Bachelorarbeit, 2018
93 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1. 1 Aktuelle Lage der Roma und Sinti in Europa
1. 2 Begründung der Forschungsfrage
2. Definition bedeutender Begriffe
2. 1 Romanes - Die Sprache der Roma und Sinti
2. 2 Roma und Sinti
2. 3 Zigeuner
2. 4 Ägypter
2. 5 Gadje
2. 6 Ethnische Minderheit
2. 7 Inklusion/ Exklusion
2. 8 Marginalisierung
3. Historischer Rückblick
3. 1. Der lange Weg aus Indien nach Europa
3. 1. 1 Die Roma in Rumänien
3. 1. 2 Die Sinti und Roma in Deutschland
3. 1. 3 Die Roma in ehemaligen Jugoslawien
3. 2 Zahlen und Fakten
3. 3 Kultur der Roma und Sinti in Europa
3. 3. 1 Das Romanes als Bestandsverzeichnis der Roma Kultur
3. 3. 2 Das musikalische Kulturgut
3. 3. 3 Roma und Sinti in der Welt der Literatur und der Bühne
3. 3. 4 Sind Roma und Sinti in Europa sesshaft oder nicht?
4. Antiziganismus in Europa
4. 1 Klärung zentraler Begriffe
4. 2 Antiromaismus
4. 3 „Porajmos“: NS-Völkermord an den Roma und Sinti in Europa
4. 3. 1 Der Unterschied zwischen Nationalsozialismus und Faschismus
4. 3. 2 Roma und Sinti im Nationalsozialismus 1938-1945
4. 4 Die „zweite Verfolgung“ der Roma und Sinti in Europa
4. 5 Antiromaismus in Kontext des Ressentiments und Affekts
5. Sozialen Arbeit als Instrument zur Inklusion
5. 1 Soziale Arbeit als Wissenschaft
5. 2 Lebensweltorientierung
5. 2. 1 Alltagsorientierung der Soziale Arbeit
5. 2. 2 Struktur- und Handlungsmaximen
5. 2. 3 Der Alltag als Basis einer Profession
5. 2. 4 Praxisbezug: 6. Internationale Roma-Frauenkonferenz in Europa
5. 3 Empowerment
5. 3. 1 Amerikanische Bürgerrechtsbewegung in Kontext Sozialer Arbeit
5. 3. 2 Die Ressourcendiagnostik
5. 3. 3 Weitere Methoden des Empowerments
5. 3. 4 Ein Konzept zwischen Selbstbestimmung und Bevormundung
5. 3. 5 Praxisbezug: „Sieht uns!“ Empowerment gegen Antiromaismus
5. 4 Biographiearbeit
5. 4. 1 Der Begriff der Biographie
5. 4. 2 Zur Gast in fremden Erinnerungen
5. 4. 3 Diversität der Methoden der Biographiearbeit
5. 4. 4. Praxisbezug: Vergangenheit gibt der Zukunft eine neue Aussicht
5. 4. 4. 1 Die Roma-Herkunft nicht verstecken
6. Politisches Mandat der Roma und Sinti in Europa
6. 1 Das Erwachen eines nationalen Bewusstseins
6. 1. 1 EU-Rahmen zur Roma und Sinti Inklusion bis 2020
6. 1. 2 Abgeschoben in einen sicheren Herkunftsstaat
6. 2 Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Deutschland
6. 2. 1 Umsetzung der EU-Rahmen 2011 in Deutschland bis 2020
6. 2. 2 Roma in Europa - der Kampf für ein würdiges Leben
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Ursachen für die Diskriminierung und Marginalisierung von Roma und Sinti in Europa sowie die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, diesen Prozessen durch gezielte Konzepte und Methoden entgegenzuwirken. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Warum werden Roma und Sinti in Europa so stark diskriminiert, dass dies sogar zu einer Marginalisierung führt?“ und „Durch welche Konzepte und Methoden der Sozialen Arbeit ist eine Inklusion dieser nationalen Minderheit in Europa möglich?“
3. 1. Der lange Weg aus Indien nach Europa
Köpf spekuliert, dass das Volk der Roma Juden seien und Jahre lang ein verborgenes Leben in den Wäldern geführt hat. Es könnten auch Ägypter sein, die ihr Land verlassen mussten, weil sie Josef und Maria verstoßen haben. Laut der Erzählung eines Roma hat das Volk in einem Königreich namens „Sindh“ in Wohlstand gelebt, bis die Mohammedaner ins Land kamen und sie zur Auswanderung nach Arabien, Byzanz und Armenien gezwungen haben. (1994: 27-28)
Auch der Arbeitskreis der „Sinti und Roma und Kirche Stuttgart“ bestätigt die Hypothese, dass die Minderheit zwischen 800 und 1000 nach Christi aufgrund starker Zuwanderung von arabischen Stämmen aus ihrer nordwestindischen Heimat vertrieben wurde. (2012: 5)
Djuric, Becker, Bertolt Bengsch widerlegen die oben genannten Thesen. Diese besagen, dass der bedeutendste Beweis für die Herkunft der Roma deren Sprache „Romanes“ ist. Die Lieder, Legenden, komplizierten Denkaufgaben und Bezeichnungen sind das Bestandsverzeichnis ihrer Kultur, die trotz der zahlreichen Wanderungen und Einflüssen diverser Sprachen viele wichtige Informationen über die Vergangenheit dieses Volkes liefert. Weitere Erkenntnisse geben Schriftstücke aus verschiedenen Ländern, die leider bis heute nicht adäquat analysiert worden sind. Ein anderer Grund sind eventuell die indischen Wurzeln des Volkes. In der indischen Histologie sind leider keine Hinweise auf Roma oder andere Minderheiten, die zu der Zeit in Indien gelebt haben, vorzufinden. Der zweite Grund ist, dass die Geschichte der Roma vermehrt nur verbal verbreitet wurde. Im indischen Epos „Mahabharat“ wird der Kampf zwischen zwei uralten indischen Völker beschrieben. Eines davon hieß „Romakha“ bzw. „Romashi“. Im zweiten Buch „Sabhaparva“ wird berichtet, dass die „Romakha“ mit den „Saki“, „Tukarah“ und „Kanaha“ zum Zentrum des indischen Reiches gereist sind. Die „Tukarah“ waren Rassepferdezüchter, die „Saki“ waren aus Nordwestindien und die „Kanaha“ stammten aus dem Volk der „Yadava“. Nur über die „Romakha“ wird nichts Weiteres erörtert. In der Geschichtensammlung „Vishu purana“ wird auch über „Romakha“, „Romashu“ und „Romasci“ erzählt. Dies könnten eventuell die Vorfahren der heutigen europäischen Roma und Sinti sein. (2002)
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die aktuelle gesellschaftliche Lage von Roma und Sinti in Europa und begründet die Relevanz der Forschungsfrage im Kontext der Sozialen Arbeit.
2. Definition bedeutender Begriffe: In diesem Kapitel werden zentrale Termini wie Roma, Sinti, Romanes, Gadje und ethnische Minderheit definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Historischer Rückblick: Dieser Abschnitt beleuchtet die Herkunft der Roma und Sinti aus Indien, ihre Wanderungsbewegungen nach Europa sowie Aspekte ihrer Kultur und Sesshaftigkeit.
4. Antiziganismus in Europa: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit den rassistischen Vorurteilen gegen Roma und Sinti, dem Porajmos im Nationalsozialismus und der sogenannten „zweiten Verfolgung“ in der Nachkriegszeit.
5. Sozialen Arbeit als Instrument zur Inklusion: Das Kapitel stellt theoretische Konzepte der Sozialen Arbeit vor, darunter Lebensweltorientierung, Empowerment und Biographiearbeit, um Inklusion zu fördern.
6. Politisches Mandat der Roma und Sinti in Europa: Es wird die politische Selbstorganisation der Minderheit, die Entwicklung von Bürgerrechtsbewegungen und die Bemühungen um Anerkennung auf europäischer Ebene untersucht.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit endet mit einer Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse und der Bedeutung der Sozialen Arbeit für die zukünftige Inklusion der Minderheit.
Roma, Sinti, Soziale Arbeit, Inklusion, Antiziganismus, Antiromaismus, Empowerment, Biographiearbeit, Lebensweltorientierung, Minderheitenrechte, Marginalisierung, Diskriminierung, Historischer Rückblick, Bürgerrechtsbewegung, Identitätsfindung.
Die Arbeit analysiert die Situation von Roma und Sinti in Europa, ihre Geschichte, die Diskriminierungserfahrungen und zeigt auf, wie Soziale Arbeit zur Inklusion beitragen kann.
Zentrale Felder sind die historische Verfolgung, der Antiziganismus, theoretische Ansätze der Sozialen Arbeit sowie politische Selbstvertretungsstrategien.
Das Ziel ist es, die Gründe für die Marginalisierung zu identifizieren und Methoden der Sozialen Arbeit zu definieren, die eine gelungene Inklusion ermöglichen.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz mit Fokus auf Literaturanalyse, historischen Rückblicken und dem Einbezug sozialpädagogischer Fachkonzepte.
Der Hauptteil erörtert die Definitionen, die Geschichte, den Antiziganismus, das Empowerment-Konzept, die Biographiearbeit sowie das politische Mandat.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Antiromaismus, Soziale Arbeit, Empowerment, Biographiearbeit und Minderheitenrechte.
Die Autorin betrachtet ihn kritisch, da er rassistische Konnotationen aus dem Begriff „Zigeuner“ enthalten kann, und bevorzugt daher den Begriff „Antiromaismus“.
Für die Autorin als Romni ist Biographiearbeit ein essenzieller Prozess, um die eigene Identität zu reflektieren und Ressourcen für ihr Handeln als Sozialarbeiterin zu erschließen.
Sie kritisiert die mangelnde Anerkennung der Bedürfnisse von Roma aus Drittstaaten sowie die Diskrepanz zwischen politischen Strategien (z.B. EU-Rahmen) und der realen Lebenssituation.
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