Fachbuch, 2020
143 Seiten
1 Theoretischer Hintergrund
1.1 Einleitung
1.2 Identität und Geschlechtsidentität
1.3 Fokus Mann: Bedrohung der Geschlechtsidentität
1.3.1 Bedrohung der Geschlechtsidentität
1.3.2 Unsicherheit der Geschlechtsidentität
1.3.3 Wiederherstellung der Geschlechtsidentität
1.3.4 Wiederherstellung im beruflichen Kontext
1.3.5 Erklärungen zur stärkeren Bedrohung der Männer als der Frauen
1.4 Fokus Frau im beruflichen Kontext: Gewinn von sozialem Status
1.4.1 Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung
1.4.2 Männlichkeit als Indikator von sozialem Status im Beruf
1.5 Hypothesen
1.5.1 H1: Zufriedenheit mit der Prototypikalitätsrückmeldung
1.5.2 H2: Zukünftiger beruflicher Erfolg
1.5.3 H3: Arbeitflexibilitätspräferenz
1.5.4 H4: Wahrnehmung des beruflichen Erfolgs
1.5.5 H5: Wahrnehmung der Arbeitsflexibilitätspräferenz
2 Methode
2.1 Untersuchungsdesign
2.2 Stichprobe
2.3 Vorgehen und Material
2.3.1 Messungen
3 Ergebnisse
3.1 Datenaufbereitung und Analysemethoden
3.2 Deskriptive Statistiken
3.3 Inferenzstatistische Analysen
3.3.1 Manipulationscheck und Check der beruflichen abhängigen Variablen
3.3.2 Varianzanalysen und Kontrastanalysen
3.3.3 Moderatoranalysen
3.4 Weiterführende Analysen
3.4.1 Moderatoranalysen
3.4.2 Gruppenunterschiede
4 Diskussion
4.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
4.2 Limitationen und Perspektive für zukünftige Forschung
4.3 Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer Bedrohung der Geschlechtsidentität auf Männer und Frauen im beruflichen Kontext, insbesondere im Hinblick auf deren affektive Reaktionen und geschlechtstypische Einschätzungen zu beruflichem Erfolg und Arbeitsflexibilität. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Männer und Frauen unterschiedlich auf identitätsbedrohende Rückmeldungen reagieren und wie sie versuchen, ihre Geschlechtsidentität oder ihren sozialen Status im beruflichen Umfeld wiederherzustellen oder zu sichern.
1.3.2 Unsicherheit der Geschlechtsidentität
Precarious Manhood Theory. Die Precarious Manhood Theory (Vandello et al., 2008) basiert auf der Annahme, dass Männlichkeit ein erworbener Zustand ist, der erst durch eine Leistung bewiesen werden muss, während Weiblichkeit eher als natürlicher, biologischer Zustand empfunden wird (Gilmore, 1991). In vielen Kulturen dieser Welt gibt es Rituale, die Jungen durchlaufen müssen, um den sozialen Status eines Mannes zu erlangen, die in diesem Maße bei Frauen selten vorkommen (Gilmore, 1991). Sie müssen ihren sozialen Status als Mann erst aktiv und öffentlich demonstrieren, bevor sie als Männer anerkannt werden (Gilmore, 1991). Vandello et al. (2008) zeigten, dass diese Vorstellungen auch in der sogenannten westlichen Gesellschaft existieren. Die von ihnen entwickelte Precarious Manhood Theory sagt aus, dass Männlichkeit als unsicherer sozialer Status gilt, der als schwerer zu erlangen und leichter zu verlieren betrachtet wird als Weiblichkeit. Daher muss sich der Status als Mann erst verdient werden und dann demonstriert und verteidigt (Bosson & Vandello, 2011).
Die Studien von Vandello et al. (2008) zu der Theorie implizieren, dass der Übergang zum Mann, genauso wie der Verlust von Männlichkeit im Vergleich zur Weiblichkeit deutlich mehr sozialen Veränderungen zugeschrieben wird (beispielsweise durch das Beweisen von Mut). Der Übergang und der Verlust von Weiblichkeit werden eher mit weniger beeinflussbaren physischen Gründen in Verbindung gebracht (zum Beispiel durch das Erreichen der Pubertät). Außerdem sind Überzeugungen über die Unsicherheit und Flüchtigkeit beziehungsweise den leichten Verlust von Männlichkeit weiter verbreitet und eher akzeptiert als von Weiblichkeit. Die Precarious Manhood Theory sagt zudem aus, dass der Status als Frau in der Regel nicht in dem Ausmaß angezweifelt wird wie der als Mann. Frauen müssen ihn deshalb auch weniger verteidigen beziehungsweise können dies auch weniger, da Weiblichkeit eher mit physischen Gründen verknüpft ist als mit sozialen (Vandello et al., 2008).
1 Theoretischer Hintergrund: Einführung in die Thematik der Geschlechtsidentitätsbedrohung und der relevanten Theorien wie Precarious Manhood, Social Identity Theory und Gender Role Conflict.
2 Methode: Beschreibung des Online-Studiendesigns, der Stichprobenrekrutierung und der verwendeten psychologischen Messinstrumente zur Erfassung der Probandendaten.
3 Ergebnisse: Darstellung der statistischen Auswertungen, der deskriptiven Statistiken und der inferenzstatistischen Analysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
4 Diskussion: Interpretation der Befunde, Reflexion der Limitationen der Studie und Ableitung von Implikationen für zukünftige Forschungen und den Berufsalltag.
Geschlechtsidentität, Männlichkeit, Weiblichkeit, Precarious Manhood Theory, Geschlechterstereotype, beruflicher Erfolg, Arbeitsflexibilität, Geschlechterrollen, Backlash Effekt, Geschlechtsidentitätsbedrohung, Selbstwertschutz, Soziale Identität, berufliche Konstrukte, empirische Analyse.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Bedrohung der Geschlechtsidentität auf Männer und Frauen auswirkt, wenn sie mit Rückmeldungen konfrontiert werden, die ihren Geschlechterstereotypen widersprechen.
Die Studie fokussiert auf Geschlechterstereotype, die soziale Identität, berufliche Erfolgszuschreibungen und die Präferenz für Arbeitsflexibilität im beruflichen Umfeld.
Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie Männer und Frauen auf identitätsbedrohende Situationen im Beruf reagieren und ob sie versuchen, ihr Geschlecht oder ihren Status aktiv zu verteidigen.
Die Autorin führte eine Online-Studie mit 350 Teilnehmenden in einem Between-Subjects-Design durch, bei dem mittels fiktiver Rückmeldungen eine Bedrohung der Geschlechtsidentität induziert wurde.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, eine detaillierte methodische Vorgehensweise, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie eine ausführliche Diskussion der Resultate.
Zu den Kernbegriffen zählen Geschlechtsidentität, Precarious Manhood Theory, berufliche Statuswahrnehmung und die geschlechtsspezifische Reaktion auf Identitätsbedrohungen.
Entgegen der Hypothesen zeigten Frauen im beruflichen Kontext bei einer Bedrohung keine Stärkung ihrer weiblichen Identität, sondern reagierten unzufriedener, was durch den Wandel moderner Geschlechterrollen in der untersuchten studentischen Generation erklärt wird.
Die Autorin vermutet, dass die junge, studentische Stichprobe bereits stark von modernen, weniger strikten Geschlechterrollen geprägt ist, was die klassische Bedrohungswahrnehmung abschwächt.
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