Fachbuch, 2020
88 Seiten
1 Der chinesische Traum
1.1 Nachhaltiges Wirtschaftswachstum trotz extraktiver Institutionen
1.2 Literaturbericht
2 Theoretisches Fundament
2.1 Von Caesar, Machiavelli und Montesquieu
2.2 Adam Smith und der geographisch bedingte Marktumfang
2.3 Jared Diamond und Yalis Frage
2.4 Kenneth Pomeranz
3 Die Anwendung der modifizierten ,Great-Divergence‘ Theorie
3.1 Vorsprung durch Rückständigkeit
3.2 Der Treibstoff des Fortschritts
3.3 Moderner Kolonialismus
4 Die Welt erzittert
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das andauernde Wirtschaftswachstum im sozialistischen China mithilfe einer modifizierten „Great-Divergence“-Theorie von Kenneth Pomeranz erklärt werden kann, wobei der Zeitraum ab 1978 im Fokus steht.
2.3 Jared Diamond und Yalis Frage
Jared Diamond identifiziert vier „eigentliche Faktoren“ (2009: 93), um die unterschiedliche technische, kulturelle und politische Entwicklung der Kontinente sowie die Vormachtstellung des Eurasischen zu erklären:
1. Das Vorhandensein domestizierbarer Pflanzen und Tiere als Grundvoraussetzung für die Landwirtschaft (ebd.: 96f., 502)
2. Die Ausrichtung der Kontinentalachse in Ost-West-Richtung (ebd.: 114, 503)
3. Geringe interkontinentale Diffusionshürden (ebd.: 504)
4. Unterschiede der Kontinente hinsichtlich Fläche und Bevölkerungsgröße (ebd.: 310, 504)
Aus den eigentlichen Faktoren gehen die „unmittelbaren Faktoren“ (ebd.: 93) hervor, auf die Diamond bereits im Titel der englischen Originalausgabe von Arm und Reich verweist: „Guns, Germs and Steel“. Demnach führt die Sesshaftwerdung von Gesellschaften, neben dem Bilden von Krankheitsresistenzen, zu einer überlegenen Militärtechnik und zu komplexeren Staatsgebilden mit dominierender Schriftkultur (ebd.: 93, 96f.).
Der eurasische war den übrigen Kontinenten in allen vier eigentlichen Faktoren überlegen: Dort befand sich die größte Anzahl an potenziellen Domestikationskandidaten (ebd.: 207), die Ost-West-Ausrichtung führte neben den vergleichsweise geringen ökologischen und geographischen Hürden zu einer hohen Diffusionsgeschwindigkeit der domestizierten Biomasse sowie der Innovationen (ebd.: 503).
1 Der chinesische Traum: Einführung in die Fragestellung, warum China trotz fehlender integrativer Institutionen nachhaltig wächst, und Vorstellung des theoretischen Ansatzes.
2 Theoretisches Fundament: Darlegung der geographie- und ressourcenbasierten Ansätze zur Welthunger- und Reichtumsproblematik durch verschiedene Theoretiker sowie die Einführung der Theorie von Kenneth Pomeranz.
3 Die Anwendung der modifizierten ,Great-Divergence‘ Theorie: Empirische Untersuchung des chinesischen Wachstums seit 1978 entlang der Faktoren Rückständigkeit, Energiesicherheit/Daten und neokoloniale Strukturen.
4 Die Welt erzittert: Fazit, welches die Ergebnisse einordnet und die Gültigkeit der modifizierten Theorie für Chinas wirtschaftliche Entwicklung bestätigt.
Great-Divergence-Theorie, China, Wirtschaftswachstum, Institutionenökonomik, Industrialisierung, Geographie, Energiesicherheit, Industrie 4.0, Made in China 2025, Big Data, Sozialkreditsystem, Neokolonialismus, Belt and Road Initiative, Entwicklungszusammenarbeit, Weltungleichheit.
Die Arbeit analysiert die Ursachen des chinesischen Wirtschaftswachstums seit 1978 und prüft, ob die „Great-Divergence“-Theorie von Kenneth Pomeranz hierfür einen Erklärungsansatz bietet.
Die Themenfelder umfassen die Rolle von Geographie und Ressourcen, die technologische Entwicklung (Industrie 4.0), Energiesicherheit sowie Chinas internationales Engagement in Entwicklungsländern.
Ist es möglich, das andauernde Wirtschaftswachstum im sozialistischen China anhand einer modifizierten „Great-Divergence“-Theorie zu erklären?
Die Arbeit nutzt eine theoriegeleitete Untersuchung, bei der die Hypothesen von Kenneth Pomeranz modifiziert und an den Untersuchungszeitraum von 1978 bis heute angepasst werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von „Vorsprung durch Rückständigkeit“, die Analyse des „Treibstoffs des Fortschritts“ (Energie und Daten) sowie eine Auseinandersetzung mit neokolonialen Praktiken.
Die zentralen Schlagworte sind Great-Divergence, Wirtschaftswachstum Chinas, Industrie 4.0, Energiesicherheit, Big Data und moderne neokoloniale Praktiken.
Das System wird als Instrument der sozialen Kontrolle gewertet, das darauf abzielt, gesellschaftliche Spannungen zu minimieren und den sozialen Frieden zu sichern, um den Sektorenwandel zu ermöglichen.
Es wird untersucht, ob chinesische Investitionen und Kredite zu einseitigen Abhängigkeiten und neokolonialen Strukturen führen, obwohl offiziell das Nichteinmischungsprinzip propagiert wird.
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