Diplomarbeit, 2000
78 Seiten, Note: Sehr Gut
4 PHYSISCHE ATTRAKTIVITÄT
4.1 DIE GESCHICHTE ÄSTHETISCHEN DENKENS UND ERLEBENS
4.2. GESICHTSSCHÖNHEIT
4.2.1 Einführung und Begriff
4.2.2 Variablen der Gesichtsschönheit
4.2.2.1 Das Regelmaß
4.2.2.2 Das Kindchenschema
4.2.2.3 Das Mensch- und Partnerschema
4.2.2.4 Gesundheit und Jugendlichkeit
4.2.2.5 Die dominante Sozialbestimmung
4.2.2.6 Das gelernte Normalgesicht
4.2.2.7 Gesichtsschönheit im Umfeld der Speisebevorzugung
4.3 DARWIN`SCHE ÄSTHETIK: DAS GESICHT ALS SCHAUPLATZ VON SELEKTIONSPROZESSEN?
4.3.1 Schönheit und das Auge des Betrachters: Weibliche Attraktivität aus der Sicht der Evolutionären Psychologie
4.3.2 Das Hamilton-Zuk-Paradigma der Parasitenresistenz
4.3.3 ”Good Genes”: Zahavi’s Handikap Prinzip
4.4 DIE HAUT - INTEGUMENTUM COMMUNE
4.4.1 Allgemeines
4.4.2 Epidermis
4.4.3 Dermis
4.4.4 Tela subcutanea
4.4.5 Physiologisch bedingte Veränderungen der Haut
5 HYPOTHESEN
6 DIE UNTERSUCHUNG
6.1 MATERIAL
6.1.1 Morphing und Warping
6.2 VERSUCHSABLAUF
6.3 AUSWERTUNG
6.3.1 Grundlagen der digitalen Bildverarbeitung
6.3.1.1 Überblick
6.3.1.2 Digitalisierung von Schwarz/Weiss-Bilddaten
6.3.2 Verarbeitung des Datenmaterials
6.3.2.1 Charakterisierung digitalisierter Bilder
6.3.2.2 Texturanalyse
6.3.2.2.1 Überblick
6.3.2.2.2 Die Cooccurrence-Matrix
6.3.2.2.3 Weitere Variablen in der Untersuchung
6.3.2.2.2 Bildanalyse mit dem ”Facial Explorer”
6.4 ERGEBNISSE
6.5 DISKUSSION
Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, den bisher wenig beachteten Einfluss der Hautoberflächenbeschaffenheit auf die wahrgenommene Attraktivität weiblicher Gesichter wissenschaftlich zu untersuchen und nachzuweisen. Dabei wird erforscht, ob eine homogenere Hauttextur als Indikator für ein gesundes Immunsystem wahrgenommen wird und ob dieser Zusammenhang unabhängig von anderen bekannten Schönheitsfaktoren wie der Gesichtssymmetrie besteht.
6.1.1 Morphing und Warping
Um den Einfluß von Störvariablen, wie zum Beispiel Gesichtssymmetrie (GRAMMER & THORNHILL, 1994), möglichst gering zu halten wurde in der hier vorliegenden Arbeit die Verfahren des Morphing und Warping angewendet. Ziel war es, die Form aus den Gesichtern zu nehmen, beziehungsweise diese zu standardisieren, sodaß bei der Beurteilung der Einfluß der Haut deutlicher zum Tragen kommen sollte. Morphing und Warping wurden in Zusammenhang mit menschlichen Gesichtern erstmals von BEIER UND NEELY (1992) vorgestellt und auch schon in anderen verhaltensbiologischen Untersuchungen eingesetzt (BURGHARD, 1995).
Da die dreidimensionale Objektmetamorphose noch zahlreiche Probleme mit sich bringt, ist die Bearbeitung im zweidimensionalen Bereich favorisiert. Das Prinzip des Morphing und Warping basiert auf dem Interpolieren der Farben beziehungsweise Grauwerte korrespondierender Bildpunkte von einem Ausgangsbild und einem Endbild. Der Prozeß des Morphing führt also ein Anfangs- und ein Endbild zusammen, wobei das daraus resultierende Durchschnittsbild (”Composite”) in Form und Farbe neue Qualitäten erhält. Es ist also ein echter Durchschnitt zwischen zwei Einzelbildern geworden, wobei manche Computerprogramme es gestatten den Betrag anzugeben, den jedes der Ausgangsbilder zum Composite beitragen soll. Das Warping zweier Bilder bezieht sich im Gegensatz dazu nur auf deren Form, die übrigen Texturqualitäten werden demnach individuell beibehalten.
4 PHYSISCHE ATTRAKTIVITÄT: Dieses Kapitel erläutert die historischen und biologischen Grundlagen der menschlichen Attraktivitätswahrnehmung und bietet eine detaillierte anatomische Beschreibung der Hautstrukturen.
5 HYPOTHESEN: Hier werden die wissenschaftlichen Vermutungen dargelegt, dass eine homogenere Hauttextur positiv mit Attraktivität und Gesundheit korreliert.
6 DIE UNTERSUCHUNG: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise, angefangen von der Materialauswahl und digitalen Bildbearbeitung bis hin zur statistischen Auswertung der Texturparameter.
Hauttextur, Weibliche Schönheit, Evolutionäre Psychologie, Gesichtsschönheit, Digitale Bildanalyse, Cooccurrence-Matrix, Attraktivitätsforschung, Immunsystem, Parasitenresistenz, Morphing, Warping, Biologische Signale, Homogenität, Hautoberfläche, Physiognomie
Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern die Beschaffenheit der Hautoberfläche von Frauengesichtern die Einschätzung ihrer Attraktivität beeinflusst.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Evolutionsbiologie und Verhaltensforschung mit modernen Methoden der digitalen Bildverarbeitung und Texturanalyse.
Es soll geklärt werden, ob eine homogenere Hautoberfläche als ein Signal für Gesundheit und Attraktivität wahrgenommen wird und ob dieser Effekt nach der Standardisierung der Gesichtsform messbar bleibt.
Die Autorin nutzt die Cooccurrence-Matrix zur objektiven Texturanalyse sowie Morphing- und Warping-Algorithmen, um die Gesichtsformen der Stimuluspersonen zu standardisieren.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung über ästhetisches Denken und Hautanatomie als auch die konkrete Durchführung einer empirischen Untersuchung mit 27 männlichen Versuchspersonen.
Wichtige Begriffe sind Hauttextur, Gesichtsschönheit, Evolutionäre Psychologie, Cooccurrence-Matrix und Attraktivitätsforschung.
Sie ermöglicht es, die Grauwertverhältnisse in der direkten Umgebung eines Pixels zu erfassen, was als valides Maß für die Homogenität oder Inhomogenität einer Textur dient.
Die Ergebnisse stützen das Hamilton-Zuk-Paradigma, indem sie nahelegen, dass die Hautbeschaffenheit als ein evolutionsbiologisch relevanter Hinweis auf die Qualität des Immunsystems fungiert.
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