Bachelorarbeit, 2019
45 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Fundierung des Behavioral Pricing
2.1 Prospect-Theorie
2.2 Referenzpreise
2.2.1 Prozess der Referenzpreisbildung
2.2.2 Verlustaversion bei Referenzpreisen
3 Bedeutung des Behavioral Pricing für das Marketing
3.1 Preis-Promotions
3.2 Preis-Qualitäts-Beziehung
3.3 Möglichkeiten des Preis-Framings
3.3.1 Preis-Framing im Behavioral Pricing
3.3.2 Silver-Lining-Prinzip
3.3.3 Bündelung und Splitting von Preisen
3.3.4 Präsentationseffekte bei Preissenkungen
3.3.5 Framing von externen Referenzpreisen
3.3.5.1 Advertised Reference Price
3.3.5.2 Product-Lining
4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie verhaltenswissenschaftliche Ansätze der "Behavioral Pricing"-Forschung, insbesondere basierend auf der Prospect-Theorie, genutzt werden können, um das Konsumentenverhalten in Kaufentscheidungen zu verstehen und die Preissetzung in Unternehmen zu optimieren.
3.3.2 Silver-Lining-Prinzip
Thaler (1985) beobachtet, dass der wahrgenommene Nutzen mit Bezug auf die Prospect-Theorie optimiert wird, wenn ein Verlust mit einem kleinen Gewinn geframed wird, was als „Silver-Lining-Prinizip“ (siehe Abbildung 5) bezeichnet wird. Die vom Konsumenten wahrgenommenen Kosten können reduziert werden, da ein kleiner Gewinn (x) aufgrund der abnehmenden Sensitivität einen höheren Anstieg entlang der Wertfunktion bewirkt als eine Reduzierung eines verhältnismäßig großen Verlusts (-y) um die Höhe des Gewinns. Deswegen ist der wahrgenommene Verlust geringer, wenn ein Gewinn getrennt von einem Verlust ausgewiesen wird (v(x) + v(-y)), als wenn ein kleiner Gewinn von dem Verlust abgezogen wird (v(x - y)). Demzufolge kann der wahrgenommene Wert wie auch im Beispiel von Smith und Nagle (1995) erhöht werden, wenn die Kosten für ein Gut zusammen mit einem Gewinn an die Kunden kommuniziert werden.
1 Einleitung: Einführung in die verhaltensökonomische Perspektive auf Kaufentscheidungen als Abkehr vom klassischen Modell des homo oeconomicus.
2 Theoretische Fundierung des Behavioral Pricing: Darstellung der Prospect-Theorie und der Bedeutung von Referenzpreisen sowie deren Bildungsprozessen.
3 Bedeutung des Behavioral Pricing für das Marketing: Analyse der Auswirkungen von Preis-Promotions, Preis-Qualitäts-Wahrnehmungen und verschiedenen Preis-Framing-Techniken auf den Konsumenten.
4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Marketing-Implikationen und Reflexion der Übertragbarkeit auf den E-Commerce.
Behavioral Pricing, Prospect-Theorie, Referenzpreis, Verlustaversion, Preis-Framing, Preis-Promotions, Preis-Qualitäts-Beziehung, Kaufentscheidung, Preissetzung, Silver-Lining-Prinzip, Marketing, Konsumentenverhalten, Preisstrategie
Die Arbeit beleuchtet, wie Erkenntnisse aus der verhaltenswissenschaftlichen Preis-Forschung (Behavioral Pricing) genutzt werden können, um Preisstrategien im Marketing zu verbessern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Wirkung von Preis-Promotions, der psychologischen Beziehung zwischen Preis und Qualität sowie verschiedenen Methoden des Preis-Framings.
Das Ziel ist es, auf Basis der Prospect-Theorie zu zeigen, welche Bedeutung verhaltensökonomische Effekte für das Marketing haben und wie daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen abgeleitet werden können.
Es wurde eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt, die Vorwärts- und Rückwärtssuchen in relevanten wissenschaftlichen Journals kombiniert hat.
Der Hauptteil analysiert theoretisch und empirisch die Wirkung von Preisänderungen auf Referenzpreise, die Steuerung des Kundennutzens durch Qualität und Preis sowie Möglichkeiten der Preispräsentation.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Behavioral Pricing, Prospect-Theorie, Verlustaversion, Preis-Framing und Referenzpreise.
Es beschreibt, dass Verluste vom Konsumenten weniger schmerzhaft wahrgenommen werden, wenn sie gemeinsam mit einem kleinen Gewinn präsentiert werden.
Da Konsumenten Preissteigerungen (Verluste) stärker gewichten als Preissenkungen (Gewinne), hilft das Verständnis dieser Asymmetrie, Promotions und Preisgestaltungen profitabler zu planen.
Sie zeigt, dass Qualitätserhöhungen oft einen höheren Nutzen stiften als Preissenkungen, was Unternehmen hilft, Wettbewerbsvorteile durch kluge Produktgestaltung zu erzielen.
Die Arbeit basiert auf Experimenten aus stationären Läden; der Autor merkt an, dass für den E-Commerce-Kontext aufgrund veränderter Bedingungen weitere Untersuchungen notwendig wären.
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