Bachelorarbeit, 2011
34 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen: Die Kriegs-Definition nach Clausewitz
3. „Währungskrieg“: ein neues Phänomen?
3.1 Beggar-thy-neighbour-Politik
3.2 Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und der Abwertungswettlauf
3.3 Währungsdumping
4. Währungskrieg im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise? – Analyse am Beispiel der Volksrepublik China und der USA
4.1 Die Situation nach der globalen Finanzkrise ab 2007/2008: Währungskonflikt mit historischen Parallelen
4.2 Gegenwärtige wirtschaftliche Situation der USA und Ursachen der Währungsstreitigkeiten
4.3 Die wirtschaftliche Situation und Währungspolitik der Volksrepublik China
4.3.1 Das Währungssystem Chinas
4.3.2 Aufwertungsdruck des RMB und Inflationsproblematik
4.4 Bewertende Analyse der Währungsproblematik zwischen China und den USA
4.4.1 Chinas Handelsbilanzüberschüsse und die Globalen Ungleichgewichte
4.4.2 Chinas anhaltende Devisenakkumulation
4.4.3 Das „Quantitative Easing“ der USA
5. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische und praktische Existenz eines sogenannten „Währungskrieges“ zwischen den USA und der VR China im Nachgang der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/2008. Ziel ist es zu klären, ob die rhetorisch als „Währungskrieg“ bezeichneten Spannungen tatsächlich eine kriegsähnliche Konfrontation darstellen oder ob es sich um klassische wirtschaftspolitische Interessenskonflikte handelt.
3. „Währungskrieg“: ein neues Phänomen?
In der Geschichte der Menschheit gab es spätestens seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre immer wieder internationale ökonomische Konfliktfälle und Krisen, in denen es darum ging, sich u.a. durch Währungsmanipulationen einen Vorteil zu verschaffen. Darunter werden im Rahmen dieser Arbeit speziell der Abwertungswettlauf, das Währungsdumping und die Beggar-thy-neighbour-Politik als bereits bekannte Phänomene der primären Untersuchung der Fragestellung im Analyseteil vorangestellt um nachfolgend zu untersuchen, ob der „Währungskrieg“ davon differenziert betrachtet werden muss.
Die ökonomischen Wirkmechanismen eines möglichen Währungskrieges sind ohne Zweifel in den bekannten theoretischen Strukturen der internationalen Währungsbeziehungen zu suchen: Internationale Finanzierung, globaler Handel, Wechselkursbeziehungen sowie Geld- und Währungspolitik. Es ergibt sich infolgedessen die Frage, ob in diesen Bereichen eine qualitativ neue Problematik besteht oder ob es sich bei dem „Währungskrieg“ lediglich um ein neues Schlagwort für ein altbekanntes Phänomen handelt. Ein Zitat aus einem wissenschaftlichen Beitrag zu dem Thema drückt dies pointiert aus: „Als semantischer Newcomer im globalen wirtschaftspolitischen Diskurs muss sich der Währungskrieg in Konkurrenz zu alteingesessenen Begriffen behaupten und seine Existenzberechtigung beweisen“ (vgl. Klein/Teng 2010: 5).
1. Einleitung: Vorstellung der Problematik globaler Ungleichgewichte und Herleitung der zentralen Forschungsfrage zum „Währungskrieg“ zwischen den USA und China.
2. Begriffliche Grundlagen: Die Kriegs-Definition nach Clausewitz: Theoretische Herleitung des Kriegsbegriffs nach Clausewitz, um diesen als analytisches Werkzeug auf währungspolitische Kontexte zu übertragen.
3. „Währungskrieg“: ein neues Phänomen?: Einordnung des Begriffs durch Abgrenzung zu historischen Phänomenen wie der Beggar-thy-neighbour-Politik, Abwertungswettläufen und Währungsdumping.
4. Währungskrieg im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise? – Analyse am Beispiel der Volksrepublik China und der USA: Empirische Untersuchung der währungspolitischen Maßnahmen beider Länder, inklusive Handelsbilanzen, Devisenakkumulation und US-Geldpolitik.
5. Schluss: Synthese der Ergebnisse, mit dem Fazit, dass ein „Währungskrieg“ realiter weder existiert noch wahrscheinlich ist.
Währungskrieg, USA, Volksrepublik China, Finanzkrise, Handelsbilanz, Devisenreserven, Abwertungswettlauf, Währungsdumping, Beggar-thy-neighbour-Politik, Quantitative Easing, globale Ungleichgewichte, Wechselkurspolitik, Inflation, Renminbi, Clausewitz.
Die Arbeit untersucht, ob die nach 2007/2008 medienwirksam als „Währungskrieg“ bezeichneten Spannungen zwischen den USA und China ein reales, neues Phänomen darstellen oder nur rhetorische Zuspitzungen bestehender wirtschaftlicher Differenzen sind.
Im Zentrum stehen die internationale Währungsordnung, die Rolle von Handelsbilanzungleichgewichten, das Phänomen der Devisenakkumulation und die geldpolitischen Maßnahmen der USA und Chinas.
Die Forschungsfrage lautet: „Führen die USA und die VR China im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007/2008 einen ‚Währungskrieg‘?“
Die Arbeit nutzt eine definitorische Grundlegung durch militärtheoretische Konzepte (Clausewitz), um diese auf währungspolitische Sachverhalte zu übertragen, ergänzt durch eine Analyse aktueller wirtschaftlicher Daten und politischer Ereignisse im Zeitraum 2007 bis 2011.
Der Hauptteil analysiert die wirtschaftliche Lage beider Nationen, die Hintergründe der Devisenpolitik, die Rolle der US-Geldpolitik (Quantitative Easing) und die empirischen Entwicklungen in der Handelsbilanz zwischen den USA und China.
Wichtige Begriffe sind Währungskrieg, Handelsbilanz, Devisenreserven, Beggar-thy-neighbour-Politik, Renminbi und globale Ungleichgewichte.
Clausewitz dient dazu, den abstrakten und emotional besetzten Begriff „Krieg“ zu operationalisieren, indem er Krieg als zweckorientierte Handlung und politisches Instrument definiert, das auf einen „Zweikampf“ zwischen Akteuren abzielt.
Das QE der US-Notenbank wird als geldpolitisches Instrument betrachtet, von dem China befürchtet, es könne den Währungskonflikt durch eine Abwertung des Dollars weiter anheizen.
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