunktion
4 Der Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung
4.1 Die Charakterisierung der Konfliktsituation
4.2 Die Entscheidungswertermittlung im Rahmen eines Börsengangs
4.2.1 Das Zustands-Grenzpreismodell – ein Totalmodell
4.2.2 Das Zukunftserfolgswertverfahren – ein Partialmodell
4.3 Die Ermittlung von Argumentationswerten im Rahmen von Preisfindungsprozessen
4.3.1 Die Multiplikatorverfahren
4.3.2 Das „discounted cash flow“-Verfahren
4.3.3 Der objektivierte Wert nach IDW S 1
4.4 Der Emissionspreis als Arbitriumwert
4.4.1 Die Auswahl des Emissionsverfahrens
4.4.1.1 Die Selbstemission
4.4.1.2 Die Fremdemission
4.4.2 Die Verfahren der Emissionspreisfindung
4.4.2.1 Das Festpreisverfahren
4.4.2.2 Das Preisspannenverfahren
4.4.2.3 Die Auktionsverfahren
4.5 Die kritische Würdigung der Bewertungspraxis im Rahmen des Börsengangs
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Unternehmensbewertung im Kontext eines Börsengangs, insbesondere im Hinblick auf die Preisfindung zwischen Emittenten, Investoren und emissionsbegleitenden Banken. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie funktionale Bewertungsmodelle genutzt werden können, um eine ökonomisch rationale Entscheidungsgrundlage zu schaffen und welche Rolle dabei Argumentationswerte in komplexen Verhandlungssituationen spielen.
4.2.1 Das Zustands-Grenzpreismodell – ein Totalmodell
Im Rahmen der Entscheidungsfunktion liefert dieses Modell die individuelle Grenze der Konzessionsbereitschaft in Form des Entscheidungswerts. Dieser Wert gibt an, welchen Emissionspreis der Emittent mindestens erzielen muss bzw. welchen Kaufpreis der potentielle Investor höchstens zahlen sollte, um kein nachteiliges Geschäft zu tätigen. Zugleich liefert die Entscheidungswertermittlung auf Basis des Zustands-Grenzpreismodells (ZGPM) damit das Intervall, zwischen dem eine Einigung der beiden Konfliktparteien gefunden werden kann.
Die Konsortialbank als Vermittler und Schiedsinstanz wird eine Lösung zwischen den Grenzwerten des Emittenten und des Anlegers anstreben. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch, dass die Investmentbank eigene Preisvorstellungen bzgl. der Erstzeichnung verfolgt und eine Konfliktlösung eher zu Lasten des Verkäufers gehen könnte (weitere Anmerkungen hierzu in Kapitel 4.4). Das ZGPM ist ein Totalmodell im Rahmen der investitionstheoretischen Bewertung und betrachtet das Unternehmen als Ganzes. Im Totalmodell kann der Nutzen des Käufers – bei Börsennotierung in Form von Ausschüttung – dargestellt werden. Aber auch eine Zerschlagung des Betriebes wäre finanzmathematisch abbildbar.
Die Ergebnisse des ZGPM fassen die zu erwartenden Zahlungsströme auf und liefern dem Käufer oder dem Verkäufer seine persönliche Konzessionsgrenze in Form des Entscheidungswertes. Das hier angeführte ZGPM basiert auf den weiterführenden Ausformulierungen von HERING. Sein Modell geht von der Prämisse der Marktunvollkommenheit aus und entspricht somit der realen Geschäftswelt, in welcher sich börsennotierte Unternehmungen bewegen. Das ZGPM ist eine elegante Möglichkeit der subjektiven Grenzpreisermittlung der Bewertungssubjekte. Als Nebenprodukt ergibt sich aus der Totalmodellbetrachtung der Diskontierungszinssatz, der in späteren Partialmodellen (Kapitel 4.2.2) Anwendung findet. HERING entwickelt mit der Fixierung der besten Alternative als Grenzzins die Basis zum Zukunftserfolgswertverfahren. HERING geht bei seinen Annahmen davon aus, dass ein Käufer mit dem Erwerb von Aktien einen zukünftigen und unsicheren Zahlungsstrom erwirbt. Im Falle eines emittierenden Unternehmens wird der Verkäufer eines Unternehmensanteils einen möglichst hohen Preis favorisieren.
1 Die gegenwärtige Situation am deutschen Kapitalmarkt: Einführung in die aktuelle Lage des deutschen Aktienmarktes und Darstellung der zentralen Problematik der Unternehmensbewertung im Zuge eines Börsengangs.
2 Der Börsengang als Mittel der Unternehmensfinanzierung: Analyse der Rahmenbedingungen, Motive, juristischen und betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen sowie der Marktakteure bei einem Börsengang.
3 Die Grundlagen der Unternehmensbewertung: Detaillierte Beschreibung der verschiedenen Bewertungsschulen sowie der drei Hauptfunktionen der funktionalen Unternehmensbewertung.
4 Der Börsengang als Problem der Unternehmensbewertung: Deduktive Analyse der Bewertungsfunktionen im praktischen Preisfindungsprozess, inklusive einer kritischen Würdigung gängiger Emissionsverfahren und -methoden.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Plädoyer für die funktionale Unternehmensbewertung als ausgereiftes Instrumentarium zur Lösung der komplexen Bewertungsproblematik.
Börsengang, Unternehmensbewertung, Emissionspreis, Entscheidungswert, Argumentationswert, Arbitriumwert, Zustands-Grenzpreismodell, Zukunftserfolgswertverfahren, Multiplikatorverfahren, DCF-Verfahren, Preisspannenverfahren, Kapitalmarkt, Eigenkapital, Funktionale Unternehmensbewertung, Konfliktmanagement.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Unternehmensbewertung im Kontext eines Börsengangs und untersucht, wie verschiedene Bewertungsverfahren in den unterschiedlichen Phasen der Preisfindung eingesetzt werden können.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, die spezifischen Konfliktsituationen zwischen Emittenten und Investoren sowie die praktische Anwendung verschiedener Preisfindungsmodelle.
Das primäre Ziel ist es, die Eignung verschiedener Bewertungsverfahren (wie ZGPM, ZEWV oder Multiplikatorverfahren) für die Preisfindung bei Börsengängen zu bewerten und deren Rolle als Entscheidungsgrundlage oder taktisches Instrument aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt einen deduktiven Forschungsansatz, um die theoretischen Modelle der funktionalen Unternehmensbewertung auf die spezifischen Probleme des Börsengangs anzuwenden und deren praktische Anwendbarkeit zu prüfen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den drei Funktionen der Bewertung (Entscheidung, Vermittlung, Argumentation) und analysiert kritisch, wie Verfahren wie das DCF-Modell oder Multiplikatoransätze in der Praxis genutzt werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Börsengang", "Unternehmensbewertung", "funktionale Bewertung", "Entscheidungswert" und "Argumentationswert" charakterisiert.
Die Funktionen (Entscheidungs-, Vermittlungs- und Argumentationsfunktion) sind essenziell, da sie dem Bewertungssubjekt erlauben, das Bewertungsmodell an den spezifischen Zweck und die jeweilige Phase des Preisfindungsprozesses anzupassen.
Das ZGPM wird als ausgereiftes Totalmodell hervorgehoben, da es Marktunvollkommenheiten und individuelle Interessen der Akteure explizit berücksichtigt und somit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Grenzpreisbestimmungen liefert.
Der Autor ordnet diese primär der Argumentationsfunktion zu und warnt davor, sie für eine objektive Entscheidungswertermittlung zu nutzen, da sie anfällig für Manipulationen sind und die Einzigartigkeit von Unternehmen oft vernachlässigen.
Der Autor plädiert für die funktionale Unternehmensbewertung und betont, dass der Erfolg einer Emission maßgeblich von einer rationalen Bestimmung der Konzessionsgrenzen und einem durchdachten Einsatz der Preisfindungsverfahren abhängt.
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